
Moskau: Jacques Tilly wegen Karikaturen vor Gericht
Prozess gegen Jacques Tilly in Moskau: Karnevalswagen sorgen für Ärger. Unterstützung aus Düsseldorf und Deutschland für den Künstler.
Veröffentlicht: Mittwoch, 28.01.2026 04:38
Prozess gegen Jacques Tilly in Moskau
Heute (28. Januar 2026) beginnt in Moskau der Prozess gegen den Düsseldorfer Bildhauer und Wagenbauer Jacques Tilly. Ursprünglich war der Verhandlungsbeginn für Ende des vergangenen Jahres angesetzt, wurde jedoch auf diesen Tag verschoben. Der Grund für das Verfahren sind Tillys Karnevalswagen, auf denen er den russischen Präsidenten Wladimir Putin karikierte.
Vorwürfe und mögliche Strafen
Die russischen Behörden werfen Jacques Tilly vor, die Staatsorgane des Landes verunglimpft zu haben. Im schlimmsten Fall drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft, alternativ könnten hohe Geldstrafen verhängt werden. Tilly hat bereits klargestellt, dass er nicht am Prozess teilnehmen wird. Ende des vergangenen Jahres zeigte er sich am Mikrofon von Antenne Düsseldorf kämpferisch und kommentierte die Situation mit den Worten: „Es ist immer ungünstig, die Karnevalisten kurz vor Rosenmontag so zu reizen mit solchen Themen. Das kann schon eine närrische Antwort geben.“
Unterstützung aus Düsseldorf und Deutschland
Jacques Tilly erhält Unterstützung aus verschiedenen Kreisen: Die Düsseldorfer Stadtgesellschaft, die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen und auch die Bundesregierung stehen hinter ihm. Die deutsche Botschaft in Moskau wird einen Vertreter entsenden, um den Prozess zu beobachten und die Situation genau zu verfolgen.