
Update: Drogenhilfezentrum an der Eisenstraße
Wann kommt das Drogenhilfezentrum an der Eisenstraße? Diese Frage beschäftigt viele Menschen in Oberbilk. Wir haben bei der Stadt nachgefragt.
Veröffentlicht: Mittwoch, 03.06.2026 10:55
Dieses Thema hat viele Menschen in Düsseldorf in den letzten Monat sehr beschäftigt: Das neue Drogenhilfezentrum an der Eisenstraße. Als die Pläne Ende Januar bekannt wurden, gab's erstmal heftigen Widerstand - eine Petition gegen die Einrichtung hatte schnell fast 2.000 Unterschriften. Dann hat die Stadt aber reagiert und Info-Veranstaltungen angeboten. Das Ganze war aber immernoch sehr theoretisch - bis zum Sommer soll's konkreter werden, hieß es damals. Inzwischen hat sich einiges getan - aber noch nicht so viel wie angekündigt.
Das ist geplant:
Bekannt ist ja, dass die Einrichtung an der Eisenstraße modular aufgebaut sein soll - also zuerst soll z.B. eine Tagesstätte entstehen, später soll es dann auch eine humanitäre Sprechstunde und eben einen Drogenkonsumraum geben.
Das Drogenhilfezentrum an der Eisenstraße soll Teil eines erweiterten Hilfenetzwerks mit mehreren Anlaufstellen in Bahnhofsnähe werden. Das Konzept: In der Einrichtung soll es Beratungs- und Aufenthaltsmöglichkeiten für drogenabhängige Menschen und auch einen Konsumraum geben. Das Besondere: Innerhalb des Gebäudes soll der Handel mit kleinsten Mengen Crack erlaubt werden. Die Details zum Konzept könnt ihr hier in unserer ausführlichen Recherche nachlesen.
Das ist zuletzt passiert:
Ende der Winternothilfe
Die zuständige Dezernentin für Kultur und Integration, Miriam Koch, war zuletzt davon ausgegangen, dass die Räumlichkeiten in der Eisenstraße bis spätestens April im Rahmen der Winternothilfe benötigt würden. Jetzt hat sich gezeigt: Noch im Mai ist die Unterkunft vereinzelt in Anspruch genommen worden, sagt Koch.
Der Sichtschutz zum Lessinggymnasium
Die Stadt hatte ursprünglich gesagt, dass die Einrichtung bis zum Sommer in Betrieb genommen werden solle. Dafür hätten erste Umbaumaßnahmen parallel zur Nutzung des Gebäudes im Rahmen der Winternothilfe stattfinden müssen. Danach sieht es jetzt nicht mehr aus. Klar ist jedoch: Zuallererst kommt der Sichtschutz, den auch viele Anwohnende gefordert hatten, sagt Dezernentin Miriam Koch:
Drogenkonsumräume und Mikrohandel
Ein zentraler Teil des Konzepts für die Einrichtung in der Eisenstraße ist der geplante Drogenkonsumraum - und dazu gehört laut Plan auch, dass der Handel mit kleinsten Mengen Crack in der Unterkunft erlaubt wird. Damit will die Stadt dem Vorbild Zürich folgen - dort konnte der Drogenkonsum im öffentlichen Raum mit Hilfe des sogenannten Züricher Modells minimiert werden. Weiter Infos zum Züricher Modell stehen hier.
Einen Antrag für den Drogenkonsumraum habe man bereits gestellt, so Dezernentin Miriam Koch. Das Thema Mikrohandel sei hingegen komplizierter:
Man sei aber bereits auf die zuständigen Ministerien zugegangen, um eine Lösung zu finden:
Eisenstraße ungleich Erkrather Straße
Viele Anwohnende hatten befürchtet, dass an der Eisenstraße bald Zustände wie auf der Ekrather Straße herrschen könnten. Auch da gibt es einen Drogenkonsumraum - und es ist in der Vergangenheit immer wieder zu schwierigen Situationen gekommen, auch mit Anwohnenden. Das will man auf der Eisenstraße in jedem Fall verhindern - und auch für die Erkrather Straße gibt es Pläne, so Derzentin Miriam Koch:
Die Guttempler
Die Selbsthilfegruppe "Die Guttempler" hatte sich bislang in den Räumlichkeiten der Eisenstraße getroffen. Die Gruppe habe sich entschieden, sich zukünftig an einem anderen Ort zu treffen. Frau Koch hat den Mitgliedern entsprechend ein Angebot gemacht, einen Beschluss gibt es aber demnach noch nicht:
Zwischenfazit
Das Projekt Drogenhilfezentrum an der Eisenstraße geht langsamer voran als von der Stadt ursprünglich angekündigt. Mit Blick auf die noch zu klärende Frage, wie der Mikrohandel innerhalb der Einrichtung genehmigt werden kann, ist das möglicherweise aber keine negative Nachricht. Auch der Ausbau weiterer Einrichtungen, wie eben der Erkrather Straße oder der beiden Notunterkünfte in Bahnhofsnähe, kann so schonmal weiter voranschreiten. Bis es tatsächlich ein Netzwerk aus Anlaufstellen mit mehreren Konsumräumen gibt, wie es das gesamtstädtische Konzept vorsieht, wird es sicher noch eine Weile dauern.