
Streit um Deich im Rheinbogen: Einwände bis 18. November
Die Stadt Düsseldorf legt neue Pläne für den Deich am Rheinbogen vor - doch Umweltverbände lehnen sie ab. Einwände sind bis 18. November möglich.
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Am Himmelgeister Rheinbogen ist weiter offen, wie der Hochwasserschutz dort künftig aussehen soll. Die Bezirksregierung hat Anfang Oktober überarbeitete Pläne des Stadtentwässerungsbetriebs Düsseldorf (SEBD) für den sogenannten Feststellungsbeschluss veröffentlicht. Umweltverbände lehnen die Pläne ab.
Unterlagen liegen aus - Einwände noch bis 18. November
Die Unterlagen sind noch bis zum 4. November online abrufbar. Betroffene können bis zum 18. November Einwendungen bei der Bezirksregierung einreichen. Ein Gericht hatte frühere Pläne der Stadt bereits gekippt - das aktuelle Verfahren ist damit der zweite Anlauf.
Stadt will Deich an alter Stelle bauen
Der SEBD hält daran fest, den Deich im Rheinbogen an derselben Stelle neu zu errichten. Als Begründung nennt die Stadt:
- das Risiko teurer Flächenankäufe
- den Schutz der dortigen Kleingärtner
- eine deutlich schnellere Umsetzung
- eine nach Einschätzung der Stadt nur marginale Auswirkung auf den Wasserstand des Rheins bei Hochwasser
Umweltverbände fordern Rückverlegung
Die Deichkonferenz Düsseldorf, ein Zusammenschluss von Umweltverbänden, Vereinen und Initiativen, kritisiert die Pläne. Sie fordert, den Deich weiter ins Landesinnere zu verlegen, damit der Rhein im Hochwasserfall mehr Platz zur Ausdehnung hat.
Der BUND zeigt sich in einer eigenen Stellungnahme enttäuscht. Vier Jahre seien seit dem vom BUND erstrittenen Gerichtsurteil zur Deichplanung im Jahr 2022 vergangen, ohne dass es aus Sicht des Verbands eine echte Nachbesserung gegeben habe. Die Kritiker werfen der Stadt vor, aus Angst vor hohen Grundstückskosten an der alten Trasse festzuhalten. Sie verweisen auf Vorteile einer Rückverlegung:
- mehr Retentionsraum und stärkere Wasserspiegelsenkung
- Entwicklung einer Auenlandschaft für Artenvielfalt und Naherholung
Ortskern Himmelgeist: Dort arbeiten die Bagger bereits
Während am Rheinbogen weiter gestritten wird, sind die Deichbauarbeiten im Ortskern von Himmelgeist bereits in vollem Gange. Der SEBD schließt dort auf rund 1,5 Kilometern eine Lücke im Hochwasserschutz. Rund 13.000 Menschen in Himmelgeist und den angrenzenden Stadtteilen sollen künftig besser vor Hochwasser geschützt werden. Die Fertigstellung ist für Ende 2028 geplant.
Entscheidung fällt in den kommenden Wochen
Ob und wie die Einwände von Bürgerinnen, Bürgern und Umweltverbänden das Verfahren am Rheinbogen beeinflussen, entscheidet sich in den kommenden Wochen.
