Ole, ole!
Über 100 Trainingskilometer liegen hinter mir. Wenn man da mal so drüber nachdenkt: 100 km von Düsseldorf aus gesehen sind ziemlich weit. Antwerpen, Münster und Koblenz liegen knapp 100 km Luftlinie von Düsseldorf entfernt. Ich denke zwar trotzdem, dass ich immer noch einiges an Arbeit und Training vor mir habe. Aber ein toller Meilenstein ist das nichtsdestotrotz für mich.
Jetzt steht erst einmal ein Tag Pause an. Am Silvestermorgen werde ich wohl noch eine Runde drehen und abends ein Gläschen auf die bisherigen Kilometer und eins auf das neue Jahr trinken!
30. Dezember 2006, Florian Kels
Auf uns allein gestellt
Im Augenblick haben unsere Coaches ihre verdienten Winterferien - kein Grund aber für uns, die Zügel schleifen zu lassen. Wir müssen uns selbst um unser Training kümmern. Demnach ist das donnerstägliche Intervalltraining heute ausgefallen. Ich habe mir gedacht, warum nicht mal ein etwas anderes Training ausprobieren, und habe mich auf einem Konzert meiner Lieblingsrockband Die Happy mitten in die Menge gestellt und war voll dabei.
Aus reinem Interesse habe ich mal meinen Pulsmesser mitgenommen, und ich muss sagen: Das kommt dem Intervalltraining schon recht nahe. Bei schnellen Liedern wird dermaßen viel und wild rumgehüpft, dass ich meine Pulsstufe 3 ohne Mühe erreichte. Bei langsamen Songs hatte ich Gelegenheit zur Regeneration.
Deswegen würde ich sagen, dass Die Happy hiermit ehrenhalber in mein Laufteam aufgenommen werden - schließlich haben sie heute das Tempo vorgegeben, mir einen unvergesslichen Abend bereitet und dem Jahr einen wunderschönen Abschluss gegeben. Deshalb ist es keine Frage, dass der Song des Tages auch heute wieder von den Ulmern stammt: “I am”.
29. Dezember 2006, Florian Kels
Yehaa! Hattrick!
Drei Tage am Stück ohne Schmerzen gelaufen! Gestern Abend hat mich Dennis Rätzer, der hiermit offiziell in meine Laufgruppe aufgenommen ist und der mittlerweile der zweite aus der Feuerwehr ist, zu einem 6-km-Spaziergang in höherem Tempo motiviert, und auch diesmal gab es keine nennenswerten Probleme! Zum Ende des Jahres scheint es noch einmal richtig gut laufen zu wollen. Im Augenblick geht’s also voran!
28. Dezember 2006, Florian Kels
Weihnachten ist vorbei
Zeit, eine Bilanz zu ziehen. Von den etwa fünf Kilo, die ich durch mein bisheriges Training abgearbeitet habe, sind drei auf wundersame Weise zurückgekehrt. Kann ich mir gar nicht erklären. Ich habe die Bratensoße doch gar nicht ausgelöffelt. Aber egal: So schnell, wie die da waren, werden die auch wieder verschwinden. Vielleicht. Hoffentlich.
Dieses Nach-Puls-Laufen stresst mich etwas, zumindest, wenn es Nacht ist. Alle zwei Minuten muss ich meine Pulsuhr checken. Daran muss ich mich noch etwas gewöhnen. Gestern bin ich nichtsdestotrotz exakt 7 km gelaufen, und das Schöne ist: völlig ohne Beschwerden!
Mein Song des Tages ist “The black pearl” aus dem Soundtrack zu “Pirates of the Carribean”. Ohne besonderen Grund, ich musste nur einfach während meines Training gestern Abend an den Einlauf der DEG denken, bei dem ich regelmäßig eine Gänsehaut bekomme. Nach dem Laufen habe ich noch kurz die Flimmerkiste angemacht und das Ende von “Forrest Gump” gesehen. Mein Zitat des Tages kommt aus diesem Film: “Vielleicht kann ich auch bis zum Ende der Stadt laufen.”
27. Dezember 2006, Florian Kels
Die Zeit des leckeren Essens in rauen Mengen
Nachdem ich an Heiligabend fast nur noch ins Bett gerollt bin, habe ich mich gestern mal mit meinen Trainern zusammengesetzt und über die Ernährung im Marathontraining im Allgemeinen und im Speziellen die Ernährung an Weihnachten gesprochen. Zunächst mal die Entwarnung: Ich darf an Weihnachten ruhig ein paar Kilo zunehmen. Ich soll so essen, dass es Spaß macht, nur nicht nach dem Essen noch einen halben Nikolaus naschen und die Bratensoße auslöffeln. Es gab keinen Braten, also bestand die Gefahr auch gar nicht.
Im Training soll ich generell darauf aufpassen, nicht zu viel Fett zu mir zu nehmen. Der Hauptbestandteil der Nahrung sollte aus Kohlehydrate bestehen. Das bedeutet aber nicht, dass ich bis Mai nur Nudeln essen soll. Abwechslungsreich und ausgewogen soll die Ernährung sein. Morgens vor dem Training soll ich möglichst wenig und leicht essen, nach dem Training ein zweites Frühstück einlegen.
26. Dezember 2006, Florian Kels
Na, das sind mal Frohe Weihnachten!
Den Nerv habe ich auf Urlaub geschickt, der stört zumindest heute nicht. Also geht’s ab auf die Straße. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich mal so sehr darauf freue, wieder laufen gehen zu können. Ich weiß zwar ganz genau, dass ich morgen jeden Meter bereuen werde, weil der Nerv seinen Urlaub ganz schnell beenden wird. Aber auf der anderen Seite kann ich ja jetzt nicht permanent meinen Fuß hochlegen. So würde ich nie auf den Fitnesstand kommen, den ich im Mai brauchen werde.
Seit gestern bin ich auch wieder etwas weniger frustriert und wieder optimistisch. Ich habe mit meinem Coach Holger Schütt gesprochen, der mir ganz klar gesagt hat, dass ich mir keine Sorgen zu machen bräuchte. Meine Fitnesswerte seien in einem Bereich, in dem ich diese Unterbrechung durchaus kompensieren könnte. Vorsichtige Entwarnung also: Das Projekt müssen wir nicht abbrechen. Mein Lied für den MP3-Player ist deshalb heute nicht besonders weihnachtlich, passt aber zur Situation: Die Toten Hosen mit “Steh auf, wenn du am Boden bist!”
Ich wünsche allen Lesern ein besinnliches und frohes Weihnachtsfest. Lassen Sie es sich gut gehen, und wenn ich einen Wunsch zum Fest frei hätte, dann würde ich mir wünschen, dass Sie sich am 6. Mai an die Marathonstrecke stellen und mich ein wenig unterstützen!
24. Dezember 2006, Florian Kels
Es läuft einfach gar nicht
Das Training findet auf dem Fahrrad statt, gelaufen bin ich seit Samstag gar nicht mehr. Das Gehen macht mir Probleme, teilweise kann ich nachts kaum schlafen, weil die Schmerzen im Fuß so groß sind. Ich bin mal gespannt, wie das weiter geht. Wir müssen da möglichst bald mal eine Lösung finden.
22. Dezember 2006, Florian Kels
Eine einzige Achterbahnfahrt
Da läufst du so weite Strecken, wie du es in deinem Leben noch nicht geschafft hast, und denkst, ja, du schaffst es! Zwei Tage später sitzt du mit höllischen Schmerzen im Wartezimmer deines Arztes und fragst dich, warum du dir das antust. Heute hatte ich meine erste schwere Sinnkrise, habe mir mehrfach die Frage gestellt, ob sich diese Schmerzen rechnen, im Vergleich zu dem, was ich erreichen kann.
Der Doc hat erst einmal meine Blase aufgestochen und das Blut ablaufen lassen. Fiese Geschichte, so was. Noch fieser finde ich aber, dass die Nervenreizung im linken Fuß wieder da ist, und zwar so stark wie nie zuvor. Musste mir eine Betäubungsspritze setzen lassen, damit ich überhaupt noch irgendwie bewegungsfähig bin. Dr. Teuber und Coach Holger Schütt denken mittlerweile darüber nach, diese Mortonneuralgie operativ zu behandeln. Ich bin begeistert.
Beendet hat meine Sinnkrise dann ein Plakat des METRO Group Marathons, das ich auf meinem Heimweg aus dem Fenster erblickte. Da war sie wieder da, diese Vorfreude auf den Zieleinlauf am 6. Mai. Sinnkrise vorbei, die Schmerzen gehen auch wieder. Bestimmt. Irgendwann.
18. Dezember 2006, Florian Kels
Iiiihh! Ekelhaft!
Blasen am Fuß kannte ich ja. Dass die auch gern mal etwas größer werden, wusste ich auch. Aber eine münzengroße Blase, gefüllt mit Blut, das habe ich noch nie gesehen. Ich habe überlegt, ein Foto davon zu machen und es hier online zu setzen. Aber den Anblick erspare ich Ihnen dann doch lieber.
Gestern gab es außer der kardiologischen Untersuchung auch noch das Langstreckentraining. 75 Minuten am Stück standen auf dem Programm. Die ersten 60 Minuten habe ich einigermaßen leidlich überstanden, danach hatte ich mit drei großen Problemen zu kämpfen: unglaublichem Durst (Ich muss in Zukunft vor dem Training mehr trinken!), Schmerzen im rechten Fuß wegen der Blase, und das Schlimmste: Im linken Fuß habe ich die gleichen Schmerzen, wie ich sie bei meiner Nervenentzündung zu Beginn meines Trainings hatte. Ich hoffe, ich muss nicht schon wieder tagelang auf das Training verzichten. Aber immerhin bin ich auf 13 km gekommen - ein neuer Rekord!
Morgen geht es nichtsdestotrotz erst einmal wieder zum Arzt. Ich glaube nicht so richtig, dass diese Blase von allein heilt!
17. Dezember 2006, Florian Kels
Entwarnung vom Kardiologen
Heute gab es für mich wieder eine sehr wichtige Untersuchung: Das Herz musste an allen Ecken und Enden gecheckt werden, damit ich beim Marathon oder beim Training nicht irgendwann den Klappmann mache, weil irgendein unentdeckter Herzfehler dafür verantwortlich ist, dass ich gar keinen Marathon laufen kann.
Der Kardiologe Dr. Stephan Pehrings hat mich zunächst nach Vorerkrankungen befragt und im Anschluss per Ultraschall meine Pumpe genauestens unter die Lupe genommen. Es war sehr interessant, einmal das Zentrum seines Kreislaufes auf einem Bildschirm zu sehen. Und als ob ich es geahnt hätte: Auch hier wurde es anstrengend! Ein Belastungs-EKG gehört auch zu dieser Untersuchung. Ich wurde also auf ein Ergometer gesetzt, mit Saugnäpfen an diverse Messgeräte angeschlossen, und los ging die Strampelei.
Am Anfang habe ich noch gedacht, das ist ja einfach, wie wollen die denn da irgendeine Belastung messen? Nachher habe ich mir gewünscht, nicht so voreilig gewesen zu sein. Das ging ganz schön in die Beine! Aber der Aufwand hat sich gelohnt: keine Beanstandungen von Seiten Dr. Pehrings. Der Weg zu den 42,195 km ist also frei!
16. Dezember 2006, Florian Kels

