Schafe scheren

Eintrag vom Donnerstag, 6. Dezember 2007

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Leben mehr Menschen oder mehr Schafe in Neuseeland? Wochenlang wollte ich es nicht ganz glauben, dass es hier angeblich nur 4 Millionen Menschen, dafür aber rund 40 Millionen Schafe gibt. Nach einer Tour durch saftig grünes Weideland im Süden der Südinsel, auf dem es vor Wolltieren nur so wimmelt, glaube ich es nun doch. Schafzucht und -haltung werden in dieser Region nach wie vor groß geschrieben.

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Man musste mich nicht zweimal fragen, ob ich Lust hätte, Lämmer zu füttern und selbst einmal ein Schaf zu scheren. Für ein Stadtkind wie mich war das schon ein besonderes Erlebnis! Die süßen Lämmer hätte ich am liebsten noch stundenlang weiter geknuddelt und mit der Flasche gefüttert. Wahrscheinlich hätte es aber Tage gedauert, bis ich ein Schaf komplett geschoren hätte! Um den Weltrekord von 721 geschorenen Schafen zu brechen, hätte ich also noch viel üben müssen!

Ein guter Scherer schafft es, bis zu 500 Schafe an einem Tag zu scheren. Dabei verdient er pro Schaf rund 2,20 Euro. Klingt nicht wirklich nach einem guten Stundenlohn. Addiert man das aber, kommt am Ende des Tages ein guter Verdienst heraus. Gerechtfertigt - denn es handelt sich dabei um eine körperlich anstrengende Tätigkeit!

Die wahrhaft eindruckvollste Fahrt durch Neuseeland erlebte ich im Zentrum der Suedinsel. Auf dem Weg von der Abenteuersport-Metropole Queenstown bis nach Christchurch fuhr ich durch atemberaubende, schneebedeckte Berglandschaften und vorbei an sagenhaft azurblauen Seen und einem Blumenmeer nach dem nächsten. Keine Fahrt hat mich bislang so fasziniert wie diese!

Ein nasskaltes aber unvergessliches Erlebnis war mein Besuch in einer Seehundkolonie im Nordosten der Südinsel. Ein gut isolierter Taucheranzug ermoeglichte es, im 14 Grad kalten Wasser mit verspielten und wahnsinnig neugierigen Seehunden zu schwimmen. Sie sind so zutraulich, dass sie mich im flinken Vorbeischwimmen streiften, vor meiner Nase Loopings drehten und sogar über meine Flossen sprangen. Egal, wo ich hinschaute - stets schienen mich zwei oder mehr interessierte und neugierige Seehundaugen zu beobachten. Und so schnell, wie sie aus dem trüben Nichts herangeschwommen waren, so schnell waren sie auch wieder abgetaucht.

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Marité Schulte-Trux hat diesen Eintrag am 6. Dezember 2007 um 10.06 Uhr geschrieben. Sie können zu diesem Eintrag einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback auf Ihrer eigenen Homepage setzen. Beim Hinterlassen eines Kommentars wird Ihre E-Mail-Adresse im Blog nicht angezeigt. Sie dient ausschließlich der Antenne Düsseldorf Redaktion für mögliche Rückfragen. Kommentare und Trackbacks können Sie außerdem über einen eigenen Feed abonnieren.