Gedenken an die Reichspogromnacht

Hier in Düsseldorf werden zum Gedenken an die Reichspogromnacht um 11 Uhr Kränze am ehemaligen Standort der Synagoge an der Kasernenstraße niedergelegt. Anschließend findet eine Gedenkstunde im Plenarsaal des Landtages statt. Dass die Erinnerung sehr wichtig ist, zeigt sich auch in Düsseldorf immer deutlicher. Die Zahl der antisemitischen Vorfälle hat nämlich zugenommen, hat uns der Direktor der Jüdischen Gemeinde, Michael Szentei-Heise, gesagt. Bereits seit zwei Jahren betrachte er die Entwicklung mit großem Misstrauen und Unwohlsein. Viele Gemeindemitglieder würden in der Öffentlichkeit keinesfalls zeigen wollen, dass sie Juden sind. Einige überlegten sogar, wann es Zeit sei, Deutschland zu verlassen. Eine Erklärung dafür zu finden sei schwierig. Die meisten Anfeindungen kämen von Muslimen. Außerdem sei Antisemitismus immer mehr von rechts in die Mitte der Gesellschaft gerückt. Seiner Ansicht nach habe die AFD die Tabugrenze immer weiter verschoben. Seit gut einem Jahr gibt es deswegen auch eine Beratungsstelle für Opfer von Antisemitismus und Rassismus.

Kranzniederlegung am Gedenkstein Kasernenstraße © Landeshauptstadt Düsseldorf/Ingo Lammert

Kranzniederlegung am Gedenkstein Kasernenstraße © Landeshauptstadt Düsseldorf/Ingo Lammert