
Rheinbahn startet Aktionsprogramm Betriebssicherheit
Nach zwei Straßenbahnunglücken zieht die Rheinbahn Konsequenzen: Das Aktionsprogramm Betriebssicherheit soll Personal, Technik und Organisation verbessern.
Veröffentlicht:
Nach zwei schweren Unfallen in Dusseldorf zieht die Rheinbahn weitere Konsequenzen. Das Unternehmen startet ein Aktionsprogramm Betriebssicherheit mit drei Handlungsfeldern. Beide Unfalle wurden von unabhangigen Gutachtern von TUV Rheinland, Deloitte und Human Factor Consulting untersucht.
Unfälle in Holthausen und an der Berliner Allee
Im November 2025 entgleiste in Holthausen eine Bahn der Linie U72. Mehrere Menschen wurden verletzt, neun kamen ins Krankenhaus. Im Mai 2026 stiessen an der Berliner Allee wahrend des Japan-Tags zwei Strassenbahnen frontal zusammen - 27 Menschen wurden verletzt, funf davon schwer.
Gutachten zeigen vergleichbare Risikokonstellationen
Die Gutachten zeigen laut Rheinbahn vergleichbare Risikokonstellationen bei beiden Unfallen. Sowohl technische als auch menschliche und organisatorische Faktoren hatten jeweils zusammengewirkt. Zusatzliche technische Sicherheitsbarrieren hatten die Risiken demnach reduzieren konnen.
Ob der Unfall an der Berliner Allee durch frühere Maßnahmen hätte verhindert werden konnen, lasst sich laut Rheinbahn nicht nachweisen. Das Unternehmen betont, dass alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten wurden. Eine frühere und umfassendere Bearbeitung erkannter Risiken hätte die Wahrscheinlichkeit ähnlicher Unfalle aber plausibel verringern konnen.
Erste Massnahmen bereits vor Abschluss der Untersuchungen
Bereits vor Abschluss der Untersuchungen hat die Rheinbahn Massnahmen ergriffen. Dazu zählten ein Begegnungsverbot an neuralgischen Stellen, zusätzliche Sicherungen an Weichen, Lehrvideos fur das Fahrpersonal sowie eine neu besetzte Betriebsleitung. Mit diesen Schritten reagierte das Unternehmen noch während die Gutachten erarbeitet wurden.
Aktionsprogramm Betriebssicherheit: Drei Handlungsfelder
Mit dem Aktionsprogramm Betriebssicherheit bündelt die Rheinbahn nun weitere Schritte. Das Programm gliedert sich in drei Handlungsfelder: Fahrpersonal, Technik und Organisation. Es geht damit uber die Massnahmen hinaus, die das Unternehmen bereits vor Abschluss der Untersuchungen ergriffen hatte.
- Fahrpersonal: Ausbildung und praktische Kompetenznachweise sollen ausgebaut werden.
- Technik: Kritische Streckenabschnitte im gesamten Netz werden bewertet, zusatzliche Sicherheitsbarrieren wie Weichensicherungen und Assistenzsysteme sollen eingefuhrt werden.
- Organisation: Unfälle, Störungen und Beinahe-Unfalle sollen systematischer ausgewertet werden, um Risiken fruher zu erkennen.
Rheinbahn-Vorstand zur Verantwortung
Rheinbahn-Vorstandsvorsitzende Annette Grabbe betont, das Unternehmen trage Verantwortung fur die Sicherheit von Fahrgästen und Beschäftigten. Vorstand Christian Finke ergänzt, entscheidend sei nicht, ob eine Maßnahme beschlossen wurde, sondern ob sie das Risiko tatsächlich senke. Mit dem Aktionsprogramm Betriebssicherheit will die Rheinbahn sicherstellen, dass erkannte Risiken kunftig früher und umfassender bearbeitet werden als bislang.
