Deutsche Post AG

Paket-Wahnsinn in Düsseldorf

Weihnachten naht! Schon jetzt bestellen wir die ersten Geschenke, die uns der Paketbote nach Hause bringt – oder eben auch nicht.

Der Ärger über die Paketboten gehört mittlerweile zum Alltag dazu. Dabei ist es egal, ob die Sendung nicht ankommt, obwohl man zu Hause ist, oder Kleinigkeiten in viel zu großen Paketen verpackt werden. Es gibt immer neue Gründe sich zu ägern. In den letzten Jahren haben sich die Beschwerden bei der Bundesnetzagentur verdoppelt. Auch die Verbraucherzentrale in Düsseldorf beobachtet das und hat bereits vor Jahren die Seite post-aerger.de ins Leben gerufen. Im Zeitraum von Februar bis Juli 2018 sind allein in NRW 1710 Beschwerden auf dieser Seite eingegangen. Laut post-aeger.de ist DHL der Paketdienst mit den meisten Beschwerden (74%). Danach kommt Hermes mit 11 Prozent und DPD mit 10 Prozent.  Der am häufigsten genannte Beschwerdegrund sind Bestellungen die nicht zugestellt werden, obwohl sie angekündigt sind und der Kunde zu Hause darauf wartet. Weitere Gründe sind: Lange Lieferzeiten, Verlust der Sendung oder fehlerhafte Zustellungen bei denen das Paket einfach ins Treppenhaus gestellt wird.

Mit dem Thema „Beschwerden“ haben sich heute morgen (12.11.18) auch die Kollegen Arne Klüh und Sandy Droste beschäftigt:

 

Im Allgemeinen sind die Postdienstleister selbst für Reklamationen der Kunden verantwortlich. Wenn ihr also Probleme mit der Briefpost, oder aber auch Paketen habt, wendet euch als erstes an den jeweiligen Zusteller. Treten dennoch Mängel auf, solltet ihr euch an den Verbraucherservice Post der Bundesnetzagentur oder eben an die Verbrauchterzentralen NRW wenden.

Paket, Verpackung, Verpackungsmüll

Solche Bilder werden immer häufiger. Es werden mehr Kleinigkeiten in viel zu großen Kartons verpackt und versendet. Max Thinius vom Bundesverband E-Commerce und Versandhandel hat uns dafür eine Erklärung gegeben. Er sagt, dass die Ursache dafür bei den Computersystemen liegt. Diese kennen zwar die Maße und Daten des Artikels berechnen demnach aber meistens den einfachsten Verpackungsweg. Dabei wird meistens nicht bedacht, dass man manche Artikel auch zusammenrollen oder eben anders verpacken kann.

Ver.di Mitarbeiter Uwe Speckenwirt erklärt uns außerdem, dass der Wettbewerb in der Paketbranche über niedrige Löhne ausgeführt wird. Nur die Post und 70 Prozent der UPS Mitarbeiter sind eigene Beschäftigte und werden demnach über einen Tarifvertrag bezahlt.  Bei Hermes und DPD bekommen die Paketboten noch nicht mal Studenlohn. Sie werden nach zugestellter Sendung bezahlt. Ihre Berufsbezeichnung lautet Solo-Selbstständige.

Der Handelsverband Deutschland prognostiziert für das Jahr 2018 einen Gesamtumsatz von 525 Milliarden Euro. Allein 100 Milliarden Euro werden davon erstmals im Weihnachtsgeschäft erwartet. Darin inbegriffen ist sowohl der Einzelhandel, als auch der Online-Handel. Außerdem wird der Onlinehandel dieses Jahr vorraussichtlich um weitere 10 Prozent steigen.

Laut Handelsverband NRW wird in Zukunft nicht der gesamte Verkauf im Internet stattfinden. Das Kaufverhalten wird sich zwar verschieben, und somit auch die Shopping- und Innenstadtkonzepte, aber das Einkaufen soll trotzdem weiterhin sowohl online als auch stationär möglich sein.

Carina Perezke vom Handelsverband NRW erklärt auch, dass etwa jedes 3. Geschäft in der Innenstadt einen eigenen Onlineshop besitzt. Max Thinius vom Bundesverband für E-Commerce und Handel (BEVH) sagt , dass der Verpackungsmüll im Onlinegeschäft sinken wird. Dafür gäbe es bereits heute unter anderem in Deutschland verschiedene Konzepte, die sich mit verpackungsfreiem Versenden oder Mehrwegverpackungen beschäftigen. Außerdem könne man in naher Zukunft Zeitfenster auswählen, in denen die Bestellung dann nach Hause geliefert wird. So kann man eine Zeit festlegen, in der man garantiert zu Hause ist und damit Verpackungen reduzieren.

 

Titelbild: Deutsche Post AG