Florian Kels

Florian Kels ist der Marathonmann

Das Blog zum Düsseldorfer Marathon

22 Jahre alt, nicht mit dem Idealgewicht gesegnet und mittelsportlich, hat Antenne Düsseldorf Reporter Florian Kels das Experiment gewagt: Beim Marathon ist er die 42,195 Kilometer gelaufen. Über das halbe Jahr Training zuvor hat er für uns gebloggt.

Erster Tag ohne Training

Der erste Tag der letzten Woche vor meinem Marathon, und trotz Ruhetag hatte ich heute jede Menge zu tun. Heute Morgen habe ich mich mit meinem Chef Michael Mennicken im Rheinpark getroffen, um ein letztes Mal vor dem 6. Mai in meine Laufschuhe zu steigen und ihn mein Können zu beweisen. Er hatte wohl Angst, ich könnte Antenne Düsseldorf am Sonntag blamieren. Nach ein paar Metern war er aber schon davon überzeugt, dass ich mich in guter Verfassung befinde.

Im Anschluss war ich bei der Auftaktpressekonferenz vom METRO Group Marathon, um all die Informationen und Neuigkeiten mitzunehmen und die Stadt über Antenne Düsseldorf auf dieses Großereignis vorzubereiten.

Dann wurde es richtig lecker: La Donna Cannone auf der Hammer Straße hier im Medienhafen hat erstmals für mich gekocht - Fettucine mit grünem Spargel und Lachs mit einer Weißweinsoße. Ein absolutes Gedicht. So machen Kohlehydrate richtig Spaß!

Lied des Tages: “All over the world” von Strange Fruit aus dem Soundtrack zu “Still Crazy”.

Radiobeitrag vom 30. April 2007

30. April 2007, Florian Kels

Nur noch eine Woche!

Gerade komme ich vom Training nach Hause. Mein letztes Training, das sich wie von mir schon gedacht lediglich auf ein paar Lockerungs- und Dehnübungen beschränkte. Eigentlich könnte ich meine Laufschuhe jetzt ruhigen Gewissens in die Ecke feuern und mich eine Woche ausruhen. Das geht allerdings erst ab Morgen: Der Chef hat sich angekündigt und will mit mir morgen vor Dienstbeginn eine Runde durch den Rheinpark laufen, um mal zu sehen, wie meine Fortschritte tatsächlich sind. Er meint, ich könne ja viel erzählen.

Danach startet dann aber endgültig meine Hardcore-Entspannungswoche. Morgen Mittag gibt es erstmals Pasta von La Donna Cannone auf der Hammer Straße 29 im Hafen, die mir dankenswerterweise die kommenden Tage helfen werden, meinen Kohlehydratsilo aufzufüllen. Darüber hinaus werde ich morgen mit Yoga beginnen, um mich auch Mental auf meinen großen Tag in genau einer Woche vorzubereiten. So langsam geht das große Kribbeln los!

Lied des Tages: “Right now” von Van Halen.

Radiobeitrag vom 29. April 2007

29. April 2007, Florian Kels

Ja, ist das denn zu fassen!

Nach bereits 60 statt geplanten 90 Minuten war das Training heute vorbei - die Trainer hatten es der Hitze wegen ein wenig reduziert. Das war der letzte lange Lauf vor dem Marathon. Das Lauftraining darf an dieser Stelle für beendet erklärt werden. Auch mein Hund Oskar sah mich nach dem Laufen ganz erstaunt an. “Wie, das war es schon”, schienen seine Augen zu sagen. Aber ja: Das war es schon. Morgen noch einmal gemütlich zum Stretchen, und das Training ist offiziell vorbei. Laut den Coaches bin ich ausreichend trainiert für den Marathon in acht Tagen - eine Woche gespanntes Warten liegt vor mir!

Lied des Tages: “Roll on” von The Living End.

28. April 2007, Florian Kels

Das Trikot ist da!

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Tätäää! Heute in der Post: das Original-Marathonmann-Wettkampftrikot 2007! Wenn ich damit nicht eine gute Figur machen werde, dann weiß ich es auch nicht! Habe es direkt mal ausprobiert, und es läuft sich ganz gut darin. Der Stoff ist sehr weich, das Trikot hat kaum Gewicht, und durch seine weiße Farbe zieht es die Hitze nicht so an - perfekt!

Ich kann kaum glauben, dass morgen der letzte Langstreckenlauf über 90 Minuten ansteht. Noch genau zweimal Training also, dann ist vorbei - Wahnsinn!

Auf dieses Lied habe ich heute richtig Lust, und zum Laufen ist es genial: “Miserlou” von Dick Dale & His Del-Tones aus dem Soundtrack zu “Pulp Fiction”.

27. April 2007, Florian Kels

Puh. Ist das warm!

Der Wetterbericht lässt nicht darauf schließen, dass sich dieses Wetter in den nächsten Tagen ändern wird - und “in den nächsten Tagen” bedeutet halt auch, dass es am 6. Mai durchaus wärmeres Wetter geben könnte. Gegen das Wetter können wir nichts tun - es sei denn, das hier liest jemand, der es kann. Der soll sich unbedingt bei mir melden! Ansonsten muss ich mich an das Wetter gewöhnen.

Die im Augenblick ja sehr kurzen Trainingseinheiten finden bei sengender Hitze statt zwischen 13 und 15 Uhr statt. Heute bin ich in Begleitung von Sören Bode auf dem Rad gute 7 km knapp unter 40 Minuten gelaufen. Das bedeutet, dass ich trotz der äußeren Bedingungen einen besseren Kilometerschnitt geschafft habe, als ich ihn am Marathon laufen werde - die Wärmegewöhnung läuft!

Ich habe erschrocken festgestellt, dass jetzt auch nicht mehr von Tagen bis zum Marathon die Rede ist, sondern von Stunden. Das macht mich zugegeben richtig nervös!

Lied des Tages: “Over the hills and far away” von Nightwish.

26. April 2007, Florian Kels

So langsam geht das große Kribbeln los

Überall in der Stadt finden sich schon Kilometermarkierungen oder Markierungen für die Getränkestände am Rande der Strecke. Mittlerweile sieht also, dass der METRO Group Marathon nicht mehr lange auf sich warten lassen wird. Aber auch mein Training hat sich geändert: Noch am Samstag bin ich 31,5 km gelaufen, jetzt sind es nur noch sehr kurze Strecken, die auf dem Programm stehen, und zwar immer für etwa 40 Minuten über knappe 6,5 km.

Heute habe ich mir den etwa 60 Minuten langen Film über den METRO Group Marathon 2006 angesehen - beeindruckende Bilder, die die Vorfreude immens gesteigert haben. Ich glaube, nach diesem “Videotraining” werde ich vor lauter Nervosität nicht so besonders gut schlafen. Habe heute ein Lied gehört, das mich an meine Gedanken erinnert hat, als ich an den Streckenmarkierungen vorbeigefahren bin: “When I come around” von Green Day.

24. April 2007, Florian Kels

Jubel am Rheinufer oder Tränen in Lörick?

Zwei Tage am Stück zum Nichtstun gezwungen zu sein, mit Eis auf dem Knie, permanent wird der blöde Eisbeutel undicht, und alles sifft durch, das Fernsehprogramm ist unterirdisch wie eh und je - das alles hatte heute ein Ende. Endlich wieder Training, und das nicht zu knapp. Der allerletzte Härtetest über die Distanz von 31,5 km stand auf dem Programm. Heute wurden die Weichen endgültig gestellt: Gibt es in zwei Wochen Jubel am Rheinufer oder Tränen in Lörick?

Es fing alles gut an: das Wetter nahezug perfekt, die Verpflegung hätte kaum besser sein können, die erste Runde über 10,5 km war vorbei wie im Fluge. Zwar hatte ich auch hier auf den ersten vier oder fünf Kilometern dieses Ziehen im Schienbein. Nachdem sich die Muskeln warmgelaufen hatten, verschwand es aber nach und nach.

Die zweite Runde gestaltete sich ähnlich locker. Zwar wurden die Beine merklich schwerer, aber wirkliche Probleme oder Überlegungen, aufzuhören, stellten sich nicht ein. Dass es auf der dritten Runde schwieriger werden würde, war klar. Dass ich von den ersten fünf davon kaum etwas mitbekommen habe, war aber doch eine Überraschung. Doch danach wurde es echt hart: Die Waden wurden immer schwerer, die Knie immer steifer, und das Laufen geriet im Allgemeinen immer zäher.

Wieder war die Rettung nah: Power Gel, die eklig zäh-klebrige Masse, die mir schon bei meinem ersten 30er vor anderthalb Wochen die letzten 5 km möglich gemacht hatte, zeigte auch hier wieder seine Wirkung. Zwar lief es sich auch jetzt nicht von allein, doch irgendwie half mir dieses Zeug, bis zum Schluss durchzuhalten und bei 31,5 km glücklich wieder bei Alma-Sports anzukommen. Darüber hinaus hatte ich das Gefühl, ohne Weiteres noch 5, 6 oder vielleicht sogar 7 km weiter laufen zu können. Als Coach Holger Schütt jedoch für die letzten 100 Meter das Kommando “Gehen!” ausrief, traf es mich wie ein Hammer: Die Waden verkrampften, der Rücken schmerzte, und ich fühlte überall am Körper kleine Nadelstiche. Lieber wäre ich bis in den Umkleideraum gejoggt. Gehen nach so einer Belastung ist echt kein Spaß.

Das heutige Training macht mich wieder sehr optimistisch, dass bei passenden Bedingungen der Marathon tatsächlich möglich sein könnte - auch wenn ich am heutigen Abend mit schmerzenden Knien, schweren Beinen und hundemüde ins Bett fallen werde - aber stolz auf das Erreichte und frohen Mutes der Dinge, die da kommen!

Lied des Tages: “It’s a long way to the top” von AC/DC.

22. April 2007, Florian Kels

Angst vor dem Testlauf

Zwei lange Tage habe ich jetzt mit sehr viel Eis in meinem Bett verbracht und kann meine vier Wände und den Fernseher langsam nicht mehr sehen. Bis morgen früh werde ich es allerdings noch aushalten müssen. Dann wird sich zeigen, ob ich fit bin für den Marathon oder nicht! 30 km stehen an, mindestens 20 km sollte ich morgen beschwerdefrei laufen können. Sonst sind die Zukunftsaussichten sehr, sehr dunkel!

20. April 2007, Florian Kels

Trainingsabbruch!

Heute Morgen musste ich mein Training abbrechen. Krampfartige Schmerzen am linken Schienbein, ungefähr in der Mitte des Unterschenkels, zwingen mich, das Laufen vorübergehend einzustellen. “Verdacht auf Schienbeinkantensyndrom”, lautet die erste vorsichtige Diagnose. Mit viel Eis und Salben werde ich versuchen, bis Samstag, an dem ein nicht ganz unwichtiger, letzter Test über 30 km ansteht, wieder auf die Beine zu kommen.

Der gesamte Optimismus der letzten Wochen ist dahin. 16 Tage vor dem Marathon macht sich Frust breit. Titel des Tages: Black Sabbath mit “Paranoid”.

19. April 2007, Florian Kels

Prominente Konkurrenz

Jogi Löw wird beim METRO Group Marathon an den Start gehen, als Zugpferd der Initiative “Gut für dich” von der METRO Group. Der Bundestrainer wirbt damit für einen gesünderen Lebensstil und will die Menschen für eine ausgewogenere Ernährung und mehr Bewegung begeistern. Damit will Löw der zunehmenden Verfettung der Gesellschaft entgegenwirken. “Es gibt immer mehr Übergewichtige in Deutschland. Rund 50 Prozent der Erwachsenen bringen zu viel Gewicht auf die Wage. Was jeden von uns besonders nachdenklich stimmen muss, ist die Situation bei Kindern und Jugendlichen. Fast jedes dritte Kind in Deutschland ist zu dick. Es ist deshalb höchste Zeit, dass wir diesem Thema sehr viel Aufmerksamkeit widmen und aktiv entgegensteuern”, so der Bundestrainer.

Auch für mich selbst heißt es in den nächsten zweieinhalb Wochen vor allem bei der Ernährung Disziplin zu zeigen. Das wird in der Schlussphase jetzt noch einmal extrem entscheidend! Sorgen macht mir weiter meine linke Wade. Vor dem Training heute Abend werde ich mich noch einmal richtig durchkneten lassen.

Radiobeitrag vom 18. April 2007

18. April 2007, Florian Kels