Ollis Fortuna-Blog
Der etwas andere Fußball-Kommentar
Unser Fortuna-Reporter Olli Bendt kommentiert für Sie die Fortuna-Saison! Allerdings nicht nur akustisch im Radio, sondern schriftlich hier im Blog. Lesen Sie, was er außerhalb des Spielfelds zu sagen hat. Seien Sie dabei: Kommentieren Sie auch, was das Zeug hält!
Charaktertest
Dieses Spiel musste man erst mal sacken lassen. Und auch mit 2 Tagen Abstand kann man dem Auftritt der Fortuna bei Eintracht Frankfurt nichts Positives abgewinnen. Allen, die jetzt sagen “Aber in der zweiten HĂ€lfte war es doch besser und nach dem 1:2 hatten wir Chancen auf einen Punkt” sei gesagt: Fortuna kam nur besser ins Spiel, weil Frankfurt 2 GĂ€nge zurĂŒckgeschaltet hat. Nach dem 1:2 legte die Eintracht den Schalter sofort wieder um, verlagerte das Spiel in die HĂ€lfte der Fortuna und schoss folgerichtig auch das 3:1. Das war das bisher schlechteste Spiel der Fortuna in der RĂŒckrunde. Mit Abstand. Ich habe bei den meisten Einsatz, Kampfgeist und Willen vermisst. Und das ist fĂŒr ein Team, das 3 Spieltage vor Schluss im tiefsten Abstiegskampf steckt, erschreckend.
Und trotzdem kann es die Mannschaft immer noch aus eigener Kraft schaffen. Die anderen Team haben zugelassen, dass die Fortuna am Samstag mit einem Heimsieg eine Vorentscheidung erreichen kann. FĂŒr dieses GlĂŒck mĂŒssten sich die Spieler eigentlich jeden Tag kneifen.
FĂŒr mich ist dieses Spiel ein Charaktertest. NatĂŒrlich kann man auch zu Hause gegen NĂŒrnberg verlieren. Aber ich will eine Mannschaft sehen, die um jeden Zentimeter kĂ€mpft, die sich die Lunge aus dem Leib rennt, der man ansieht, dass sie in der Liga bleiben will. Anschauungsunterricht kann sich das Team bei den ersten 20 Minuten der Augsburger in Freiburg holen. Wenn sich das Team am Samstag zerreiĂt, dann ist die DĂŒsseldorfer Fanszene feinfĂŒhlig genug, um das anzuerkennen. Wenn allerdings nicht, dann wird es vermutlich das erste richtige Gewitter in der Amtsszeit von Trainer Norbert Meier geben.
Ich hoffe darauf, dass die Mannschaft wieder den Charakter der Vorrunde zeigt. Spielt fĂŒr DĂŒsseldorf, spielt fĂŒr die Fans, die auch in der vierten Liga am Start waren oder wenn das alles nicht hilft, dann spielt fĂŒr euch. Mit einem einzigen Spiel könnt ihr die Arbeit eines Jahres zerstören oder aber die ganze Saison retten. Â
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Olli BendtÂ
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6. Mai 2013,
Jens Langeneke
Eigentlich wollte ich ja den nÀchsten Blogeintrag erst wieder verfassen, wenn die Fortuna ein positives Ergebnis eingefahren hat. Nach den Weinerschen Feldhandball-Festspielen und nur noch drei Spieltage vor Schluss wollte ich aber mal ein Thema ansprechen, dass mir auf der Seele liegt. Warum spielt Jens Langeneke nicht?
Sicher, Stelios Malezas und Martin Latka machen keinen schlechten Job, und rein aus sportlichen GrĂŒnden mĂŒsste man auf dieser Position auch nicht wechseln. Aber in der jetzigen Phase der Saison und in der Verfassung, in der sich die Mannschaft nach neun sieglosen Spielen und etlichen teilweise grotesken Gegentoren befinden dĂŒrfte, kommt es auch nicht mehr nur darauf an. Ich wĂŒrde jetzt gerne einen Mann auf dem Feld sehen, der den Mitspielern auf dem Feld mal die Spur stellen kann und dem man in jeder Sekunde ansehen kann, wie sehr ihn Niederlagen ankotzen. Der ein Team mitreiĂen und fĂŒhren kann. Und der nicht nach dem Spiel zum Gegner rennt, um sich ein Trikot zu sichern. Einen wie Jens Langeneke eben.
Seine Verletzung ist ausgeheilt, und das TaubheitsgefĂŒhl im Arm kann nicht so behindernd sein. Ansonsten brĂ€uchte man ihn ja auch nicht auf die Bank zu setzen. Ich halte es fĂŒr einen Fehler, im Abstiegskampf nicht auf den langjĂ€hrigen Abwehrchef zu setzen. Der im Ăbrigen aus meiner Sicht der Grund dafĂŒr war, dass Anderson und Lukimya hier so aufblĂŒhen konnten.
Langeneke muss ins Team, die Mannschaft kann davon nur profitieren. Und darĂŒber hinaus sollte der Verein auch dringend den Vertrag mit ihm verlĂ€ngern. Alter schĂŒtzt vor Leistung nicht, und dass Langeneke die Fortuna im Herzen trĂ€gt, hat er schon oft genug bewiesen.
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Olli BendtÂ
29. April 2013,
Ein Videobeitrag zum DFL-Strategiepapier “Sicheres Stadionerlebnis”
23. Oktober 2012,
Worauf es wirklich ankommt…
Ist es nicht herrlich? In vier Tagen spielt die Fortuna das erste Spiel in der 1. FuĂball-Bundesliga seit dem 31.5.1997 (1:1 gegen den HSV). Okay, das Spiel in Augsburg wird sich jetzt noch nicht wirklich nach erster Liga anfĂŒhlen, aber schon eine Woche spĂ€ter kommt mit Mönchengladbach ein Gegner in die Esprit-Arena, gegen den wir in den letzten 15 Jahren höchstens bei Vorbereitungsturnieren antreten durften. Gefolgt von Bayern, Dortmund, Schalke und wie sie alle heiĂen.Â
Und genau deshalb sollten einen Fortunen so Typen, wie die die ich in London in der U-Bahn getroffen habe, völlig egal sein. WĂ€hrend der Olympischen Spiele kam ich mit einer Gruppe ins GesprĂ€ch, irgendwann waren wir beim Thema FuĂball. Als sie mitbekamen, dass ich es mit der Fortuna halte, wollten sie mich nur noch provozieren: âSchande fĂŒr deutschen FuĂballâ, âDrecksverein steigt direkt wieder abâ waren die SĂ€tze, die mir an den Kopf geworfen wurden. Ich habe nur gelĂ€chelt und mir gesagt: âAch so sehen Boulevard-Leser aus? Interessant, aber warum tragen die alle Socken in ihren SandalenâŠâÂ
Dieser Hass und vor allem dieser Neid werden uns in der kommenden Saison hĂ€ufiger entgegenschlagen. Aber ist das nicht tausendmal besser als das Mitleid der Jahre zwischen 1998 und 2006?Â
Einen echten Fortunen kann doch sowieso nichts schocken. Wir haben in Freialdenhoven gespielt und nicht gewonnen. Wir haben in DĂŒren 1:4 verloren. Wie will man also einem Fortuna-Fan in dieser Saison verbal verletzen?Â
Aus meiner Sicht ist das unmöglich.Â
Ich hoffe, die DĂŒsseldorfer Fanszene bekommt es hin und wird wie eine Mauer hinter der Mannschaft stehen. Es gibt viele neue Fans und darunter sind auch mit Sicherheit so genannte âEventiesâ. Da könnte es natĂŒrlich passieren, dass diese Leute mit den Gepflogenheiten in unserem Stadion noch nicht vertraut sind und es mal Pfiffe gibt. Dann werden die alten Fans gefragt sein, diese Pfiffe mit Anfeuerung zu ĂŒbertönen. Das ist mein persönlicher Wunsch fĂŒr die kommende Saison.Â
Denn eine Truppe mit Andreas Lambertz und Axel Bellinghausen als Identifikationsfiguren plus Spielern wie Jens Langeneke, Adam Bodzek, Olli Fink und Jojo van den Bergh, um nur einige zu nennen, verdient die volle UnterstĂŒtzung. Sie wird es mit bedingungslosem Einsatz und Kampf bis zum Schluss zurĂŒckzahlen. Da bin ich mir sicher!Â
21. August 2012,
Giefer, Garbuschewski und Bodzek im Antenne-Interview
Das Team der Fortuna DĂŒsseldorf befindet sich derzeit im Trainingslager in Maria Alm in Ăsterreich. Dort werden die Jungs von Trainer Norbert Meier fit gemacht fĂŒr die erste Liga. Mit dabei sind die 15 NeuzugĂ€nge, darunter auch der HoffnungstrĂ€ger fĂŒr das Tor, Fabian Giefer. Seine Entscheidung, sich trotz eines Angebots vom FC Bayern MĂŒnchen fĂŒr DĂŒsseldorf entschieden zu haben, bereut er nicht.
Das Interview mit HoffnugnstrÀger und Neuzugang Fabian Giefer
Trainer Meier hat mit der Mannschaft viel mit dem Ball gearbeitet, damit sich das Team schnell findet. AuĂer Ronny Garbuschewski, Neuzugang von Chemnitz, denn der hatte sich kurz vor dem Trainingslager einen Muskelfaserriss zugezogen - und konnte seinen Kollegen gröĂtenteils nur zuschauen.
Das Interview mit Ronny Garbuschewski
Die Mannschaft der Fortuna wird von den Fans liebevoll “WundertĂŒte” genannt. Bei so vielen NeuzugĂ€nge ist es schwer, abzuschĂ€tzen, wo das Team am Ende landen wird. Mittelfeldspieler Adam Bodzek spielt schon seit 2011 fĂŒr das Team - wir haben ihn um seine EinschĂ€tzung gebeten.
Das Interview mit Mittelfeldspieler Adam Bodzek
16. Juli 2012,
Wir sind DĂŒsseldorfer Jungs!
Es geht wieder los. Nach achteinhalb Stunden Fahrt mit Zwischenstopp in MĂŒnchen bin ich am Donnerstag hier im beschaulichen Maria Alm angekommen. Um zu schauen, wie sich die Fortuna auf das groĂe Abenteuer erste Liga vorbereitet. Der Auftakt war schon mal perfekt, denn als wir gerade das Ortsschild von Maria Alm passiert hatten, spielte die Zufallswiedergabe im Auto meines Kumpels “Wir sind DĂŒsseldorfer Jungs” von den Mimmis. Kann eigentlich nichts mehr schief gehen, denn es hĂ€tte auch “Lang Lang” mit irgendwas von Tschaikowsky werden können. Komischer Musikgeschmack ĂŒbrigens…
Der erste Eindruck vom Team ist sehr gut. Die neuen Spieler ziehen alle voll mit, und man merkt schon jetzt, dass der Konkurrenzkampf im Kader gröĂer geworden ist. Trotzdem scheint die Teamchemie zu stimmen. Das konnte man aus den ersten GesprĂ€chen raushören.
Morgen steht das erste Testspiel des Trainingslagers an. Gegner ist Anschi Machatschkala. Muss man sich wahrscheinlich sogar merken, denn das ist ein weiteres Spielzeug eines russischen MilliardĂ€rs. Derzeit spielt dort Samuel Eto`o, der ehemalige TopstĂŒrmer von Inter Mailand. Man munkelt, dass er dort 15 Millionen pro Jahr bekommt. So hoch ist ĂŒbrigens der Jahresetat der Fortuna.
Nicht nur deshalb wird es wohl eine deutliche Niederlage fĂŒr die Fortuna geben. Vor allem wohl deshalb, weil die Mannschaft konditionell viel gearbeitet hat, wĂ€hrend die russische Liga schon bald wieder startet. Die Unaussprechlichen werden also deutlich fitter sein. Aber Testspielergebnisse sind ja sowieso völlig unwichtig.
Ich freue mich darauf, die zweite HĂ€lfte der Partie zusammen mit Fortuna-Manager Wolf Werner kommentieren zu dĂŒrfen. Das dĂŒrfte Ă€uĂerst interessant werden. Den Link dazu gibt es morgen auf der Facebookseite von Fortuna DĂŒsseldorf oder von mir.
Olli Bendt
13. Juli 2012,
Normal ist langweilig!
Das Spiel gegen Union Berlin war in der ersten HĂ€lfte ein einziges Knallbonbon. Ich habe selten erlebt, dass beide Teams so dermaĂen offensiv zu Werke gehen und dabei gleichzeitig die Abwehrarbeit so vernachlĂ€ssigen. Geschuldet war das der Umstellung von Trainer Norbert Meier, der mit einer Dreierkette in der Abwehr spielen lieĂ und damit volles Risiko ging. Die Fortuna schaffte so zwar ein Ăbergewicht im Mittelfeld und hatte selbst massig gute Torchancen. Aber auch die Berliner hĂ€tten drei bis vier Tore erzielen können, so löchrig war die Fortuna-Abwehr. Trotzdem fand ich die Entscheidung von Trainer Meier richtig, dieses Risiko einzugehen. Nach den letzten Spielen musste er einfach etwas probieren und der Erfolg hat ihm Recht gegeben. Den Zuschauern wurde so ein Spektakel geboten und auch fĂŒr mich war es ein Fest, dieses Spiel zu kommentieren.
Jetzt geht es aber nach FĂŒrth und ich bin mir sicher, dass diese Taktik dort nicht gewĂ€hlt werden wird. Bei dieser spielstarken Mannschaft wĂ€re das wohl nicht so ratsam. Die Frage ist, ob die Fortuna in FĂŒrth auf Sieg spielen wird. Ich vermute anfangs ja, aber je nach Spielverlauf in den anderen Partien könnte ja auch ein Unentschieden ausreichen, um Platz 3 zu festigen und ihn am letzten Spieltag im Heimspiel gegen Duisburg zu sichern. Die Ohren werden mit Sicherheit auch in Paderborn und Dresden sein.
Auf jeden Fall haben wir jetzt dank des Sieges gegen Union Berlin zwei weitere Nervenspiele vor uns. Vielleicht werden es sogar vier. Und mal ganz ehrlich: Als Fortuna Fan ist man das doch gewohnt und braucht es doch auch irgendwie. Dieser Verein kann einfach nicht ganz normal aufsteigen. Gut so, denn normal ist doch langweilig.
Olli Bendt
24. April 2012,
