Australien - mal anders

Eintrag vom Montag, 1. März 2010

Wenn man in Deutschland eine Umfrage zum Thema: “Welche Bilder verbinden Sie mit Australien?” starten würde, kämen höchstwahrscheinlich viele Fotos der Oper in Sydney, von Känguruhs, dem Ayers Rock und unendlich langen Straßen durch das Outback zusammen. Wenn ich an der Umfrage teilnehmen würde, könnte ich auf meine erste Woche Sydney zurückgreifen und würde viele viele Bananen mit reinpacken.

Mein Job hat begonnen und ich arbeite jetzt 9 Stunden täglich auf einer Bananenfarm. Die Bäume, aus denen die gelben krummen Früchte mal hervorgehn sollen, werden in riesigen Plantagen gepflanzt, dann nach gut 2-3 Wochen wird pro Baum eine große Staude mit noch grünen Bananen abgeschnitten, auf einen Anhänger verladen, der Baum wird halb abgehackt, damit dann wieder Neue wachsen können. Vom Anhänger geht es in eine große Fabrik, wo dann die Fließbandarbeit startet - tausende Bananen werden erst gewaschen, dann werden die, die schon Macken haben, aussortiert, dann noch mal gewaschen, dann in Kisten verpackt und ab in große Kühl-LKW fertig fürs Geschäft. Nach 2-3 Tagen sind die Grünen dann auch Gelb und landen in ganz Australien in der Obsttheke. Hier rund um Tully gibt es bestimmt 20 Bananen-Farmen. Ich bin auf einer der größten gelandet, bei Mackay. 3 Reisebusse voll mit Arbeitern werden jeden Morgen vom Dorfzentrum raus zur Fabrik gebracht. Mein Job ist draußen auf dem Feld - Schleppen, auf dem Anhänger sortieren, Trecker fahren.

Zum Glück bin ich draußen, das ist zwar körperlich sehr anstrengend, weil die Stauden im Schnitt 60 Kilo wiegen, aber in der Fabrik ist es nur eintönig. Am Freitag habe ich dort eine Schicht Bananen sortiert - hoffentlich so schnell nicht wieder. Meine Crew besteht aus 8 Leuten - 2 Asiaten und sonst nur Australier. Da bin ich sehr froh drum, denn hier im Hostel sind nur Europäer, aber wenn man schon mal in Australien ist, will man ja auch mal den ein oder anderen Australier kennenlernen!

Highlights der Abeitswoche sind an sehr heißen Tagen das Bad im Fluss zur Abkühlung (das gibt’s nur in den Crews, wo nette Chefs arbeiten, so wie bei mir) und das freitägliche Barbecue. Da wird ein großer Grill aufgestellt und für alle Mitarbeiter gibt’s Würstchen und Steaks in der Mittagspause. Das wird jetzt wahrscheinlich für 3 Monate mein Tagesablauf sein, Schleppen, Ordnen, Treckerfahren, früh schlafen gehen, denn um 5 geht’s raus aus den Federn. Dann hoffe ich, genug Geld zusammenzuhaben, um mir ein Auto zu kaufen und das andere Australien kennenzulernen. Jetzt grade heissts erstmal:

Australien - mal anders.

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Rob hat diesen Eintrag am 1. März 2010 um 12.54 Uhr geschrieben. Sie können zu diesem Eintrag einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback auf Ihrer eigenen Homepage setzen. Beim Hinterlassen eines Kommentars wird Ihre E-Mail-Adresse im Blog nicht angezeigt. Sie dient ausschließlich der Antenne Düsseldorf Redaktion für mögliche Rückfragen. Kommentare und Trackbacks können Sie außerdem über einen eigenen Feed abonnieren.