Stadtgärtner haben aus Anlass des Grand Départ Blumenkübel in den Farben der Tricolore bepflanzt und mit gelben Fahrrädern bestückt. © Landeshauptstadt Düsseldorf, Melanie Zanin

Bilanz: ein Jahr nach dem Grand Départ

Vor rund einem Jahr stand Düsseldorf mit dem Start der Tour de France im Fokus der Radsportfans. Was ist davon geblieben? Immerhin hatte die Stadt versprochen, Düsseldorf als Fahrradstadt weiter nach vorne bringen zu wollen. Dies scheint nicht besonders gut gelungen zu sein; zumindest, wenn man sich die politischen Reaktionen hört. Noch lange nach dem Grand Départ gab es Streit ums Geld. Die Mehrkosten lagen bei drei Millionen Euro, insgesamt hat die Stadt acht Millionen Euro ausgegeben. Dieses Investment hat sich nicht gelohnt, meint CDU-Mann Andreas Hartnigk. Die Stadt habe keinen Cent mehr in Radwege investiert. Mitarbeiter der Verwaltung, die auf Rad umsteigen wollten, würden nicht gefördert. So habe man beispielsweise keine sicheren Abstellmöglichkeiten für die Räder geschaffen. Auch die GRÜNEN kritisieren, dass es bislang noch nicht einmal ein Radrennen für Jedermann gebe.

Laut Düsseldorf Tourismus hat das Radsport-Ereignis viele Menschen aus dem Ausland zu uns gelockt. Generell war die Präsenz Düsseldorfs in den internationalen Medien sehr förderlich, heißt es. Letztes Jahr gab es fast fünf Prozent mehr Übernachtungen. Dies könne man aber nicht ausschließlich dem Grand Départ zuordnen. Wir haben auch einen Marketing-Experten gefragt. Frank Dopheide sagte uns: Der Grand Départ hat der Stadt so viel gebracht, als wenn sie 500 Millionen Euro in Werbung investiert hätte. Auch für den Tourismus sei das Radsport-Event sehr positiv gewesen. Immerhin hätten hier Gäste aus vielen verschiedenen Ländern übernachtet, so Dopheide.

Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf, Melanie Zanin