Jetzt habe ich also den Vergleich
Wenn ich (Achtung: Ironie!) das nur leicht unterschätzte Sonntagstraining mit der Marathongymnastik und das Intervalltraining am Donnerstag vergleiche - ich glaube, ich finde den Sonntag schlimmer. Das Sonntagstraining ist einfach mit viel mehr Schmerzen verbunden als das am Donnerstag.
Aber von vorne: Heute habe ich es zum ersten Mal zum Donnerstagstraining geschafft. Unter Intervalltraining konnte ich mir bis dahin nicht so besonders viel vorstellen. Jetzt kann ich es, und der Donnerstag ist ein weiterer Tag in meinem Kalender, den ich ganz gerne gestrichen hätte. Nach unserem Leistungstest wurden nach unserer erreichten Herzfrequenz drei Trainingspulse errechnet (Puls 1: 159, Puls 2: 169, Puls 3: 185). Nach diesen Pulsstufen funktioniert das Intervalltraining. Heute mussten wir jeweils drei Minuten in Pulsstufe 1 und danach drei Minuten in Pulsstufe 3 laufen, und das zehnmal hintereinander!
Der Anfang gestaltete sich relativ schwierig, weil es zappenduster war und ich auf meiner Pulsuhr nichts lesen konnte, bis ich dann rausgefunden hatte, dass meine Uhr auch eine Lichtfunktion hat. Peinlich! Pulsstufe 3 zu erreichen, war nicht so das Problem. Erstaunlicherweise war es auch nicht so wild, diesen Puls zu halten. Aber wieder auf Pulsstufe 1 runterzukommen, war teilweise unmöglich. Als die drei Minuten um waren und wir uns wieder auf Pulsstufe 3 steigern sollten, war ich teileise noch bei 170. So wirklich erholt hat sich mein Körper in diesen 180 Sekunden dann eher nicht.
Interessant fand ich, dass ich mittlerweile an beiden Füßen ziemlich schmerzhafte Blasen habe und diese mir ernsthaft geholfen haben, diese Trainingseinheit zu Ende zu bringen. Ich war einfach dermaßen konzentriert, möglichst wenig auf die Schmerzen zu reagieren und damit falsch aufzutreten, um die Füße zu entlasten, dass meine konditionellen Probleme mir gar nicht aufgefallen sind. Und mal ganz im Ernst: Die Bilanz kann sich so was von sehen lassen! 11 km Kilometer sind es geworden, die wir in 300-Meter-Schleifen am Rhein entlang hin und her geschafft haben. Zum ersten Mal in meinem Leben bin ich mehr als 10 km am Stück gelaufen. Stolz!
Das Lied zum heutigen Tage: “The taste of ink” von The Used.
15. Dezember 2006, Florian Kels
Mit Blase am Abhang
Also, ganz im Ernst: Mit Blasen an den Füßen zu laufen, macht keinen Spaß. Ich habe jetzt zwar Hightech-Blasenpflaster gekauft, aber zaubern können die wohl auch nicht. Trotzdem habe ich heute wieder rund 6 km geschafft, und das obwohl mir alle meine Mitläufer abgesagt hatten und ich echt kein bisschen motiviert war.
Im Winter zu laufen, kann im Übrigen höllisch gefährlich sein. An einem echt steilen Abhang zum Rhein runter wurde es dank matschigem Lauf ziemlich rutschig - und rumms, da lag er auf seinem Hosenboden, der Marathonmann.
Morgen Abend werde ich zum ersten Mal das Intervalltraining der METRO Runners besuchen. Mal sehen, ob das auch so brutal ist wie die Marathongymnastik am Sonntag.
13. Dezember 2006, Florian Kels
“Hast du abgenommen?”
Trotz des Muskelkaters weiß ich heute wieder, warum es sich wirklich lohnt, dieses Training mitzumachen. Gleich drei Menschen aus meinem Umfeld haben mich heute gefragt, ob ich abgenommen hätte. Auf der einen Seite finde ich es erschreckend, dass ich trotzdem immer noch einen ehrlich angegessenen Bauch auf meinem Training zu tragen habe. Auf der anderen Seite tut es gut zu wissen, dass dieser immer kleiner wird.
Heute wird wieder gelaufen. Es wird Zeit, dass ich von meinem Drahtesel runter und in einen vernünftigen Laufrhythmus komme. Aber mein Gefühl sagt mir, dass es im Augenblick echt schlechter laufen könnte. Eine Blase im Fuß - pah! Ich lasse mich von so etwas doch nicht aufhalten! “Augen auf, ich komme!” (Oomph)
12. Dezember 2006, Florian Kels
Go for it!
Erstaunlicherweise halten sich meine Schmerzen bedingt durch Muskelkater ertragbar in Grenzen. Lediglich die Bauchmuskeln beschweren sich relativ heftig über die ungewohnte Belastung gestern. Lachen ist gesund, tut aber weh. Das ist aber auch kein Wunder: Holger Schütt hat uns gestern ganz schön hart rangenommen. Ich muss zugeben, dass ich zwischendurch so manche Übung kurzfristig unterbrechen musste, weil die Kraft einfach nicht reichte. Aber dafür ist das Training ja da, um diese Grenzen immer ein kleines bisschen weiter nach hinten zu verlagern.
Die Innenseite meines linken Fußes hat allerdings etwas abbekommen: Die neuen, ungewohnten Laufeinlagen, bieten an so manchen Stellen Widerstand, der zuvor nicht zu spüren war. Die Konsequenz: eine kleine Blase im linken Fuß, die für ihre fast lächerlich anmutende Größe doch erstaunliche Probleme bereitet. Holger Schütt hat mir geraten, in Zukunft meine Füße vor dem Training mit Vaseline einzureiben. Blasen seien dann so gut wie ausgeschlossen.
Heute ist laut Trainingsplan zum Glück Ruhetag. Ich werde den Fuß also mit Salbe und Blasenpflaster bedecken, so dass ich morgen mein Training nach Plan weiterführen kann.
Mein neuer Song auf dem MP3-Player: eine meiner Lieblingsbands, Die Happy, mit ihren Song “Go for it”. Der Titel sagt eigentlich alles. Dieses Lied gibt einem ganz guten Schwung, wenn man ein Ziel erreichen will.
11. Dezember 2006, Florian Kels
42,195 km sind möglich
Meine Schuhe sind wieder da. Ein traumhaftes Gefühl, in diesen exakt auf mich abgestimmten und perfekt abgedämpften Fußsohlen zu laufen. Ein gutes Gefühl hat mir auch der Laktat- oder Leistungstest gegeben, den Holger Schütt und sein Team von Active First mit den METRO Runners und mir gemacht hat: Wir mussten in einem vorgegebenen Tempo eine bestimmte Strecke laufen, dann wurde ein Tröpfchen Blut aus dem Ohr gepresst, um das Laktat, die Milchsäure im Blut, zu messen, und der Puls abgefragt. Bei steigender Belastung steigen diese beiden Parameter, und man kann den aktuellen Fitnessstand des Kandidaten feststellen.
Diese Messung wurde mit steigender Belastung mehrfach durchgeführt. Das Ergebnis: Zunächst einmal darf ich weiter machen. Mein derzeitiger Fitnessstand ist so, dass ich mit anhaltendem Training bis zum Mai die 42,195 km schaffen kann - und das ist doch schon einmal eine Aussage!
Auf Basis dieser Daten wird jetzt ein persönlich angepasster Fitnessplan erstellt. In Zukunft laufe ich nicht mehr eine bestimmte Strecke, sondern eine vorgegebene Zeit in einem bestimmten Herzfrequenzbereich. Ich bin, gespannt wie das aussehen wird. Heute Abend ist auf jeden Fall erst einmal wieder Marathongymnastik angesagt. Das wird dann wohl morgen wieder ein böses Erwachen geben.
10. Dezember 2006, Florian Kels
Von der Liebe zum Laufen
Es ist schon komisch: Vor diesem Projekt habe ich Laufen/Joggen gehasst wie kleine Kinder Spinat. Ich bin immer gern stundenlang mit dem Fahrrad durch die Gegend gefahren, um mich einigermaßen fit zu halten, oder ich bin geskatet. Aber niemals wäre ich auf die Idee gekommen, laufen zu gehen.
Jetzt gehe ich mittlerweile regelmäßig laufen und finde daran mehr Spaß, als ich mir erträumt hatte, und ich habe keine Lust mehr, aufs Rad zu steigen. Im Augenblick bin ich ja ohne Schuhe und muss meinen Drahtesel bevorzugen, finde daran aber nicht so richtig Spaß. Macht aber nix, heute kann ich mir die Schuhe wieder abholen und mich dann morgen beim Laktattest wieder so fortbewegen, wie es der Mensch gelernt hat: auf zwei Beinen!
9. Dezember 2006, Florian Kels
Laufbandanalyse
Gute Laufschuhe sind eine feine Sache, können aber nicht alles ausgleichen, was im Laufe der Jahre an den Füßen so alles falsch gelaufen ist. Deshalb hatte mich mein Orthopäde Dr. Alois Teuber zur Laufbandanalyse geschickt. Marc Vosthoff vom Sanitätshaus Brockers hat diese Analyse bei mir heute durchgeführt. Zunächst musste ich barfuß auf einem Laufband knappe fünf Minuten im normalen Spaziertempo gehen und wurde dabei von zwei Hochgeschwindigkeitskameras gefilmt. Die gleichen Kameras bekamen mich dann mit Laufschuhen und flotterem Tempo zu sehen, bevor ich dann meine Füße auf einen Scanner stellen musste.
Diese Daten werden jetzt die Tage ausgewertet, und ich bekomme meine persönlich angepassten Laufeinlagen, damit meine Füße bei längeren Strecken nicht wieder das Meckern anfangen. Problem dabei: Ich musste meine Schuhe da lassen, weil die Einlagen auch an die Schuhe angepasst werden müssen. Bis Montag habe ich jetzt keine Schuhe und muss mein Training auf das Fahrrad verlegen.
7. Dezember 2006, Florian Kels
Welch große Freude!
So. Also, spätestens mit dem heutigen Tag geht es bergauf. Nicht nur, dass ich heute rund 7 km geschafft und damit eine persönliche Bestmarke aufgestellt habe. Nein, ich habe zusätzlich keine Schmerzen im Fuß, in den Beinen oder sonst wo. Mein Laufpartner, der mich zu dieser neuen Höchstleistung angespornt hat, ist Andreas Ott. Andreas, der bei uns nur “O” heißt, ist ein Kamerad bei der Freiwilligen Feuerwehr in Düsseldorf. Er weiß selbst nicht so genau, warum er laufen geht, aber Spaß hat es ihm gemacht. Er will die nächsten Tage wohl des Öfteren an meiner körperlichen Ertüchtigung teilhaben.
Weil es jetzt endlich einmal ausschließlich Positives zu vermelden gibt und endlich mehr gelaufen als gejammert wird, hier mein Song des Tages: “A little less conversation” von Elvis Presley. Weniger Gequatsche, mehr Aktion. So muss es jetzt mal weiter gehen!
6. Dezember 2006, Florian Kels
Muskelkater besiegt
Ha! Habe ich es mir wieder selbst gezeigt! Den Muskelkater besiegt und den Trainingsplan eingehalten. Das Ganze habe ich Christoph Jungbluth zu verdanken, der hiermit als Ehrenmitglied in meine 42 Kopf starke Laufpartnergruppe aufgenommen wird. Denn er zeigte mir das Zaubermittel gegen Muskelkater, über den ich gestern sowieso einiges gelernt habe. Im Biologieunterricht habe ich damals beigebracht bekommen, dass Muskelkater ein Anzeichen für eine Unterversorgung des Muskels mit Sauerstoff sei. Alles Blödsinn. Mittlerweile weiß man: Muskelkater ist eine Verletzung des Muskels, bei der kleinste Fasern des Muskels durch ungewohnte Überbeanspruchung reißen. Deshalb sind Massagen und ein einfaches Weitertrainieren, nicht wirklich das Mittel der Wahl.
Was aber ganz toll hilft, ist Wärme. Wärme regt die Durchblutung im Muskel an - und damit auch die Heilung. Christoph hat mir da ein bestimmtes Mittel empfohlen: Pferdesalbe! Die wurde wohl irgendwann mal für Pferde entwickelt, damit die sich nicht den Tod holen, wenn die in der Kälte laufen müssen (oder so ähnlich). Auf jeden Fall sorgt diese Salbe dafür, dass der Muskel richtig lecker warm und damit gut durchblutet wird. Nach zwei Anwendungen war der Muskelkater zwar nicht weg, aber immerhin so weit abgeklungen, dass ich mich dazu durchringen konnte, bei diesem Mistwetter laufen zu gehen. Das Ergebnis: 5,5 km! Christoph Jungbluth ist damit mein persönlicher Held des gestrigen Tages!
5. Dezember 2006, Florian Kels
Aaahhh! Schmerz!
Ich hatte in meinem Leben noch nie so einen Muskelkater! Das ist ja die Hölle. Als ich heute Morgen aus dem Bett aufstehen wollte, habe ich meinen Nachbarn mit einem unmenschlichen Schmerzensschrei aufgeweckt. Laut Trainingsplan sollte ich heute eine Stunde laufen gehen. Ich denke, es wird wohl eher eine Stunde (oder mehr) in der Sauna werden. Ich hoffe, dass der Muskelkater sich davon vertreiben lässt. Das Training kann ich dann ja morgen nachholen.
Spruch des Tages hierzu: “Es gibt etwas neues, das heißt Ehrgeiz. Besorg dir welchen!” (Arthur Spooner, “King of Queens”)
4. Dezember 2006, Florian Kels

