
Eishockey-WM 2027: Sechs Nationen boykottieren Russland
Sechs Nationen wollen bei der Eishockey-WM 2027 nicht gegen Russland antreten. Der Rather Dome in Düsseldorf ist als WM-Gastgeber geplant.
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Der Widerstand gegen eine Russland-Beteiligung an der Eishockey-WM 2027 wächst: Sechs Nationen haben angekündigt, nicht gegen Russland anzutreten. Die Boykott-Welle trifft Düsseldorf direkt, denn im Rather Dome sollen viele Vorrundenspiele sowie die gesamte Endrunde des Turniers ausgetragen werden. Hintergrund ist eine Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofs CAS, der Russland trotz des Kriegs gegen die Ukraine zur WM zugelassen hat.
Sechs Nationen erklären Boykott
Weltmeister Finnland und Tschechien hatten als Erste erklärt, bei der Eishockey-WM 2027 nicht gegen Russland anzutreten - inzwischen boykottieren sechs Nationen insgesamt Spiele gegen Russland. Neben Finnland und Tschechien haben auch Norwegen, Schweden, Dänemark und Lettland ihren Boykott erklärt. Die Verbände begründen ihre Entscheidung politisch und mit Sicherheitsbedenken für Spieler und Betreuer.
Der norwegische Verband erklärte, Spiele gegen Russland würden Spieler und Staff signifikanten Sicherheitsrisiken aussetzen. Dänemarks Verbandspräsident Henrik Bach Nielsen sagte, man habe beschlossen, nicht gegen Russland zu spielen - es würde sonst im Chaos enden.
Rather Dome im Zentrum des Turniers
Im Rather Dome in Düsseldorf sollen laut Planung viele Vorrundenspiele sowie die gesamte Endrunde der Eishockey-WM 2027 ausgetragen werden. Damit steht Düsseldorf nicht am Rand, sondern im Zentrum des Turniers. Sollten weitere Nationen den Boykott ausweiten oder die WM abgesagt werden, wäre das sportlich und wirtschaftlich ein erheblicher Rückschlag für die Stadt.
Düsseldorf äußert sich nicht zum CAS-Urteil
Die Stadt Düsseldorf hat sich nach einem Bericht der Rheinischen Post weder zu einer möglichen WM-Absage noch grundsätzlich zum CAS-Urteil geäußert. Auch zur Frage, was eine Russland-Beteiligung für die Sicherheitslage in der Stadt bedeuten würde, blieb die Antwort der Stadtverwaltung vage: Sicherheitskonzepte würden ständig überprüft und gegebenenfalls angepasst, zu deren weiterer Entwicklung könne man keine Auskünfte geben. Düsseldorf holt seit Jahren mit einer eigenen Agentur gezielt Großevents an den Rhein - zur WM 2027 wollte sich die Stadt gegenüber der Rheinischen Post nicht weiter positionieren.
Deutscher Eishockey-Bund und IIHF beraten weiter
Der Deutsche Eishockey-Bund hatte nach dem CAS-Urteil eine Rückgabe der Heim-WM nicht ausgeschlossen. Der Weltverband IIHF berät unter seinem neuen Präsidenten Franz Reindl weiter über die Folgen der Entscheidung. Auch andere Austragungsstädte ziehen Konsequenzen: Die finnische Stadt Turku will eine U20-WM Ende 2027 nicht ausrichten, sollte Russland mitspielen dürfen, weil das nicht mit den Werten der Stadt vereinbar wäre.