Platz machen für Rettungskräfte! | Antenne Düsseldorf
Bei Martinshorn gilt: Freie Bahn für Einsatzfahrzeuge schaffen! © Landeshauptstadt Düsseldorf/David Young

Platz machen für Rettungskräfte!

Aktion: „Leben retten – Rettungsgasse“

Polizei und Feuerwehr haben die gemeinsame Aktion gestartet. Autofahrer sollen sensibilisiert werden. – Zu häufig nämlich stecken Retter auf dem Weg zu Einsatzorten im Stau.  Polizei und Feuerwehr berichteten von erschreckenden Beispielen aus dem Stadtgebiet und von den Autobahnen.

Rettungsgasse rettet im Ernstfall Leben! © Landeshauptstadt Düsseldorf/David Young

Rettungsgasse rettet im Ernstfall Leben! © Landeshauptstadt Düsseldorf/David Young

So hatte die Feuerwehr bei einem Unfall mit einem Gefahrguttransporter vom Höherweg bis zum Südring für knapp drei Kilometer eine halbe Stunde gebraucht, weil nirgends eine Rettungsgasse gebildet worden war. Ähnlich erging es der Polizei bei einem Unfall auf der A46 zwischen Düsseldorf und Wuppertal. Hier benötigte der Einsatzleiter zwei Stunden und wurde unterwegs von LKW-Fahrern mit ausgestrecktem Mittelfinger beschimpft.

Wer keine Rettungsgasse bildet, muss mit Strafen ab 200 EUR aufwärts rechnen. Das Prinzip ist eigentlich ganz einfach: Auf Autobahnen müssen Autofahrer, die auf der linken Spur unterwegs sind, an den ganz linken Rand fahren. Alle anderen fahren jeweils ganz nach rechts, um so eine ausreichend große Rettungsgasse zu bilden.

 

Stadt, Polizei und Feuerwehr informieren darüber auch mit einem Film auf YouTube:

 

Die folgenden Tipps der Stadt, eine „freie Bahn“ zu schaffen sind nicht abschließend. Um Einsatzfahrzeugen Platz zu schaffen, muss immer je nach Situation entschieden und gehandelt werden:

Was ist wichtig?

  • Jede Sekunde zählt
  • Alle Einsatzkräfte brauchen Platz, um Leben zu retten
  • Fahrzeuge müssen jederzeit ordnungsgemäß geparkt werden, denn Falschparker/Parker in zweiter Reihe erschweren das Vorankommen für Einsatzfahrzeuge
So geht´s! Rettungsgasse - Blick aus Einsatzfahrzeug © Landeshauptstadt Düsseldorf

So geht´s! Rettungsgasse – Blick aus Einsatzfahrzeug © Landeshauptstadt Düsseldorf

Richtiges Verhalten:

  • Immer Abstand halten und bremsbereit sein
  • Den rückwärtigen Verkehr und das Umfeld beobachten, denn Einsatzfahrzeuge können aus allen Richtungen kommen.
  • Sobald blaues Blinklicht und Einsatzhorn wahrzunehmen sind, umgehend „freie Bahn“ schaffen!
  • Keine plötzlichen Bremsmanöver – weiterfahren
  • Insbesondere in der Stadt nach (Park-)Lücken Ausschau halten, um „freie Bahn“ zu schaffen
  • Kreuzungen freihalten
  • Wenn Einsatzfahrzeuge vorbeigefahren sind: Zunächst das Umfeld beobachten, erst dann wieder in den Verkehr einfädeln.

Darf eine rote Ampel passiert werden, um Einsatzfahrzeugen auszuweichen?

  • Wenn es keine Möglichkeit gibt, zur Seite auszuweichen, kann alternativ die Haltelinie der roten Ampel überfahren werden.
  • Paragraf 38, Absatz 1, der Straßenverkehrsordnung stellt für den Fall, dass sich ein Einsatzfahrzeug nähert, klar: „Alle übrigen Verkehrsteilnehmer haben sofort freie Bahn zu schaffen.“
  • Der oben genannte „Rotlichtverstoß“ könnte daher durch Berufung auf Paragraf 38, Absatz 1, Straßenverkehrsordnung gerechtfertigt werden,sofern er unter besonderer Berücksichtigung der Sorgfaltspflicht geschieht und es zu keiner Gefährdung Dritter kommt.
  • Auch Stoppschilder, durchgezogene Linien etc. dürfen gegebenenfalls entsprechend überfahren werden, wenn dies unabdingbar ist, um „freie Bahn“ zu schaffen.
Bei Martinshorn gilt: Freie Bahn für Einsatzfahrzeuge schaffen! © Landeshauptstadt Düsseldorf/David Young

Bei Martinshorn gilt: Freie Bahn für Einsatzfahrzeuge schaffen! © Landeshauptstadt Düsseldorf/David Young

Was ist, wenn man beim Bilden der „freien Bahn“ geblitzt wird?

  • Empfehlenswert ist es, sich in diesem Fall Datum, Uhrzeit und Art des Einsatzfahrzeugs zu notieren, für das man Platz gemacht hat.
  • Beim Erhalt eines Bußgeldbescheids kann der Verkehrsteilnehmer mit Hilfe dieser Angaben seinen Einspruch begründen.

Wer bezahlt Schäden, die durch das Bilden der „freien Bahn“ – etwa durch das Auffahren auf einen erhöhten Gehweg – entstehen?

  • Der Verkehrsteilnehmer sollte besonnen bleiben und seine Sorgfaltspflicht besonders beachten. Für selbstverschuldete Schäden am Fahrzeug, kommt jeder Verkehrsteilnehmer eigenverantwortlich auf.

Wie wird eine Rettungsgasse auf der Autobahn gebildet?

  • Bereits bei stockendem Verkehr (rund 50 Stundenkilometer) muss eine Rettungsgasse gebildet werden.
  • Es gilt die „Rechte-Hand-Regel“: Fahrzeuge auf dem ganz linken Fahrstreifen (symbolisiert durch den Daumen der rechten Hand) halten sich links, alle anderen Fahrzeuge (symbolisiert durch die anderen Finger der rechten Hand) halten sich rechts. Damit entsteht zwischen der ganz linken Spur und der daneben liegenden Spur die Rettungsgasse.
  • Es muss mindestens eine Fahrzeuglänge Abstand zum Vordermann gehalten werden, damit selbst bei Stillstand noch Ausweichmöglichkeiten vorhanden sind.
  • Auf einem Fahrstreifen bleiben
  • Verkehrsfunk hören, gegebenenfalls Fenster öffnen, um herannahende Hilfsfahrzeuge wahrzunehmen
  • Stau – zum Beispiel durch das Räumen von Unfallstellen – vermeiden
Helga Stulgies (c)Landeshauptstadt Düsseldorf

Helga Stulgies (c)Landeshauptstadt Düsseldorf

Zu rund 140.000 Einsätzen rückt die Düsseldorfer Feuerwehr pro Jahr aus. „Wenn Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs sind, ist immer höchste Eile geboten – nicht nur bei der Polizei, sondern auch bei der Feuerwehr und dem Rettungsdienst“, erklärte Feuerwehrdezernentin Helga Stulgies. „Hier zählt jede Sekunde, denn beispielsweise bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit mit jeder Minute, die unsere Notärzte und Notfallsanitäter später kommen, um zehn Prozent. Ähnliches gilt bei Brandeinsätzen: Wenn die Feuerwehr nur ein bis zwei Minuten später zu einem Brand kommt, kann schon die ganze Wohnung lichterloh in Flammen stehen und Menschen können in akuter Gefahr schweben.“

Titelbild: Landeshauptstadt Düsseldorf/David Young