
Rauhnächte – Alles, was man wissen muss
Die Rauhnächte werden von vielen Menschen – auch in unserer Stadt – genutzt, um sich auf das kommende Jahr vorzubereiten, aber auch, um mit sich ins Reine zu kommen und auf das vergangene Jahr zurückzublicken. Auf dieser Themenseite geht es darum, woher der Brauch der Rauhnächte kommt, wann genau sie stattfinden und wie wir mitmachen können.
Veröffentlicht: Dienstag, 30.12.2025 10:25
Die Rauhnächte eine besinnliche Zeit zwischen den Jahren
Die Rauhnächte gelten als besondere Zeit zur Besinnung und zur Beschäftigung mit sich selbst sowie den eigenen Wünschen für das kommende Jahr.
Der Ursprung der Rauhnächte liegt in weiter Vergangenheit und hängt mit dem Wechsel vom Mond- zum Sonnenkalender zusammen. Da das Mondjahr mit 354 Tagen kürzer ist als das Sonnenjahr, entstanden zwölf sogenannte „übrige“ Nächte – die Rauhnächte. Sabrina Engelke arbeitet in unserer Stadt als Stille Botschafterin und kennt sich gut mit dem Thema Rauhnächte aus. Sie hat uns auch erklärt, was die Rauhnächte genau sind:
Die mystische Zeit zwischen den Jahren
Für die Rauhnächte gibt es zwei überlieferte Zeiträume. Einige Menschen beginnen die Rauhnächte bereits mit der Wintersonnenwende in der Nacht vom 21. auf den 22. Dezember – der längsten Nacht des Jahres. Die meisten orientieren sich jedoch an der zweiten Überlieferung: Hier starten die Rauhnächte an Heiligabend und enden in der Nacht vom 4. auf den 5. Januar.
Übrigens: Das Sprichwort „zwischen den Jahren“ stammt ebenfalls von den Rauhnächten. Früher unterschied man zwischen Sonnenjahr und Mondjahr – wie bereits erwähnt, bleiben dabei zwölf Nächte übrig, die als Zeit „zwischen den Jahren“ gefeiert werden.
Rituale, Mythen und Träume rund um und während der Rauhnächte
In der Zeit der Rauhnächte gibt es viele verschiedene Mythen und Rituale. So heißt es zum Beispiel, dass in dieser Zeit der Schleier zur geistigen Welt dünner ist als sonst. Laut unserer Rauhnächte-Expertin Sabrina Engelke liegt das daran, dass die Nächte laut Mondkalender in dieser Phase nicht existieren. Deshalb, so Engelke, seien die Gesetze der Natur außer Kraft gesetzt und der Zugang zur geistigen Welt werde leichter.
Viele Menschen nehmen in den Rauhnächten an verschiedenen Ritualen teil. Besonders typisch ist das Räuchern – daher stammt auch der Name „Rauhnächte“, denn früher wurde diese Zeit auch „Rauch-Nächte“ genannt. Darüber hinaus schreiben viele Menschen Tagebuch, führen Loslass-Rituale durch, ziehen Karten oder praktizieren das bekannte 13-Wünsche-Ritual. Sabrina Engelke betont jedoch, dass nicht das Ritual selbst im Mittelpunkt stehen sollte, sondern die bewusste Zeit für sich. Auch Träume haben in dieser Zeit eine ganz besondere Bedeutung, wie sie uns erklärt hat:
Wie können wir bei den Rauhnächten mitmachen?
Grundsätzlich können alle bei den Rauhnächten mitmachen. Dafür muss man nicht spirituell sein, sondern lediglich den Willen haben, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Rauhnächte-Expertin Sabrina Engelke hat uns außerdem erklärt, wie wir auch jetzt im Januar noch mit den Rauhnächten beginnen können:
Dinge, die man während der Rauhnächte nicht machen sollte
Einige Traditionen besagen, man dürfe in der Zeit zwischen den Jahren, also während der Rauhnächte, keine Wäsche aufhängen, da sich darin böse Geister verfangen könnten. Außerdem sollte man keine neuen Projekte starten und keine wichtigen Entscheidungen treffen.
Laut unserer Rauhnächte-Expertin Sabrina Engelke haben diese Traditionen jedoch wenig mit dem eigentlichen Sinn der Rauhnächte zu tun. Sie sagt: „Die Rauhnächte laden vielmehr dazu ein, bewusst wahrzunehmen, was sich stimmig anfühlt.“ Wir dürfen also auch jetzt unsere Wäsche waschen.

