
Düsseldorfer Handwerk: Konjunktur verschlechtert sich
Das Handwerk in Düsseldorf meldet sinkende Stimmung: Der Geschäftsklimaindex ist auf 97 Punkte gefallen - erstmals seit der Energiekrise 2022 unter der 100-Punkte-Marke.
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Dem Handwerk in Düsseldorf geht es schlechter als vor einem Jahr. Das zeigt der neue Konjunkturbericht der Handwerkskammer Düsseldorf, den Kammerpräsident Andreas Ehlert vorgestellt hat. Der Geschäftsklimaindex ist um acht Punkte auf 97 Zähler gefallen - erstmals seit der Energiekrise 2022 wieder unter der wichtigen 100-Punkte-Marke.
Doppelbelastung: Schwache Nachfrage und steigende Kosten
Als Hauptursachen nennt die Handwerkskammer zwei Faktoren, die gleichzeitig wirken: Die Nachfrage bleibt schwach, während die Kosten weiter steigen - für Energie, Material und Personal. Besonders der Sprit schlägt für viele Betriebe wegen ihrer zahlreichen Fahrten ins Gewicht.
Trotzdem hält sich die Branche bislang: Mehr als drei Viertel der Betriebe bewerten ihre aktuelle Lage noch als gut oder befriedigend.
Umsatz und Aufträge weiter im Minus
Auch bei Aufträgen und Umsätzen bleibt die Lage angespannt. Rund 40 Prozent der Betriebe melden Rückgänge, nur etwa jeder fünfte verzeichnet ein Plus. Besonders hart trifft es Soloselbstständige und kleine Betriebe mit weniger als zehn Beschäftigten - sie haben oft geringere Reserven und hängen stärker von einzelnen Kunden ab.
Bei Investitionen halten sich die Betriebe so stark zurück wie nie zuvor. Ehlert macht dafür die Kombination aus hohen Zinsen, schwacher Nachfrage und allgemeiner Unsicherheit verantwortlich.
Alle sieben Bereiche im Minus - eine Ausnahme
In allen sieben Handwerksbereichen hat sich die Stimmung verschlechtert. Am schwierigsten ist die Lage im Lebensmittelhandwerk und im Bauhauptgewerbe. Einzig das Ausbaugewerbe - also etwa Maler, Elektriker oder Heizungsbauer - zeigt sich noch positiv gestimmt.
Bundesaufschwung kommt im Handwerk nicht an
Dass die Bundesregierung ihre Wachstumsprognose für 2026 zuletzt angehoben hat, macht sich im Handwerk bislang nicht bemerkbar. Laut Ehlert wird der Aufschwung vor allem von Exporten und mehr Staatsausgaben getragen. Erst wenn auch der private Konsum und die Unternehmensinvestitionen anziehen, werde die Erholung auch im Düsseldorfer Handwerk spürbar.
Ehlert fordert Entlastungen vom Bund
Der Kammerpräsident fordert von der Bundesregierung mehr Tempo bei Entlastungen für den Mittelstand:
- Niedrigere Lohnzusatzkosten
- Günstigere Stromsteuer für alle Betriebe
- Deutliche Einkommensteuerentlastung für kleinere Unternehmen
Die Reform der Krankenversicherung bewertet Ehlert als Schritt in die richtige Richtung. Beim Bürokratieabbau sieht er dagegen zu wenig Fortschritt: Die abgeschaffte Bonpflicht sei mit der neuen digitalen Belegpflicht praktisch als dieselbe Regel zurückgekehrt - nur in digitaler Form.
Lichtblick: Ausbildungszahlen stabil
Einen positiven Aspekt gibt es: Die Zahl der neuen Ausbildungsabschlüsse im Düsseldorfer Handwerk ist stabil geblieben.