Zwei Fakten noch als Nachtrag
Längster Lauf insgesamt: 42,195 km
Trainingskilometer insgesamt: 595 km
8. Mai 2007, Florian Kels
Zweiundvierzigkommaeinsneunfünf!

Lied des Tages und überhaupt des ganzen Projektes: “What a feeling (Flashdance)” von Irene Cara.
7. Mai 2007, Florian Kels
Der große Tag
3.50 Uhr. Seit 21 Uhr am Vorabend liege ich nun im Bett und versuche die Zeit, bis ich endlich aufstehen kann, irgendwie rumzukriegen. Ich schlafe kaum, wache immer wieder auf und denke nervös an das, was mir heute bevorsteht. Werde ich tatsächlich zum echten Marathoni oder blamiere ich mich heute bis auf die Knochen?
5.30 Uhr. Seit 4 Uhr habe ich mittlerweile nicht mehr geschlafen. Ich bin froh, dass im Fernsehen um diese unchristliche Zeit ein paar Sitcoms laufen, die mich ein bisschen ablenken. Endlich kann ich mit dem Tag beginnen und schaufele mir ein paar Nudeln in den Magen. Heute Abend esse ich aber auf jeden Fall etwas Anderes; Nudeln bleiben erst einmal verboten. Ungefähr 30 mal kontrolliere ich meine Taschen, ob ich auch ja alles dabei habe, was heute wichtig ist. Mehrfach hatte ich die Schreckensvision, ohne Schuhe am Start zu stehen.
7.20 Uhr. Mit Christian Dierschke und Bernd Wilms (Fotograf und Kameramann) treffe ich mich am Klemensplatz und fahre mit der Rheinbahn in Richtung Innenstadt. Der Nervositätsspiegel ist kaum noch zu toppen, so langsam wird mir erst richtig klar, wie wichtig dieser Tag eigentlich ist. Dafür sind sechs Monate harte Arbeit ins Land gezogen, dass die Nummer heute funktioniert!
8.00 Uhr. Düsseldorf, Burgplatz. Ich wundere mich, wie unglaublich viele Menschen schon jetzt, 90 Minuten vor dem eigentlichen Start, den Burgplatz bevölkern. Ich kontrolliere noch einmal, ob alle Sachen richtig sitzen, tausche Flip-Flops gegen Laufschuhe und gebe meinen Kleiderbeutel im Nachzielbereich ab. Diese Sachen werde ich erst nach einer sehr, sehr großen Anstrengung wieder sehen. Andreas Grunwald ruft zweimal aus dem Studio an und fragt mich nach meinem aktuellen Befinden. Ich bin ehrlich, gut geht es mir nicht. Ich merke, dass ich schlecht geschlafen habe und darüber hinaus die Nervosität auf meinen Magen schlägt.
8.45 Uhr. Letzte Taktikbesprechung mit meinem Trainer Holger Schütt. Er will für unsere Gruppe den Pace-Maker geben und uns in einem kontrolliertem Tempo über die Strecke führen. 4:25:00 ist seine Vorgabe, knappe 6:12 Minuten pro Kilometer. Die erste Hälfte wollen wir in 2:15 Stunden absolvieren, auf der zweiten Hälfte noch ein bisschen Zeit gewinnen - wenn möglich.
9.10 Uhr. Die Pflicht ruft: center.tv bittet mich in den Startbereich zum Interview, kurz zuvor begegne ich Jogi Löw, der für die METRO Group in einer Prominentenstaffel antritt. Wir wünschen uns kurz viel Glück, ich habe den Eindruck, ich bin in jedem Fall der Nervösere von uns beiden.
9.20 Uhr. Start. Zeit, sich endgültig von den warmen Überziehsachen zu verabschieden und sich auf das Rennen zu freuen. Die Nervosität weicht so langsam einer gewissen Vorfreude, die sich bis zum Startschuss, der von allen Läufern gemeinsam mit einem Countdown runtergezählt wird, in ein unglaubliches Glücksgefühl verwandelt. Die lange Strecke, die vor mir liegt, ist erst einmal vergessen. Ich stehe am Start eines Marathons - ich kann es kaum glauben.
10.00 Uhr. Kilometer 6. Die ersten Kilometer liegen hinter mir, in unserer Gruppe ist die Stimmung unglaublich gut, das Tempo erscheint mir ein bischen langsam, aber Holger wird schon alles richtig machen. Die Stimmung an der Strecke könnte noch etwas besser sein, aber um diese Uhrzeit kann ich an einem Sonntagmorgen nachvollziehen, dass noch nicht allzu viele da sind - das wird bestimmt noch.
11.00 Uhr. Kilometer 15. Immer noch ist die Stimmung bestens. An der Strecke mehren sich jetzt die Zuschauer, die teilweise eine richtige Party feiern. Absolutes Highlight: die Fritz-Wüst-Straße. Ein riesiges Straßenfest mit Livemusik sorgt dafür, dass es sich hier wie von allein läuft. Aber auch sonst habe ich keinen Grund, zu klagen. Dieses Tempo, so scheint es mir, könnte ich noch ewig laufen.
11.20 Uhr. Kilometer 18. Andreas Grunwald meldet sich wieder und unterhält sich kurz mit mir über die ersten Streckenteile. Mir geht es gut, ich fühle mich fit, und vor allem habe ich Spaß - damit war nicht unbedingt zu rechnen.
11.50 Uhr. Halbmarathon. Nach genau 2:14:41 Stunden Laufzeit erreichen wir die Halbmarathonmarke. Ich kann mich überhaupt nicht daran erinnern, schon über zwei Stunden gelaufen zu sein. Die Zeit vergeht hier wie im Fluge. Langsam merke ich aber zwei Probleme: Zum einen wird es doch erstaunlich schnell warm, ich hatte auf ein paar Grad weniger gehofft. Zum anderen merke ich auf der Innenseite meiner Oberarme ein fieses Problem: Die Naht meines Trikots scheuert mir die Haut wund, der Schweiß sorgt für einen empfindlich brennenden Schmerz. Von jetzt an nutze ich jede Getränkestation zum Auswaschen der Wunden.
12.20 Uhr. Kilometer 25. Ich bin etwas verwirrt. Immer wieder merke ich, dass ich aus meiner Gruppe zurückfalle, um mich dann mit einer kurzen Beschleunigung wieder an die Gruppe ranzuziehen. Holger darf ich auf keinen Fall verlieren; allein packe ich dieses Rennen überhaupt nicht. Wir sind gerade mal bei Kilometer 25. Jetzt ganz allein zu laufen, wäre das Ende meines Traums vom Zieleinlauf. Aber immer wieder hänge ich plötzlich 20 bis 30 Meter zurück. Auf der Kö macht sich Holger mittlerweile auch Sorgen. Hat er gerade noch mit Andreas Grunwald gesprochen und gesagt, alles wäre super, sieht er jetzt, dass ich Probleme bekommen habe. Er empfiehlt mir, das Kopftuch abzuziehen, ab sofort mehr zu trinken und an jeder Station viel Wasser über mich und vor allem über die Beine zu kippen. Ich habe auch das Gefühl, dass wir deutlich schneller geworden sind. Die Zeit aber spricht eine andere Sprache: Dieses Tempo ist sogar langsamer als im Training!
12.50 Uhr. Kilometer 29. Immer wieder versucht Holger, mich an die Gruppe heranzubringen, lässt sich fallen und läuft direkt vor mir, um das Loch zwischen mir und dem Rest zu schließen. Auf der Oberkasseler Brücke merke ich, dass ich bei diesen Versuchen unglaublich viel Kraft verloren habe. Ich fange an, nachzudenken. So kann es nicht weitergehen, so schaffe ich das nicht. Ich glaube nicht, dass ich so ins Ziel kommen kann.
13.00 Uhr. Kilometer 31. Mittlerweile 50 Meter trennen mich von meinem Trainer. Ich habe große Angst vor diesem Schritt, aber ich werde ihn ziehen lassen müssen. Das Tempo der Gruppe kann ich nicht halten, ständig wieder für immer länger werdende Perioden beschleunigen, um am Team dranzubleiben, kostet zu viel Kraft. Holger lässt sich nochmals zu mir zurückfallen. Ich deute ihm an, dass er mit der Gruppe weiter laufen soll. “Was ist los? Du musst versuchen, dran zu bleiben! Hast du Schmerzen?” Ich schüttele den Kopf. “Ich glaube, ich muss gleich kotzen!” - “Dann mach das - aber bleib dran!” - “Geht nicht, zu schnell!” - “Aber nicht gehen, hörst du!” Kopfnicken. “Dieses Tempo hier kann ich ganz gut laufen. Lauf du mit den anderen!” - “Dann lauf das durch. Auf keinen Fall gehen!” Kopfnicken. Ich weiß ganz genau, dass, wenn ich einmal anfange, zu gehen, es ganz schwierig wird, wieder in den Rhythmus zu kommen. Auf der anderen Seite habe ich mich aber schon so gut wie aufgegeben. Es liegen noch über 10 km vor mir, ich bin alleine, und die Verlockung, zu gehen, wird immer größer. Was ich Holger nicht sage: Ich glaube nicht, dass ich im Ziel ankommen werde!
13.15 Uhr. Kilometer 32. Ich bin unglaublich langsam geworden. Selbst um gehende Teilnehmer mit einem Vorsprung von nicht mehr als 20, 30 Metern einzuholen, brauche ich eine gefühlte Ewigkeit. Die Zuschauer, die jetzt noch an der Strecke sind, sehen meine Lage und feuern mich richtig laut an. Ein Zuschauer läuft sogar ein paar Meter mit mir mit, motiviert mich: “Was ist los bei dir?” Achselzucken. “Hammer?” Kopfnicken. “Kenne ich! Halte einfach dieses Tempo. Das klingt jetzt scheiße, aber es ist nicht mehr weit! Einfach weiter machen, das Tempo halten!” Kopfnicken. “Du kannst das, ganz ehrlich! Zieh einfach durch, friss diese Kilometer. Spätestens bei 36 geht’s wieder!” Kopfnicken. Verhaltener Optimismus.
13.30 Uhr. Kilometer 34. Andreas Grunwald hat meinem Handy nach zu Urteilen verzweifelt versucht, mich zu erreichen. Bei dem Tempo kann ich auch telefonieren, also rufe ich ihn im Studio an. Ich bin ehrlich und sage, wie die Situation ist. Etwas Hoffnung ist noch da, aber das wird jetzt richtig, richtig schwer!
13.55 Uhr. Kilometer 38. Der Typ hatte Recht! Seit Kilometer 36 ist es zwar immer noch sehr schwer, und die Schmerzen sind immer noch da. Aber ich bin wieder im Rhythmus. Jetzt muss ich eigentlich nur noch die Oberkasseler Brücke rauf, und dann geht es bis zum Ziel nur noch bergab. Kurz vor diesem Anstieg, rund um das Prinzinger, hat die METRO ihre Fangemeinde versammelt, die einen wahnsinnigen Lärm verursacht, als ich bei ihr vorbeilaufe. Jetzt ist eines klar: Egal wie, ich werde dieses Rennen zu Ende laufen!
14.20 Uhr. Kilometer 42. Unfassbar. Da vorn ist das Ziel! Wie unglaublich sind diese Gefühle, unter dem Jubel von tausenden Menschen, darunter jede Menge Freunde und Familie, auf diese magische Linie zu zu laufen! Die Schmerzen sind vergessen, Claudia Monréal und alle Antenne Düsseldorf Hörer sind live dabei, wie ich die letzten Schritte in Richtung Ziel laufe.
14.23 Uhr. Kilometer 42,195. Die Emotionen übermannen mich. Ich bin völlig überfordert mit dem, was da gerade passiert ist. Ich, der Antijogger, bin gerade einen verdammten Marathon gelaufen! Mir fehlen die Worte.
14.30 Uhr. Mein Handy steht kaum noch still. Einer nach dem nächsten meldet sich per SMS oder ruft an, um mir zu gratulieren. Trotzdem habe ich noch immer nicht realisiert, was mir gerade passiert ist. Unabhängig davon ist mir das auch herzlich egal: Es ist genau das passiert, was ich prophezeit habe. Sobald ich anfange zu gehen, machen die Waden sofort zu, und meine Beine verursachen höllische Schmerzen. Wo geht es bitte zur Massage?
14.40 Uhr. Überglücklich treffe ich Holger und meine ursprüngliche Gruppe, die im Zielbereich auf mich gewartet haben. Jeder fällt jedem um den Hals und beglückwünscht sich - Holger ist sichtlich erleichtert und zufrieden, dass er mich im Ziel sieht.
14.50 Uhr. Endlich! Ich liege auf einer Massagebank und lasse mich von zwei attraktiven jungen Damen verwöhnen. Bestimmt über 100 Masseuresind in diesem Zelt zu Gange und bearbeiten die geschundenen Waden. Klar, die Schmerzen sind nicht weg, aber jetzt kann ich mich endlich wieder bewegen, ohne bei jedem Schritt innerlich zu schreien.
15.30 Uhr. Noch lange sitze ich im Nachzielbereich und bin immer noch nicht ganz sicher, ob das alles nicht nur ein Traum war. Stolz hole ich mein Finisher-Shirt und gebe meine Medaille zur Gravur ab. Klar, die Zeit von 4:48:41 ist jetzt nicht der Hammer. Aber es ist mein erster Marathon, an diesen Tag werde ich mich ewig zurückerinnern - da darf so ein persönliches Erinnerungsstück nicht fehlen.
16.10 Uhr. Ein letztes Interview für Claudia Monréal. Allerdings nicht wie geplant im Studio - der Weg in den Medienhafen ist mir einfach zu lang, das schaffe ich beim besten Willen nicht. Im Anschluss ist endlich Party angesagt: 42,195 km wollen gebührend beehrt werden. Viele Freunde und Kollegen treffen auf meiner Feier ein und gratulieren mir immer wieder.
Bis tief in die Nacht bin ich noch in der Altstadt - müde zwar, aber völlig aufgedreht und auch ein bisschen melancholisch. Eigentlich schade, dass es vorbei ist. Aber muss ja nicht. So ein Marathon in New York oder so … würde mich schon reizen … To be continued?
6. Mai 2007, Florian Kels
42 Songs für den Marathon
Wenn es nicht gerade aus Eimern geschüttet hat und die Technik hätte zugrunde gehen können, habe ich auf meinen MP3-Player vertraut. Das hier ist meine Hitliste von 42 Songs für den Marathon.
01 Garry and the Pacemakers: “You’ll never walk alone”
02 Frank Sinatra: “These boots are made for walkin’”
03 Elvis Presley: “A little less conversation”
04 Die Happy: “Go for it”
05 Oomph!: “Augen auf”
06 The Used: “The taste of ink”
07 Die Toten Hosen: “Steh auf, wenn du am Boden bist”
08 Fluch der Karibik (Soundtrack): “The Black Pearl”
09 Die Happy: “I am”
10 Blind Guardian: “Into the storm”
11 Spencer Davis Group: “Keep on running”
12 Markus Roos: “Wovon träumst du?”
13 Silbermond: “Immer am Limit”
14 Frou Frou: “Holding out for a hero”
15 Katrina & The Waves: “Walking on sunshine”
16 Robbie Williams: “Hot fudge”
17 Pink: “Trouble”
18 Stompin’ Tom Connors: “The good old hockey game”
19 Guano Apes: “Kiss the dawn”
20 Farian Urlaub: “Am Strand”
21 U2: “Walk on”
22 Fury in the Slaughterhouse: “Won’t forget these days”
23 All Saints: “Rock Steady”
24 Madonna: “Don’t tell me”
25 The Sweet: “Fox on the run”
26 Kaiser Chiefs: “Ruby”
27 The Hooters: “Johnny B.”
28 Lenny Kravitz: “Where are we runnin’?”
29 Black Sabbath: “Paranoid”
30 AC/DC: “It’s a long way to the top”
31 Metallica: “Hero of the day”
32 Greenday: “When I come around”
33 Nightwish: “Over the hills and far away”
34 Dick Dale & His Del-Tones: “Miserlou”
35 The Living End: “Roll on”
36 Van Halen: “Right now”
37 Strange Fruit: “All over the world”
38 Nelly Furtado: “I’m like a bird”
39 Dick Brave & The Backbeats: “Walk this way”
40 Bryan Adams: “Here I am”
41 Die Toten Hosen: “Freunde”
42 Irene Cara: “What a feeling”
5. Mai 2007, Florian Kels
Das war es dann also
Endgültig vorbei die Vorbereitung, und auch das lange Warten hat (fast) ein Ende. Seit einem halben Jahr habe ich mich nun auf den morgigen Sonntag vorbereitet, jetzt gibt es nichts mehr, was ich tun kann, um meine Chancen noch irgendwie zu beeinflussen. Jetzt muss ich einfach hoffen, dass es bis hierhin gereicht hat und ich morgen gut ausgeschlafen und fit an den Start komme.
Heute Vormittag war Dennis Lieske mit einem Treff-nach-9-Spezial zum Marathon und zum Rückblick des Projektes “Marathonmann” bei Antenne Düsseldorf zu hören. Hat großen Spaß gemacht, gemeinsam mit meinem Cheftrainer Holger Schütt auf diese lange Zeit zurückzublicken.
Ich habe in den vergangenen Tagen mal durchgezählt, wie viele Leute so an diesem Projekt mitgearbeitet haben. Ursprünglich hatte ich ja gedacht, dass ich Mühe haben werde, überhaupt auf 42 zu kommen, wie ich es ursprünglich angedacht hatte. Und was soll ich sagen: Es sind jede Menge mehr geworden - stellvertretend möchte ich an dieser Stelle einigen Leuten danken, ohne die dieses Projekt entweder nicht möglich oder weitaus unangenehmer gewesen wäre.
Allen voran natürlich meinen Eltern, die mich immer wieder während dieses Projektes unterstützt haben. Antenne Düsseldorf Chefredakteur Michael Mennicken und der METRO Group für das Vertrauen allerbesten Dank. Beide sind ein großes Risiko gegangen, indem sie mir dieses Projekt anvertraut haben - ich hätte mir ehrlich gesagt nicht zugetraut, bis zu diesem Punkt durchzuhalten. Dennis Horn, der dieses Blog mit mir gemeinsam gepflegt hat und mit mir und meinen Sonderwünschen seine liebe Mühe hatte. Christian Dierschke, der stellvertretend für all die Fotografen steht, die mir jede Menge wunderbarer Fotos gemacht haben. Julius Zunker, der mich auf meinem ersten 30-km-Lauf meines Lebens begleitet hat, als Stellvertreter für jede Menge Laufpartner, die mich vor allem im Winter immer wieder motivieren konnten, meine Schuhe zu schnüren und laufen zu gehen. Axel Möller, meinem Mitbewohner, der mich immer wieder motiviert hat, auch wenn er selbst gern mal hätte mitkommen können. Dr. Alois Teuber, der mir gerade im Winter bei einigen Misslichkeiten mit Rat und Tat zur Seite stand und mich wieder fit gemacht hat. Vincenzo Brais und seiner Küche, die in der vergangenen Woche dafür gesorgt haben, dass ich morgen in jedem Fall mit genug Kohlehydraten an den Start gehen werde. Natürlich Holger Schütt und seinem Team von Active First, die mich unglaublich professionell unterstützt und mich erst dahin gebracht haben, wo ich jetzt stehe. Ohne die wäre im wahrsten Sinne des Wortes nicht viel gelaufen. Ein danke auch an euch und all die vielen anderen, die hier jetzt nicht erwähnt werden.
Für euch alle ist mein vorletztes Lied auf meiner Playlist gedacht: “Freunde” von den Toten Hosen.
5. Mai 2007, Florian Kels
Ruhe vor dem Sturm

Was war das gestern schön: Den Vormittag habe ich schön gemütlich am Rhein verbracht, ein Buch gelesen und einfach nur meine Ruhe gesucht - entspannender ging es kaum noch - dachte ich. War aber Quatsch, und wie das noch entspannender ging: Nachdem ich mir in den Rheinterassen meine Startnummer (2.940) abgeholt hatte, habe ich den ganzen Nachmittag im Algarve-Bad in Kaarst und damit in den verschiendensten Saunen verbracht. Unter anderem war Deutschlands größte Infrarot-Sauna dabei, die nicht nur in der Seele und im Kopf für Entspannung sorgt, sondern auch tief in die Muskeln geht und dort die angespannten Stränge richtig schön auflockert. Einfach herrlich!
Zum Abschluss des Tages dann wieder ein kurzer Besuch bei La Donna Cannone im Medienhafen - Penne mit Schwertfisch und Auberginen, einfach nur ein Genuss. Der Marathon rückt angesichts dieses Wohlfühlprogramms in ganz weite Ferne.
4. Mai 2007, Florian Kels
Nuar Phaen Thai
Haben Sie im Internet mal nach Thai-Massagen gesucht? Müssen Sie mal machen: Bei Google einfach mal “thai massage”. Bei der Auswahl ist Vorsicht geboten: Die ein odere anderen Angebote sind sehr zwielichtig. Eins der eher seriösen Massageangebote hier in Düsseldorf ist “Nuar Phaen Thai” von Petra Purwin in Gerresheim, und ich hatte die angenehme Aufgabe, bei ihr mal vorbeizuschauen und mich in ihre Hände zu begeben.
Auf dem Boden liegend findet die traditionelle Thai-Massage statt, und ich wurde mit Daumen, Händen, Ellbogen und sogar den Füßen behandelt. “Eine Mischung aus Akkupressur und Dehnung”, sagt Petra Purwin, ist diese Art der Massage, wo der Behandelnde seine gesamte Körperkraft einsetzen muss, um bestimmte Punkte am Körper richtig feste zu treffen und die Energiebahnen des Körpers wieder in die korrekte Ordnung zu bringen.
Nach 90 Minuten war die Behandlung zu meiner Enttäuschung vorbei. Ich hätte es mir gut und gern noch zwei, drei Tage oder so gut gehen lassen können. Aber heute Abend merke ich, dass diese Massage wirklich richtig viel gebracht hat. Vor allem meine Waden sind so entspannt, wie ich es lange nicht erlebt habe. Petra Purwin hat mir versprochen, dass diese Wirkung “mindestens” bis zum Marathon anhält. Da bin ich ja mal gespannt!
Im Anschluss an diese Massage bin ich dann also bestens entspannt zu meinem Lieblingsitaliener, La Donna Canone auf der Hammer Straße, gegangen, um mich verköstigen zu lassen. Was soll ich sagen: köstlich! Strozzapretti a’rabiate - Maccaroninudeln mit hauchdünnem Speck, Oliven und Basilikum. Ich freue mich jeden Tag mehr und mehr auf dieses “Geschäftsessen”.
Titel des Tages: Bryan Adams mit “Here I am”.
3. Mai 2007, Florian Kels
Lumi Lumi
Kennen Sie “Lumi Lumi”? Nein? Kannte ich bis heute auch nicht, sollten Sie aber unbedingt mal ausprobieren! “Lumi Lumi” ist eine traditionelle hawaiianische Massage, die vor allem die Energiebahnen des Körpers wieder in Ordnung bringt und so richtig für Entspannung sorgt. Das ganze dauert runde 2,5 Stunden - 150 Minuten Entspannung und Wohlfühlen pur waren das, als ich in den Händen von Felicitas Schillings dahin schmolz. Kann ich wirklich absolut empfehlen. Wer mal komplett Abschalten will, den Stress vergessen und sich auf kommende Aufgaben vorbereiten will, der ist bei ihr genau richtig. Mehr Infos gibt es auf Felicitas Schillings’ Homepage.
Das war natürlich noch nicht alles. Lecker Essen gab es selbstverständlich auch wieder: La Donna Cannone auf der Hammer Straße kredenzte mir heute Safrantaglerini mit Perlhuhnbrust - richtig viele Nudeln mit richtig leckerem, saftigem Geflügel. Mmmhhhh!
Für die Playlist heute ein geiles Lied und eine noch geilere Version: Dick Brave & The Backbeats mit “Walk this way”.
2. Mai 2007, Florian Kels
Der Mai ist da!
Früh aufstehen ist ja normalerweise überhaupt nicht meine Welt. Jetzt heißt es aber, die Schlafgewohnheiten so umzustellen, dass ich am Sonntag “wie gewohnt” um halb sechs aufstehen kann, um zu frühstücken. Später ist das leider nicht mehr möglich. Da kam es mir ganz gelegen, dass ich heute früh mit Andrea Molwitz verabredet war, die in einer Yoga-Stunde meine mentale Vorbereitung auf den METRO Group Marathon unterstützen wollte. Es war eine sehr interessante Erfahrung, hatte ich doch vorher mit Yoga oder Meditation im Allgemeinen nicht so viele Berührungspunkte.
Auf den linksrheinischen Rheinwiesen, wo vormittags fast gänzliche Ruhe herrscht, setzten wir uns in den “Schneidersitz” und begannen unsere Stunde. Nach einer kurzen Einführung kam Frau Molwitz sehr schnell zum Marathon. Wir stellten uns die Strecke vor, wie ich den Marathon laufen werde und die Schmerzen, die dabei irgendwann unweigerlich kommen werden. Sie brachte mir bei, diese Schmerzen mit Wolken zu vergleichen, die weiterziehen werden, aber niemals stehen bleiben. So liefen wir den Marathon in Gedanken mit einer gewissen Leichtigkeit, einer Leichtigkeit, die ich laut Frau Molwitz auch mit in den Marathon nehmen kann.
Trotz Feiertag gab es natürlich auch heute wieder jede Menge Nudeln: Curry-Taglerini mit hauchzartem Rinderfilet - an diese Verwöhnung könnte ich mich tatsächlich gewöhnen!
Weil ich mich heute so leicht fühle: “I’m like a bird” von Nelly Furtado ist der Titel des Tages.
1. Mai 2007, Florian Kels

