Weg mit dem Wegwerfplastik – Strohhalme, Besteck oder Rührstäbchen sollen aus Eisdielen und Co. verschwinden

Bunte Plastiklöffel in Eisdielen oder Plastikschalen und Gabeln in Pommesbuden werden es bald vielleicht nicht mehr geben. Die EU-Kommission will mit einem Plastikverbot den Verkauf von Einwegartikeln wie Plastikstrohhalme, Geschirr und Besteck untersagen. Damit sollen Abfälle in der Umwelt und besonders in den Meeren reduziert werden.

Die EU will Einwegkunststoffprodukte vom Markt nehmen, für die es preislich günstige Alternativen gibt. Gegenstände aus umweltfreundlicheren Materialien sollen hergestellt werden, die leichter vergänglicher sind.  Diese Pläne können erst umgesetzt werden, wenn eine Mehrheit der EU Mitgliedstaaten sowie das Europaparlament zustimmen.

Geplant wird, dass bei Einwegprodukten, bei denen es noch keine preiswerten Alternativen zu Plastik gibt, die Mitgliedstaaten dafür sorgen, dass weniger Lebensmittelverpackungen und Getränkebehälter in Umlauf kommen. Das kann dadurch geschehen, dass man plastikfreie Alternativen stärker anbietet oder Plastikprodukte teurer macht und nationale Ziele für die Reduzierung des Plastikmülls aufstellt.

Dass der Gebrauch und die Entsorgung von Produkten aus Plastik eine hohe Belastung für die Umwelt darstellt, soll dem Verbraucher durch Kampagnen und Hinweisen zur richtigen Entsorgung auf Verpackungen, klar gemacht werden. So sollen es zum Beispiel auf Hygieneeinlagen und Feuchttücher Angaben auf den Produktverpackungen geben, die darüber informieren, wie ein Produkt am besten entsorgt wird, ob es Plastik enthält und wie umweltschädlich es ist. Durch Kampagnen zur Aufklärung über das Plastikmüll Problem sollen Bürger sensibilisiert werden, welche Folgen eine unsachgemäße Entsorgung für die Umwelt hat. So will die EU Kommission den schädlichen Abfall reduzieren.

Wir haben mit Thorsten Hellwig, Sprecher vom „Deutschen Hotel- und Gaststättenverband DeHoGa“ über die Plastikmüllproblematik und den Planungen der EU-Kommission gesprochen. Er äußert sich zu den Plänen der EU Kommission:

 

 

Besonders betroffen vom Plastikmüll sind die Meere. Untersuchungen haben ergeben, dass zehn Einwegprodukte aus Plastik sowie Fischfanggeräte 70 Prozent der Plastikabfälle im Meer ausmachen. Netze machen 27 Prozent der Strandabfälle aus. Die Kommission will die Hersteller verpflichten, die Kosten für das Einsammeln der Plastikgegenstände sowie Abtransport und Recycling zu übernehmen.

Zu viel Kunststoff landet im Meer und braucht 500 Jahre, bis es zersetzt ist. Kleinste Teilchen von Kunststoffen gelangen in unser Trinkwasser, unser Essen und unsere Körper. Gesund ist das nicht. Großbritannien ist beim Thema Mikroplastik schon weiter und sorgt dafür, dass seit Anfang dieses Jahres keine Kosmetikartikel mehr produziert werden, die Mikroplastik enthalten. Die kleinsten Teilchen stecken zum Beispiel im Duschgel und sorgen dafür, dass es besonders cremig ist.

Doch ein Verbot von Mikroplastik in Kosmetik und Pflegeprodukten löst nur einen Teil des Problems. Der Plastikverbauch muss generell reduziert und Alternativen genutzt werden, um die Umwelt, Meere und uns selbst zu schützen.