Umweltspuren in Düsseldorf

Verkehrs-Experiment in Düsseldorf: Die Umweltspuren in Bilk und Pempelfort!

Stadt und Politik haben die umstrittene Maßnahme beschlossen, um das drohende Diesel-Fahrverbot für Düsseldorf zu verhindern. Ziel ist es, dass die Luft sauberer wird. Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke hofft, dass wir uns bald an die Umweltspuren gewöhnen werden:

O Zuschke „Gewöhnungs-Effekt“

Für viele Auto-Pendler in unserer Stadt könnten die Umweltspuren zum Ärgernis werden. Die Prinz-Georg-Straße nutzen beispielsweise täglich rund 22.000 Fahrzeuge. Die werden sich dann überwiegend auf jeweils EINER Spur tummeln – weil die Umweltspur nur Bussen, Taxis, Fahrrädern und Elektro-Autos vorbehalten ist. Die Umweltspur gilt auf der Merowinger Straße stadtEINwärts, auf der Prinz-Georg-Straße in beide Richtungen:

Skizze: Stadt Düsseldorf

Langfristig ist ab dem Sommer eine weitere Umweltspur geplant, die deutlich länger ist (Blaue Linie in der Skizze): zwischen Wersten und Golzheim. – Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke:

O Zuschke „Große Spur“

Das Experiment wird bundesweit mit großem Interesse verfolgt: Ein Jahr lang sollen die Umweltspuren zunächst getestet werden. – Beim Bund lässt die Stadt im Moment außerdem noch prüfen, ob in Zukunft auch „normale“ Autos die Umweltspur nutzen könnten; falls mindestens DREI Insassen im Wagen sitzen.

Spannend ist die Frage, wie intensiv die Umweltspuren überhaupt kontrolliert werden können. – OB Geisel geht davon aus, dass sich alle Autofahrer an die Verkehrsregeln halten:

OB Geisel – Kontrollen Umweltspur

Die Umweltspuren werden heftig kritisiert: Viele Anwohner in Bilk und Pempelfort fürchten zum Beispiel, dass Autofahrer sich Schleichwege durch die Nebenstraßen suchen. Außerdem werde die Luft rund um die Spuren schlechter statt besser, wenn die Autos dort länger im Stau stehen als heute. – Zu den Kritikern gehört der Präsident der Handwerkskammer, Andreas Ehlert:

Handwerk kritisiert Umweltspur – HWK-Präsident Andreas Ehlert

Die Politik streitet über Sinn und Zweck der Umweltspuren. Die FDP betont, dass die Maßnahme zunächst ein Versuch ist, der überprüft wird und auch wieder beendet werden könne. Der Verkehrsexperte der SPD, Martin Volkenrath findet die Spuren sinnvoll:

Martin Volkenrath (SPD) findet Umweltspuren sinnvoll

Die GRÜNEN sagen, dass Pendler am besten Fahrgemeinschaften bilden sollten. Das sorge für bessere Luft UND weniger volle Straßen. – Kritik an den Umweltspuren kommt von CDU-Verkehrsexperte Andreas Hartnigk:

Andreas Hartnigk (CDU) kritisiert Umweltspuren

OB Geisel und Verkehrsdezernentin Zuschke haben die Umweltspuren Ende März im Rathaus und bei YouTube vorgestellt:

Donnerstag (11. April 2019) starten die Markierungsarbeiten für die ersten beiden Umweltspuren in Bilk und Pempelfort. – SO sehen die Verkehrsschilder entlang der Strecken aus:

© Landeshauptstadt Düsseldorf, Uwe Schaffmeister

Stellungnahmen von Rheinbahn und ADFC (aus: www.duesseldorf.de):

„Ein Durchkommen ohne Störungen ist für einen zuverlässigen Betrieb der Rheinbahn enorm wichtig. Daher begrüßen wir die Einrichtung der Umweltspuren ausdrücklich! Wir gehen davon aus, dass sich in diesem Versuch herausstellt, dass die Umweltspuren einen wichtigen Beitrag zu Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit unserer Busse dort leisten werden“, betont Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher.

„Positiv an diesem Pilotversuch ist, dass Radverkehr und Busse Vorrang bekommen und an Staus vorbeiziehen können. Von den Fahrerinnen und Fahrern von Rheinbahn und Taxen erwarten wir, dass sie entsprechend geschult werden und sich rücksichtsvoll gegenüber Radfahrenden verhalten. Für ein entspanntes gemeinsamen Vorwärtskommen auf der Umweltspur halten wir darüber hinaus Tempo 30 und eine Ampel-Vorrangschaltung für unerlässlich“, erklärt die stellvertretende ADFC-Vorsitzende Lerke Tyra.

Titelbild: © Landeshauptstadt Düsseldorf, Uwe Schaffmeister