
Die Reform der Ausländerbehörde
Ein Jahr Reform in der Ausländerbehörde: Wir haben für Euch geprüft, ob Digitalisierung und mehr Personal die langen Schlangen und Wartezeiten in Düsseldorf beendet haben.
Veröffentlicht: Dienstag, 02.06.2026 15:51
Seit mehr als einem Jahr (März 2025) läuft die Reform der Düsseldorfer Ausländerbehörde. Unter anderem soll es mehr Digitalisierung, mehr Mitarbeitende und ein neues Computersystem geben. Vor einem Jahr haben die Veränderungen erstmal zu einer Verschlechterung der Servicequalität geführt: Nacht für Nacht haben sich vor der Behörde lange Schlangen gebildet, Menschen mussten teils monatelang auf eine Rückmeldung warten. Hier ist das Ergebnis unserer Recherche.
Das hat sich verändert:
Mehr Digitalisierung, weniger Beschwerden
Die zuständige Dezernentin für Integration, Miriam Koch, betont, dass es deutlich weniger Beschwerden und auch keine langen Schlangen mehr vor der Behörde gebe. Sie führt das darauf zurück, dass die Verbesserungen in Sachen Digitalisierung die Arbeitsabläufe beschleunigt hätten. Das gilt insbesondere für Erstanträge, die inzwischen über die Website der Ausländerbehörde gestellt werden müssen - und damit vollständig digital vorliegen.
Bis zum Jahresende soll die Digitalisierung auch innerhalb der Behörde noch weiter voranschreiten: Dann sollen zunächst ein neues Fachverfahren und danach eine E-Akte eingeführt werden. Miriam Koch erklärt uns zunächst, was mit den "Fachverfahren" gemeint ist.
Es gibt also ein neues System, das auf Grundlage der entsprechenden Gesetze dabei hilft, Aufenthaltstitel zu erzeugen. Mit diesem System im Hintergrund soll die E-Akte die Digitalisierung der Ausländerbehörde dann abschließen. Denn bislang endet die Digitalisierung ein Stück weit vor der Behörentür: Alle Anträge und Verfahren, die vor März 2025 begonnen wurden, liegen immernoch ausschließlich im Papierformat vor - und auch die aktuellen Verfahren werden in Papierakten verwaltet.
Keine "interne Post" mehr
Nachdem in der Vergangenheit Papierakten verlorengegangen waren, hat die Behörde im letzten Jahr vorübergehend Zeitarbeitskräfte für die Verwaltung der Akten eingestellt. Sie hatten die Aufgabe, die Akten zu sortieren und den Fachkräften in der Behörde beim Auffinden bestimmter Akten zu helfen - um diesen Prozess zu beschleunigen. Inzwischen werden allerdings keine Zeitarbeitskräfte mehr für diese Arbeit beschäftigt, heißt es vom Amt für Migration.
Keine Telefonhotline mehr
Vor einem Jahr hieß es von Seiten des Leiters der Ausländerbehörde, Rana Bhattacharjee, die Befugnisse der Telefonhotline sollten ausgebaut werden. Stattdessen ist dieser Service jetzt komplett abgeschafft worden. Dezernentin Miriam Koch begründet das so:
Große Veränderung in den nächsten Jahren
Neben der Reform der Ausländerbehörde auf bürokratischer und personeller Ebene steht in den nächsten Jahren eine weitere große Veränderung an: Die Behörde sucht einen neuen, gemeinsamen Standort. Während das Amt bislang auf vier Standorte verteilt ist, soll es zukünftig ein großes, gemeinsames Gebäude geben. Grund dafür sei unter anderem, dass einer der bisherigen Standorte baufällig ist, so die Dezernentin für Kultur und Integration, Miriam Koch. Für sie bringt der Zusammenzug der Behörde viele Vorteile:
Die aktuellen Mietverträge laufen laut Koch noch bis 2030 - bis dahin soll ein neuer Standort gefunden werden.
Die IHK Düsseldorf begrüßt die Veränderungen
Düsseldorfer Unternehmen begrüßen die fortschreitende Digitalisierung bei der Ausländerbehörde in unserer Stadt. Das hat die Industrie- und Handelskammer auf Anfrage von Antenne-Düsseldorf bestätigt. Demnach laufen Verfahren bei der Behörde inzwischen deutlich schneller und transparenter ab. Bei aller Digitalisierung bleibt die persönlche Erreichbarkeit aber essenziell - sagt Katarina Blattner von der IHK:
Jetzt sei es wichtig, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen, so Blattner weiter. Denn der Gewinn internationaler Fachkräfte sei ein zentraler Baustein zur Sicherung des Fachkräftebedarfs - und damit ein zentraler Standortfaktor für Düsseldorf.