
Mehrere Proteste gegen die AfD in der Innenstadt angekündigt
In der Düsseldorfer Innenstadt sind für heute (15. Juni 2026) mehrere Gegenproteste angekündigt. Hintergrund ist ein erneuter sogenannter „Stadtspaziergang“ der AfD Düsseldorf. Diesmal soll er durch das Japanviertel rund um die Immermannstraße führen.
Veröffentlicht: Montag, 15.06.2026 04:18
Für die Innenstadt bedeutet das vor allem: Zwischen 15 und 22 Uhr ist rund um den Martin-Luther-Platz, die Immermannstraße und weitere Bereiche der City mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Die Polizei wird vor Ort sein und will das Versammlungsrecht aller Beteiligten schützen.
Das ist der Hintergrund
Die AfD Düsseldorf hat für heute wieder einen sogenannten „Stadtspaziergang“ angekündigt. Nach ähnlichen Rundgängen durch das Bahnhofsviertel und durch Oberbilk soll es diesmal durchs Japanviertel gehen. Start des Rundgangs ist um 16.30 Uhr am Bismarck-Denkmal auf dem Martin-Luther-Platz.Nach Angaben der Partei soll dort ein „gelungenes Beispiel einer Parallelgesellschaft“ gezeigt werden. Das stößt auf Widerspruch. Mehrere Gruppen werfen der AfD vor, Communities gegeneinander auszuspielen und Vielfalt für politische Abgrenzung zu nutzen.
Polizei rechnet mit Behinderungen
Die Düsseldorfer Polizei hat für heute auch einen größeren Einsatz angekündigt. Die Polizei rechnet zwischen 15 und 22 Uhr mit stärkeren Verkehrsbehinderungen und empfiehlt, den Bereich möglichst weiträumig zu umfahren. Zugleich betont sie, dass nicht politische Inhalte geschützt würden, sondern das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit. Alle angemeldeten Versammlungen sollen dieses Recht wahrnehmen können. Blockadeaktionen können nach Angaben der Polizei strafbar sein. In solchen Fällen wollen die Einsatzkräfte konsequent einschreiten.
Die Gegenproteste im Überblick
Kundgebung an der Johanneskirche:
Eine Gegenveranstaltung ist für 16 Uhr an der Johanneskirche am Martin-Luther-Platz angekündigt. Organisiert wird sie von der Evangelischen Kirche in Düsseldorf gemeinsam mit dem Bündnis Düsseldorfer Appell. Die Kundgebung steht unter dem Motto „Demokratie, Menschenwürde und Vielfalt“.
Die Veranstalter verstehen die Aktion als Zeichen für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Vor der Kirche soll unter anderem Oberbürgermeister Stephan Keller sprechen. Außerdem sind weitere Beiträge aus Stadt und Gesellschaft geplant. Die Johanneskirche soll dabei auch als offener Ort für Begegnung, Gespräche und stilles Innehalten dienen.
Protest an der Immermannstraße:
Ebenfalls für 16 Uhr ist eine weitere Kundgebung im direkten Umfeld des AfD-Rundgangs geplant. Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes ruft unter dem Motto „Keine AfD in Little Tokyo“ zu einer Protestaktion an der Ecke Immermannstraße/Kreuzstraße auf.
„Düsseldorf stellt sich quer“:
Das Bündnis „Düsseldorf stellt sich quer“ ruft dazu auf, sich an den verschiedenen Protestaktionen zu beteiligen. Das Bündnis wirft der AfD vor, die Düsseldorfer Stadtgesellschaft erneut spalten zu wollen.
Ein weiterer Protest ist für 18 Uhr vor dem Bürgerhaus Bilk angekündigt. Auch dazu ruft „Düsseldorf stellt sich quer“ auf. Hintergrund ist ein Auftritt des Publizisten Michael Klonovsky. Das Bündnis kritisiert seine Nähe zur AfD und wendet sich auch gegen diese Abendveranstaltung.
Das ist für Düsseldorf wichtig
Die Proteste betreffen nicht nur die beteiligten Gruppen, sondern auch viele Menschen in der Stadt direkt. Wer am Montag in der Innenstadt unterwegs ist, muss mit vollen Straßen, Umleitungen und Verzögerungen rechnen. Besonders rund um den Martin-Luther-Platz, die Johanneskirche und die Immermannstraße kann es voller werden.