Wehrhahnlinien-Quickies
Eintrag vom Mittwoch, 20. Februar 2008
Der Bau der Wehrhahnlinie wirft viele Fragen auf. Von Lärmbelästigung über Verkehrbehinderungen bis zu Baudaten - gestützt auf Angaben der Stadt haben wir die wichtigsten Informationen in Kürze zusammengefasst.
Warum die Wehrhahnlinie gebaut wird
Die Bahnen kommen entlang der Wehrhahnlinie pünktlicher, da sie nicht länger durch falsch geparkte Autos oder sonstige Probleme im Straßenverkehr aufgehalten werden. Damit einher geht mehr Raum für den Straßenverkehr. Ein weiteres Plus ist das zusammenwachsende Streckennetz. Die U73 wird zum Beispiel den S-Bahnhof Gerresheim mit Benrath verbinden. Außerdem sind häufiger eingesetzte Bahnen geplant. Diese werden als sogenannte Niederflurbahnen behindertengerecht sein.
Gegenstimmen zur Wehrhahnlinie
Verkehrbehinderungen werden im Zuge der Bauarbeiten unumgänglich sein. Auch zu Lärmbelästigungen wird es trotz des “Düsseldorfer Deckels” kommen. Denn vor dem Einsatz der Decktechnik muss zunächst an der Oberfläche gearbeitet werden. Das Ende der Bauarbeiten ist erst 2014 in Sicht. Dann soll die Wehrbahnlinie fertiggestellt sein.
Die Strecken der neuen Linien
- U71: Gerresheimer Krankenhaus - S-Bahnhof Wehrhahn - Heinrich-Heine-Allee - S-Bahnhof Bilk - Uni-Ost
- U72: Ratingen - S-Bahnhof Wehrhahn - Heinrich-Heine-Allee - S-Bahnhof Bilk - Volmerswerth
- U73: S-Bahnhof Gerresheim - S-Bahnhof Wehrhahn - Heinrich-Heine-Allee - S-Bahnhof Bilk - Benrath
Das 650-Millionen-Schnäppchen
Die unterirdische Trasse in Länge von 3,4 Kilometern wird voraussichtlich 650,5 Millionen Euro kosten. Planungskosten und Grunderwerb sind inbegriffen. Dabei betont die Stadt, dass sie sich mit dem so genannten “Schildvortrieb” für eine vergleichsweise preiswerte Tunnelbautechnik entschieden hat.
50-Meter-Bohrer frisst 10 Meter pro Tag
Der Schildvortrieb steht für die Technik des eingesetzten Bohrers. Dieser misst eine Länge von über 50 Metern. Als Schild wird das Schneiderad bezeichnet. Es verfügt über einen Durchmesser von neun Metern. An einem Tag frisst sich die Tunnelbohrmaschine durchschnittlich 10 Meter weit durch das Düsseldorfer Untergrundgestein.
Düsseldorfer Deckel
Bei der Deckelbauweise, die zum Einsatz kommt, werden Fahrbahn und Gehwege weniger belastet als bei anderen Bautechniken. Die Oberfläche wird dadurch geschont, dass die Bagger die Fahrbahn nur in eine Fahrtrichtung ausschachten. Indes kann der Verkehr auch in die entgegengesetzte Fahrtrichtung weitergehen. Die entstehenden Baugruben werden bis zu 35 Meter Tiefe messen. Ist eine Grube tief genug, wird sie mit dem Düsseldorfer Deckel verschlossen, der in Düsseldorf entwickelt wurde. Somit können die Bauarbeiten unter Tage weitergeführt werden, was den nach außen getragenen Lärm dämpft. Auf dem Betondeckel kann derweil der Verkehr weiter fließen.
Siebenhunderter haben ausgedient
Auf der neuen Trasse werden die neuen Linien U71, U72 und U73 fahren. Sie ersetzen die Straßenbahnen 703, 712 und 713. Die U71 übernimmt dabei die Route der 713. Außerdem soll die U71 das Unigelände besser mit dem Stadtbahnnetz verbinden.
Wehrhahnlinie in Zahlen
Die Trassenlänge beträgt 3,4 Kilometer, über die werktags geschätzte 53.000 Menschen befördert werden sollen. 2014 sind die Bauarbeiten voraussichtlich abgeschlossen. Die Kosten von etwa 650,5 Millionen tragen Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen und der Bund.
Geplante Termine für den Baubeginn
- Heinrich-Heine-Allee: Ende Januar 2008
- Schadowstraße: 6. Mai 2008
- Jacobistraße/Pempelforter Straße: 28. Februar 2008
- Rampe Wehrhahn: April 2009
- Benrather Straße: 11. Februar 2008
- Graf-Adolf-Platz: 25. Februar 2008
- Kirchplatz: 3. März 2008
- Startschacht Bilk: Juli 2008
- Rampe Bilk: Juni 2010
- Tunnelarbeiten (Schildfahrt): Ende 2009 bis Mitte 2011
Informationszentrum zunächst am Corneliusplatz
Das Informationszentrum der Wehrhahnlinie findet sich zunächst provisorisch am Corneliusplatz. Die dazugehörige Info-Hotline ist erreichbar unter +49 (0) 211 899 9966, und zwar montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr. Die Stadt Düsseldorf bietet außerdem Informationen für die Anlieger sowie Kontaktdaten der Anliegerbeauftragten auf ihrer Homepage.
Bisherige Kommentare
Kommentar von Henning Schwarz
Ihr habt geschrieben, dass die Uni besser an das Stadtbahnnetz angebunden wird. Was heißt das genau? Gibt es dann eine direkte Verbindung in die Altstadt?
21. Februar 2008, 15.37 Uhr
Kommentar von Karl Bold
U 71: Gerresheimer Krankenhaus - Wehrhahn S-Bahnhof - Heinrich-Heine-Allee - Bilk S-Bahnhof - Uni-Ost
22. Februar 2008, 17.16 Uhr
Kommentar von Christian Kapteina
Zum Thema Linien : Schön ist es, dass immer für die Linie U71-U73 geworben wird, was allerdings aus den anderen Linien wird, die nicht durch die Wehrhahnlinie fahren, aber von den neuen Linienführungen betroffen sind, das wird nicht genannt. Die Linie 701 zum Beispiel wird wahrscheinlich nicht wie bisher bis nach Benrath verkehren wenn diesen Ast die U73 übernimmt. Direktverbindungen zur Altstadt fallen auch weg (Linien 706 und 715). Wie schauts mit der 707 aus? Bleibt die bis zur Uni Ost wenn die U71 kommt? Fährt sie weiter den Bogen über den Bilker Bahnhof?
Dies sind (zumindest nach außen hin) noch ungeklärte Sachverhalte.
20. März 2008, 11.50 Uhr
Kommentar schreiben
Hinweise/Infos
Daniel Fiene hat diesen Eintrag am 20. Februar 2008 um 17.09 Uhr geschrieben. Sie können zu diesem Eintrag einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback auf Ihrer eigenen Homepage setzen. Beim Hinterlassen eines Kommentars wird Ihre E-Mail-Adresse im Blog nicht angezeigt. Sie dient ausschließlich der Antenne Düsseldorf Redaktion für mögliche Rückfragen. Kommentare und Trackbacks können Sie außerdem über einen eigenen Feed abonnieren.

