Triathlon in Peking
Eintrag vom Mittwoch, 20. August 2008
Weit draussen bei den Ming-Gräbern, etwa anderthalb Stunden aus der Stadt, liegt ein wunderbarer Ausflugssee im Grünen, umrahmt von Bergen und mit einer kleinen Insel mit Pagode, sehr romantisch. Und genau hier findet der Triathlon statt. Die Mädels legen bei guten Wetterverhältnissen vor, die Favoritinnen aus Australien und Portugal setzen sich durch. Und dann sind die Jungs dran: 30 Grad, sehr hohe Luftfeuchtigkeit und ein giftiger Anstieg pro Runde macht die Sache zur Herausforderung auf höchstem Niveau.
Etwa 35 Jungs steigen vom Rad, gehen auf die 10 Kilometer lange Laufstrecke und legen ein schnelles Tempo vor. Und unsere Jungs halten mit. Auf dem 400 Meter langen Zielspurt kämpft sich Jan Frodeno, genannt Frodo, an allen vorbei und wird völlig ueberraschend Olympiasieger. Triathlon ist unser Sport. Deshalb sind wir völlig aus dem Haeuschen, feiern lange, haben Tränen in den Augen bei der Siegerehrung.
Wir treffen den Präsidenten der deutschen Triathlon-Union. Er nimmt uns in seinem Dienstwagen mit, wir nutzen die Olympia-Fahrbahn aus und rasen in die Stadt. Später, am deutschen Haus, treffen wir Frodo und seine zwei Mitstreiter, reden ausgiebig, machen Fotos, fassen eine Goldmedaille an. Am Abend dann sind wir im Studio der ARD bei Waldi und
Harry, und als Ehrengast … genau: Frodo war auch da, erzählt ein bisschen aus seinem Leben. Was für ein Tag.
So ein Tag war auch nötig, um unsere Stimmung zu heben. Eine Französin aus unserer Jugendherberge wurde nämlich bei dem Versuch, eine Eintrittskarte zu tauschen, verhaftet. Sie wurde 24 Stunden in Haft genommen, bekam nichts zu Essen und zu Trinken, und anschließend des Landes verwiesen. Ohne Anhörung, ohne alles. Das französische Konsulat konnte wohl auch nichts ausrichten, wir waren alle traurig.
Das sind die Fakten, jetzt kommen die Gerüchte: Man sagt, die Polizei hätte Fotos von Ausländern gemacht, die Tickets verkauften. Wiederholungtäter seien dann verhaftet worden, man sagt, über 30 Personen. Dass alles lässt uns ein wenig an der chinesischen Gastfreundschaft zweifeln. Ein Strafgeld hätte ja auch genügt. Einige verdienen mit dem Ticketverkauf Geld, gut. Aber andere wollen tatsächlich nur Tickets tauschen, was ja wohl nicht kriminell sein kann. Wir haben auch noch zwei Karten übrig. Die werden wir jetzt wohl hier im Hause verkaufen. But the games must go on.
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Mike Blum hat diesen Eintrag am 20. August 2008 um 22.03 Uhr geschrieben. Sie können zu diesem Eintrag einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback auf Ihrer eigenen Homepage setzen. Beim Hinterlassen eines Kommentars wird Ihre E-Mail-Adresse im Blog nicht angezeigt. Sie dient ausschließlich der Antenne Düsseldorf Redaktion für mögliche Rückfragen. Kommentare und Trackbacks können Sie außerdem über einen eigenen Feed abonnieren.

