Der Staat im Staate

Eintrag vom Samstag, 27. Oktober 2007

Sachen gibt’s, die gibt’s nicht! Wer wusste, dass es innerhalb Australiens ein weiteres Land gibt? Der wusste dann mehr als ich. Natürlich wollte ich der Sache auf den Grund gehen und mir das unabhängige Hutt River Province Principality näher ansehen. Aufgrund ständiger Steuererhöhungen und Zwist mit der westaustralischen Regierung entschied sich der Bauer Len Casley 1970, ein unabhängiges Fürstentum zu gründen. Das Resultat: die Entstehung eines 75 Quadratkilometer grossen Territoriums, das Prinz Leonard und Prinzessin Shirley seit nun mehr als 30 Jahren ihr Eigen nennen.

Dort angekommen wurde ich von Seiner (selbst ernannten) Hoheit persönlich in Empfang genommen und über das Gelände geführt. Ich hatte mir weit mehr von einem Fürstentum versprochen als nur einen heruntergekommenen Bauernhof. Aber immerhin: Angeblich hat es 13.000 Einwohner, ein eigenes Postamt, Militär und eine eigene Verfassung. Überall waren Bilder des Prinzen und der Königsfamilien, Medaillen und Briefe von Rittersorden aus aller Welt zu sehen. Mein erster Gedanke: Der Typ kann echt gut mit Photoshop umgehen!

Zum Abschluss bekam ich noch neben mein australisches Visum einen weiteren Stempel in meinen Pass. Verrückte Geschichte, oder? Ich frage mich noch immer, ob man Prinz Leonard und sein unabhängiges Fürstentum ernst nehmen kann!? Die australische Regierung “toleriert” es angeblich.

Inzwischen bin ich in Perth angekommen. Von hier aus werde ich mit einem Mietauto den Südwesten des Landes erkunden, der vom kühleren Klima und von der üppigen Vegetation her völlig anders ist als das, was ich in den vergangenen Monaten zu sehen bekommen habe.

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Marité Schulte-Trux hat diesen Eintrag am 27. Oktober 2007 um 10.02 Uhr geschrieben. Sie können zu diesem Eintrag einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback auf Ihrer eigenen Homepage setzen. Beim Hinterlassen eines Kommentars wird Ihre E-Mail-Adresse im Blog nicht angezeigt. Sie dient ausschließlich der Antenne Düsseldorf Redaktion für mögliche Rückfragen. Kommentare und Trackbacks können Sie außerdem über einen eigenen Feed abonnieren.