Marité Schulte-Trux

Marité aus Tralien

Ein Jahr lang down under

2007 ist einer der größten Wünsche für Antenne Düsseldorf Reporterin Marité Schulte-Trux in Erfüllung gegangen: Sie betrat australischen Boden. Ein halbes Jahr Radio, ein halbes Jahr Reisen. Über die Zeit in Australien und Neuseeland hat Marité für uns gebloggt.

Maggie, die Große

Darf ich vorstellen: Maggie, die Große! Maggie ist unser neuer Zuwachs und ganzer Stolz im Haibecken von Ocean Park. Sie misst ganze drei Meter und bringt 250 Kilo auf die Waage. Respekt und Ehrfurcht - das sind die Gefühle, die bei ihrem Anblick aufkommen. Haie in Aquarien zu beobachten, ist eine Sache, aber live beim Fang eines Tigerhais dabei zu sein, ist eindeutig ein unvergessliches Erlebnis!

Nach nur rund einer Stunde auf unserem kleinen Fischerboot brach Hektik aus. Plötzlich musste alles ganz schnell gehen: Die Boje, an der eine schmackhafte Makrele befestigt war, spielte verrückt. Mit einem Blick wussten meine beiden Kollegen: Das ist ein riesiger Tigerhai! Schnell wurde das 40 Meter lange Seil näher ans Boot gezogen, der Anker gelichtet, das Boot langsam in Richtung Ufer gesteuert und der Hai ins seichte Wasser der Bucht gezogen.

Erst, als wir vor dem Tier standen, es befreiten und ins Haibecken befördern wollten, sahen wir, was uns für ein riesiges und wunderschönes Tier “ins Netz” gegangen war. Außer dem relativ großen Haken waren weder ein Netz noch Betäubungsmittel im Spiel gewesen! Es verlangte fünf Leute und all unsere Kraft, um den Hai vom Ufer erst einmal auf einer Bahre auf eine Sanddüne hinaufzuschleppen und dann ins Haibecken zu befördern. Wir hechelten die Düne hinauf. Es war heiß, und der Hai musste auf schnellstem Wege ins Wasser.

Besucher klatschten, und wir atmeten erleichtert auf, als sich das neue Ocean-Park-Mitglied zunächst leicht desorientiert, aber dennoch wohlauf im Becken befand. Sie ist bei weitem der größte Hai und wird wohl in den nächsten Monaten bis zu ihrer erneuten Freilassung unsere Hauptattraktion sein.

Es dauerte nicht lange, bis ich den perfekten Namen für sie fand: Nach all der Anstregung belohnten wir uns mit einem Magnum-Eis. Dank meiner verbleibenden Lateinkenntnisse leitete ich von “Magnus, der Große” den Namen “Maggie, die Große” ab.

20. Oktober 2007, Marité Schulte-Trux

Besuch im Haifischbecken

Haie, Stachelrochen, Seeschlangen, Schildkröten und viele andere bunte Meerestiere waren es, die mich vor vielen Jahren fast dazu bewogen haben, Meeresbiologie zu studieren. Nun habe ich für eine Woche in Ocean Park, einem Marinetierpark in Shark Bay, die Möglichkeit, Meeresbiologen über die Schulter zu schauen und selbst anzupacken. Während interessanter und lehrreicher Führungen erfahren die Besucher mehr über all die in der Shark Bay vorkommenden Meeresbewohner.

Die Hauptattraktion sind eindeutig die Haie, unter anderem ein Tigerhai, aber auch die giftigen Seeschlangen und Stachelrochen gehören dazu. Ständig fahren die Mitarbeiter aufs Meer hinaus, um neue Meerestiere einzufangen oder sie nach einigen Monaten Gefangenschaft wieder zu befreien. So soll es auch in Bälde dem drei Meter langen Tigerhai ergehen. Nach fünf Monaten im grossen Haibecken soll er durch einen neuen ersetzt werden. Zu dritt werden wir hinausfahren - ich bin mehr als gespannt und aufgeregt, dabei sein zu dürfen!

Man muss allerdings nicht weit aufs Meer hinausfahren, um eine Vielfalt an Fischen und Haien vorzufinden. Selbst vom Ufer aus kann man im seichten Wasser in 15 Meter Entfernung die grossen, dunklen Umrisse von Haien erkennen. In den kommenden Sommermonaten wird es hier nur von Haien wimmeln. Daher kommt auch der Name “Shark Bay” (Haibucht).

Und wie kann ich mich als Wwoofer in Ocean Park einbringen? Ganz einfach: Aquarien und Becken von außen und innen säubern, die Tiere füttern, bei Reparaturarbeiten und auch im Café behilflich sein. Angeblich soll auch bald wieder das Haibecken gesäubert werden. Das heißt, ein paar Taucher werden sich unter die Zitronen-, Riff- und Tigerhaie mischen müssen. Würde ja liebend gerne mit von der Partie sein … mal sehen ob ich nächste Woche über ein neues Abenteuer berichten kann!

13. Oktober 2007, Marité Schulte-Trux

Ich brauche Schlaf, Schlaf, Schlaf!

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Ich bin fix und fertig. Ich werde noch zum Experten in Langstreckenfahrten! Innerhalb von sechs Tagen bin ich nun zweimal 20 bzw. 26 Stunden im Greyhound-Bus zuerst nach Broome und jetzt nach Exmouth gefahren. Ich habe eine kleine Odyssee hinter mir, und nun sehne ich mich nur noch nach Schlaf. Warum?

6. Oktober 2007, Marité Schulte-Trux

Besuch im Kakadu-Nationalpark

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Unzählige Mückenstiche, riesiger Muskelkater und Sonnenbrand - aber auch viele neue Erkenntnisse und tolle Erinnerungsbilder … das ist die Bilanz meiner Wildnistour in den Nationalpark, von dem ganz Australien spricht: dem Kakadu-Nationalpark. Er ist der größte des Landes, seine Fläche entspricht der Belgiens, und er ist die Hauptattraktion im Norden.

28. September 2007, Marité Schulte-Trux

Subwwoofer down under

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Schade, dass die dreimal wöchentlich versendete Blumenladung (botanischer Name lautet Haleconia) nur national per Luftfracht ausgeliefert wird. Ansonsten hätte ich jeden deutschen Blumenliebhaber beim Kauf dieser tropischen Schönheiten mit erhobenem Zeigefinger geraten, jede einzelne von ihnen sehr zu schätzen! Denn das Pflücken, Pflegen und Verpacken der Blumen bei rund 70% Luftfeuchtigkeit ab 9 Uhr morgens ist eine schweißtreibende Arbeit.

23. September 2007, Marité Schulte-Trux

Arbeit auf dem Rifle Creek

Genau das hatte ich mir für mein Australien-Jahr gewünscht: Abenteuer, Herausforderungen, Begegnungen mit dem Unbekannten, Kontakt mit einheimischer Flora und Fauna und Menschen, die mir ihr Land näherbringen. Hier auf dem Naturreservat “Rifle Creek” eines jungen Ökologen, habe ich eine Mischung aus all dem gefunden. Allein schon die Ankunft war höchst spannend: Kaum hatte ich das Haus betreten, das von Regenwald und Buschland umgegen ist, machte das unruhige Verhalten des Hundes uns stutzig.

Eine als Taipan (giftigste Schlange Australiens) verwechselte Baumschlange wurde aus Sicherheitsgründen mit einer Machete sofort erschlagen. Eine derart weitere Begegnung ist mir aber seit meiner Ankunft erspart worden …

Dafür lerne ich während meiner zweiten Wwoofing-Woche dank zweier sehr netter und hart arbeitender Australier, wie ein termiten- und feuerresisitentes Haus aus Stahl gebaut wird. Von morgens bis abends mischen wir zu dritt Zement, schleppen, bohren, klettern und suchen mittags Schutz vor der glühenden Sonne.

Unglaublich, wie viel ich bereits über den Bau gelernt habe und mich selbst einbringen durfte. Zudem erfahre ich jeden Tag mehr über die hier verwendete Solarenergie. Schön, dass ich mich für all die Lehrstunden abends mit einem wohlverdientem Abendessen revanchieren darf!

Der Plan des Grundstückbesitzers: zuerst auf seinem Naturreservat (hatte es versehentlich letzte Woche noch als Öko-Bauenhof bezeichnet) mehrere Bungalows und Häuser zu bauen. Danach Öko-Tourismus auf seinem Grund zu betreiben und seinen Gästen das Leben zwischen Regenwald und Buschland näherzubringen. Hoffentlich wird diesen der Aufenthalt inmitten von Pflanzen und Tieren so sehr gefallen wie mir!

15. September 2007, Marité Schulte-Trux

Campingleben beendet

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Cairns. Wir haben es geschafft! Mehr als 5.000 Kilometer in 22 Tagen haben wir zurückgelegt - eindeutig mehr, als wir ursprünglich vorgesehen hatten. Neben einigen weniger attraktiven Orten, an denen wir dank unseres Mobile Home vorbeirauschen konnten, haben uns die Fahrt entlang der Ostküste und das Hinterland immer wieder begeistert.

30. August 2007, Marité Schulte-Trux

Whitsunday-Tour auf der Pacific Star

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Man nehme Seetauglichkeit, Schnorchel- und Tauchbegeisterung und die Fähigkeit, auf einem engen, sehr schaukeligen, 18 Meter langen Katamaran mit 24 anderen Menschen drei Tage verbringen zu können - und schon kann man sich auf eine herrliche Whitsunday-Tour auf der “Pacific Star” freuen. Es gibt für mich kaum etwas Schöneres, als um 6 Uhr morgens in meiner Kajüte zu liegen und vom Gesang der Wale geweckt zu werden, an Deck zu gehen, von türkisfarbenem Wasser und dichtbewachsenen Regenwaldinseln umgeben zu sein und den Morgen mit einem Tauchgang im Great Barrier Reef (vermutlich das Traumziel eines jeden Tauchers, denn es ist mit seinen 2.000 Kilometern Länge das längste Riffsystem der Erde und das einzige “Lebewesen”, das vom Weltall aus zu sehen ist) zu beginnen.

23. August 2007, Marité Schulte-Trux

Sand in Sicht!

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Vergangenen Samstag hiess es: Sand in Sicht! Es ging auf die größte Sandinsel der Welt mit einem tropischen Regenwald, auf der sich rund 70 Süßwasserseen befinden. Mehr als 300 Vogelarten bewohnen die Insel und teilen sie sich mit rund 250 Inselbewohnern und 160 Dingos - den “reinsten”
Australiens. Auf unserer Drei-Tages-Tour bekamen wir einen Mix aus Regenwald, Strand, weißen Dünen und kristallklaren Süßwasserseen zu sehen. Ein Bad in diesen hat viel Überwindung gekostet, so kalt war ihr Wasser.

16. August 2007, Marité Schulte-Trux

Verloren in der Wildnis

Sechs Monate in der Metropole Sydney sind vorbei. Ein Zuhause, ein sauberes Bad, ein Bett und das Alltagsleben gehören nun der Vergangenheit an - erst einmal. Nun stehen mir monatelange Fahrten durch Australien und Neuseeland bevor. Zunächst ist geplant, die Ostküste von Sydney bis nach Cairns im Campervan hinaufzufahren. Entlang der Gold Coast und Sunshine Coast gehören Brisbane und Byron Bay zu den schönsten Zielen, aber auch unsere Besuche in zahlreichen Nationalparks, die den Reifen, Bremsen und dem Motor unseres Campervans manches abverlangt haben, waren sehr lohnenswert.

Man fährt stundenlang durch wunderschöne, aber sehr trockene bergige Landschaften, und überall, wo man hält und Rast macht, trifft man auf äußerst nette Australier, die stets bemüht sind, einem zu helfen und Tipps zu geben. Wie zum Beispeil, als die Autobatterie ausgerechnet auf dem höchsten Berg im Nightcap-Nationalpark ihren Geist aufgab. Hinzu kam, dass ich auch keinen Netzempfang hatte und weit und breit keiner zu sehen war. Ich sah mich schon auf dieser Bergspitze übernachten! Nach einiger Zeit konnten wir aber dank der Hilfe eines netten Australiers den Wagen wieder ans Laufen bringen.

Nun befinden wir uns in Hervey Bay, dem Tor zur größten Sandinsel der Welt, Fraser Island. Auf uns wartet eine Drei-Tages-Tour im 4-Wheel-Drive. Man hat uns kristallklare Seen (nur hier darf man schwimmen!), Dschungellandschaften und die Beobachtung von Mantarochen, Tigerhaien und Buckelwalen versprochen. Neben starken Strömungen sind diese auch der Grund, dass man nur in den Seen schwimmen kann. Ich bin sehr gespannt!

10. August 2007, Marité Schulte-Trux