Düsseldorf – Eine Stadt im Klimawandel

Unsere Stadt wird sich dem Klimawandel anpassen. Doch wie sich das Stadtbild verändert und wann, das ist schwer vorauszusagen. Die Stadt möchte selber aktiv werden.

Der Sommer 2018 war ganz schön heiß in Düsseldorf. Er wird wohl keinen Rekord brechen für die höchste Durchschnittstemperatur, so der Deutsche Wetterdienst. Dafür schätzen Experten aber, dass dieser Sommer der trockensten seit Beginn der Messungen wird. Im Juli hatten wir einige Tage, die deutlich über 30° Grad erreicht haben. Insgesamt ist es über die letzten Jahrzehnte in Düsseldorf im Durchschnitt etwa 1° Grad heißer geworden. Der Klimwandel ist erstmal nicht zu stoppen, je nach Szenario wird ein Temperaturanstieg zwischen 2° und 5° Grad vermutet. Dabei ist nicht nur die Durchschnitttemperatur interessant, sondern auch die zunehmende Anzahl an Wetterspitzen. Heißt zum einen mehr besonders heiße und trockene Tage und im Gegensatz dazu mehr Unwetter.

Das hat natürlich auch Auswirkungen auf unsere Stadt. Wir haben es dieses Jahr erlebt mit sehr trockenen und gelben Rasenflächen. Sogar die Feuerwehr hat mitgeholfen, junge Bäume zu gießen. Besonders in der Innenstadt wurde es unerträglich heiß-schwül und wir Düsseldorfer waren dankbar für jegliche Erfrischung.

Deshalb versucht die Stadt, etwas gegen die Hitze zu unternehmen. Dafür sollen mehr öffentliche Plätze verschattet werden, beispielsweise durch riesige Sonnensegel oder mehr natürliche Bepflanzung. Außerdem wird gerade ein sogenannter „Brumisateur“ am Apolloplatz getestet. Das Gerät findet beispielsweise in Frankreich schon große Zustimmung. An einem Alu-Gestell ist ein Schlauch befestigt, der durch viele Düsen Wasser ganz fein in der Umgebung von etwa 3 Metern verteilt. Durch Verdunstungskälte kann so kurzfristig eine Abkühlung von bis zu 12 Grad entstehen.

Wir haben mit Mike Eigen am Apolloplatz gesprochen, er leitet dort das „Olympic Adventure Camp“.

 

 

Das Sport-Camp bietet Kindern und Jugendlichen über 50 verschiedene Sportarten. Da ist ein wenig Abkühlung heiß begehrt.

 

Die Hitze erträglicher zu machen, ist eine der Aufgaben, die auf die Stadt zukommt. Denn grundsätzlich gilt, zugebaute Flächen wie Straßen oder Gebäude können sehr gut Wärme speichern. Deshalb ist es wichtig, dass sich die heiße Luft aus der Innestadt austauscht mit kühlerer Luft von außerhalb. Das ist aber nicht so einfach in einer Großstadt, sagt Helga Stulgies, Umweltdezernentin der Stadt Düsseldorf.

 

Die wenigen vorhandenen Frischluft-Schneisen sind schnell aufgezählt. Der Rhein ist ganz wichtig, das Wasser kühlt die Luft zusätzlich ab. Breite Bahntrassen gelten als wichtige Frischluft-Zubringer, zudem ermöglichen es Parks und Grünflächen dem Wind, lokal die Luft durcheinander zu wirbeln. Damit diese Schneisen für Frischluft erhalten bleiben, hat die Stadt Regelungen erlassen, die diese Flächen vor Bebauung schützen.

Die Karte zeigt die Belastung Düsseldorfs bei Sonneneinstrahlung

Nähere Informationen zu der Karte und weitere Informationen hier. 
Rechte der verwendeten Bilder liegen bei: Landeshauptstadt Düsseldorf Umweltamt

Außerdem sollen mehr Grünflächen entstehen. Denn grundsätzlich können unverbaute Flächen bei Regen besser Wasser aufnehmen. Bei starker Sonneneinwirkung spenden Bäume Schatten und Pflanzen können durch Verdunstung von Wasser die Temperaturen abkühlen lassen. Deshalb sind zum Beispiel auch Schrebergärten in Innenstadt-Nähe sehr vorteilhaft. Zudem gibt es Förderprogramme, beispielsweise für begrünte Dächer. In Düsseldorf können wir in der Innenstadt und auch in einigen Stadtteilen weiter außerhalb Gelder dafür beantragen. Mehr Infos dazu hier.