Marité aus Tralien
Ein Jahr lang down under
2007 ist einer der größten Wünsche für Antenne Düsseldorf Reporterin Marité Schulte-Trux in Erfüllung gegangen: Sie betrat australischen Boden. Ein halbes Jahr Radio, ein halbes Jahr Reisen. Über die Zeit in Australien und Neuseeland hat Marité für uns gebloggt.
Ein paar weitere Eindrücke
Wir haben Marités Tagebuch gerade auf die neue Antenne Düsseldorf Homepage umgezogen, und ein paar Bilder aus Tralien und Neuseeland blieben zusätzlich übrig. Diese möchten wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten.
5. August 2008, Dennis Horn
Weihnachten ohne Weihnachtsstimmung
Kurz vor Heiligabend, und von Weihnachtsstimmung ist immer noch keine Spur. Dabei gaben einige Freunde und ich uns letztens allergrößte Mühe, weihnachtliche Stimmung zu schaffen. Fünf Stunden lang backten wir drei verschiedene Plätzchensorten und hörten dabei mit voller Lautstärke Weihnachtslieder. Das war mal komplett was anderes, bei rund 30 Grad und Sonnenschein Vanillekipferl und Co. zu backen!
Für Lichterketten und den Weihnachtsbaum haben wir dann auch einen Platz gefunden. War nicht schwer - denn er ist nur 35 cm hoch und aufblasbar. Freunde, die mit der deutschen Tradition des Plätzchen-Backens nicht vertraut sind, waren hellauf begeistert davon und genossen sie so sehr, dass wir vermutlich vor Heiligabend noch einmal eine Ladung backen müssen!
Wie werde ich mein erstes, aber hoffentlich nicht letztes Weihnachtsfest in Australien verbringen? Zusammen mit angereister Familie aus Deutschland und Mexiko und Freunden soll es eine Mischung aus deutschen und australischen Traditionen geben. Obwohl hier der 24. Dezember ein ganz normaler Arbeitstag ist und viele die letzte Gelegenheit nutzen werden, um wie wahnsinnig die letzten Geschenkeinkäufe zu erledigen, werden wir dennoch an “unserem” Heiligabend gut essen gehen. Aber zu viel sollte ich nicht verraten - denn sonst habe ich nächste Woche ja gar nichts zu berichten. Fest steht, dass es ein ganz anderes Fest sein wird - im Freien, vermutlich am Strand und mit einem Barbeque.
So unterschiedlich Klima und Weihnachtstraditionen zwischen Deutschland und Australien sind - eine Parallele ist eindeutig festzustellen: Zu Weihnachten zeigen sich die Menschen konsumfreudig. Die Innenstadt und die Läden sind rappelvoll, auch wenn immer mehr ihren Geschenkeeinkauf inzwischen per Mausklick erledigen. Vor allem elektronische Geräte wie Digitalkameras, MP3-Player oder Computer werden unter australischen Gummibäumen liegen. Auch sehr beliebt sind Schwimmmode, Surfboards, Football- und Rugbybälle - im Prinzip alles, was der Outdoor-Fan begehrt.
23. Dezember 2007, Marité Schulte-Trux
Weihnachten und Silvester in Sydney

Letzte Woche umgaben mich in Neuseeland noch sagenhafte Landschaften und mehr Schafe als Menschen. Nun bin ich wieder in Sydney, einer pulsierenden Stadt, in der genauso viele Menschen leben wie in ganz Neuseeland, nämlich vier Millionen. Und mit jedem Tag füllt sich die Stadt mehr mit Touristen aus aller Welt. Sydney ist um die Weihnachtszeit, aber vor allem an Silvester, Anziehungspunkt Nummer eins.
14. Dezember 2007, Marité Schulte-Trux
Schafe scheren

Leben mehr Menschen oder mehr Schafe in Neuseeland? Wochenlang wollte ich es nicht ganz glauben, dass es hier angeblich nur 4 Millionen Menschen, dafür aber rund 40 Millionen Schafe gibt. Nach einer Tour durch saftig grünes Weideland im Süden der Südinsel, auf dem es vor Wolltieren nur so wimmelt, glaube ich es nun doch. Schafzucht und -haltung werden in dieser Region nach wie vor groß geschrieben.
6. Dezember 2007, Marité Schulte-Trux
Die wunderbare Südinsel

Inzwischen habe ich die Nordinsel hinter mir gelassen und habe den Luftweg gewählt, um auf die Südinsel zu gelangen. Hätte ich aber gewusst, dass ein 25-minütiger Flug in einer kleinen Cessna so dermaßen turbulent sein kann, hätte ich wohl lieber die dreistündige Fährfahrt in Kauf genommen!
28. November 2007, Marité Schulte-Trux
Learning by doing

Learning by doing - dieses Motto hat mir vergangene Woche geholfen, einen kleinen Einblick in die Traditionen, Tänze und Gesänge der Maori zu erhalten. So wurde ich bei meiner ersten Begegnung mit einem Maori-Chief mit einem Hongi begruesst - das ist das doppelte, kurze Berühren der Nasen. Versammlungen, Tänze und auch Beerdigungen halten sie in einem Marae ab, einem Versammlungshaus, in dem ich beeindruckende Tänze sehen, Lieder hören und auch eine Nacht verbringen durfte.
24. November 2007, Marité Schulte-Trux
Das Land der langen, weißen Wolke

Neuseeland - das Land der langen, weißen Wolke. Ich hatte so viel davon gehört, und nun kann ich mir endlich selbst ein Bild davon machen. Der Anflug auf Auckland gab mir schon einen ersten Vorgeschmack auf das, was mich hier vier Wochen lang erwarten wird. Urplötzlich ragten hohe, dicht bewaldete Vulkanberge aus dem tiefblauen Meeresteppich. Wir überflogen den Hauraki-Golf und 47 kleinere und größere vorgelagerte Inseln und landeten in der 1,4-Millionen-Stadt Auckland, die sich auf einem Gebiet von mehr als 50 erloschenen Vulkanen erstreckt.
18. November 2007, Marité Schulte-Trux
Zurück in Sydney - zu Hause!

In den vergangenen Tagen drehte sich alles nur ums Fliegen. Nicht nur meine Reise durch Australien ist wie im Fluge vergangen, sondern auch das Wochenende in Perth. Dort versetzte für zwei Tage das Luftrennen “Red Bull Air Race” Hunderttausende in Begeisterung und Staunen. Das Ziel der zwölf weltbesten Piloten: mit rund 400 Kilometern pro Stunde in ihren Kleinflugzeugen so schnell wie möglich durch die Air Gates, sprich enge Passagen, zu fliegen und fehlerlos durch den Parcours zu sausen. Der Schnellste gewinnt natürlich das Rennen, aber derjenige, der die waghalsigsten Loopings und Kunststücke darbietet, der gewinnt die Herzen der Zuschauer.
8. November 2007, Marité Schulte-Trux
Grün

Meine Güte, ist das grün hier! Wochenlang war ich durch karge Wüstenlandschaften gefahren. Die Temperaturen hatten stets über 35 Grad gelegen, die Erde war rot und trocken, die Vegetation meist von Waldbränden verkohlt oder einfach nur karg und eintönig. Seltsam, aber meine Augen mussten sich tatsächlich erst einmal an den Anblick der saftig grünen Weidelandschaften und der Weinanbaugebiete des Südwestens gewöhnen. Gleiches galt auch für die kühlen, regnerischen 15 Grad: Plötzlich musste meine Sommerkleidung gegen die wärmere eingetauscht werden, die monatelang tief in meinem Koffer verstaut gewesen war. Die krassen Vegetations- und Temperatursunterschiede haben mir wieder einmal die Vielfalt dieses riesigen Kontinents bewusst gemacht.
3. November 2007, Marité Schulte-Trux
Der Staat im Staate
Sachen gibt’s, die gibt’s nicht! Wer wusste, dass es innerhalb Australiens ein weiteres Land gibt? Der wusste dann mehr als ich. Natürlich wollte ich der Sache auf den Grund gehen und mir das unabhängige Hutt River Province Principality näher ansehen. Aufgrund ständiger Steuererhöhungen und Zwist mit der westaustralischen Regierung entschied sich der Bauer Len Casley 1970, ein unabhängiges Fürstentum zu gründen. Das Resultat: die Entstehung eines 75 Quadratkilometer grossen Territoriums, das Prinz Leonard und Prinzessin Shirley seit nun mehr als 30 Jahren ihr Eigen nennen.
Dort angekommen wurde ich von Seiner (selbst ernannten) Hoheit persönlich in Empfang genommen und über das Gelände geführt. Ich hatte mir weit mehr von einem Fürstentum versprochen als nur einen heruntergekommenen Bauernhof. Aber immerhin: Angeblich hat es 13.000 Einwohner, ein eigenes Postamt, Militär und eine eigene Verfassung. Überall waren Bilder des Prinzen und der Königsfamilien, Medaillen und Briefe von Rittersorden aus aller Welt zu sehen. Mein erster Gedanke: Der Typ kann echt gut mit Photoshop umgehen!
Zum Abschluss bekam ich noch neben mein australisches Visum einen weiteren Stempel in meinen Pass. Verrückte Geschichte, oder? Ich frage mich noch immer, ob man Prinz Leonard und sein unabhängiges Fürstentum ernst nehmen kann!? Die australische Regierung “toleriert” es angeblich.
Inzwischen bin ich in Perth angekommen. Von hier aus werde ich mit einem Mietauto den Südwesten des Landes erkunden, der vom kühleren Klima und von der üppigen Vegetation her völlig anders ist als das, was ich in den vergangenen Monaten zu sehen bekommen habe.
27. Oktober 2007, Marité Schulte-Trux
