Brasserie 1806 im Breidenbacher Hof - Preiskategorie III

Eintrag vom Samstag, 13. März 2010

Der macht schon Eindruck. Der prunkvolle Breidenbacher Hof. So opulent, aber trotzdem kein “Poser”. Am Abend eher geheimnisvoll. Toll, da habe ich heute Lust drauf. Und die Kollegin Claudia Monreal sowieso. Sie war morgens extra joggen und hat dann nur ein halbes Brötchen gegessen. Also ziehe ich schnell den Bauch ein. Es geht in die Brasserie “1806″ im Hotel die Treppe hoch. Ein herzlicher Empfang, ein Tisch mit Blick auf das Carsch-Haus durch die riesen Fensterfront und ein Glas RosĂ©-Champagner vorweg. Perfekt. - Ich gebe zu, ich habe etwas Angst vor dem Menu. Gang Nummer 2 beinhaltet nĂ€mlich Blutwurst. Und der Gedanke, mir die in den Mund zu schieben… Nein, das kann ich nicht. Am Besten jetzt noch gar nicht daran denken.

Das 4-Gang-Menu ist so aufgebaut, dass es vor jedem Gang noch einen “Shot” gibt. Macht dann acht GĂ€nge. Sprich: Es gibt einen Appetizer, der den Gast auf den kommenden eigentlichen Gang geschmacklich einstimmt. Coole Idee, finde ich. Los geht’s also mit dem ersten Shot: „WestfĂ€lische TrĂŒffel, Mousse von Stanley-Pflaumen”. Was ist das denn? Meine GĂŒte, was ist das denn? Ich kann Ihnen leider nicht beschreiben, wie das geschmeckt hat. Das war so unglaublich gut. Ich kenne nichts Vergleichbares. Allein diese Pflaumen… Ich geb’s auf. Einfach ganz groß! Genauso wie der erste Gang “GĂ€nseleberterrine mit Ananas und roh mariniertem Kaisergranat”. Unfassbar wie gut das schmeckt. Die Kollegin Monreal und ich benehmen uns ganz peinlich. Wie stöhnen richtig. Das hat fast was von “Harry und Sally”. Aber es geht nicht anders. Unglaublich! Wenn jetzt nur nicht der Gang mit der Blutwurst kĂ€me. Shot Nummer 2: “Champagner-RĂ€ucheraalsuppe mit gerĂ€ucherter Flöns”. Die ist super. Fein, zart und gleichzeitig so schön rauchig. Toll. Aber auf dem Tellerchen liegt eben dieses StĂŒck Blutwurst. Ich ĂŒberlege kurz, ob ich es in Claudias Handtasche verschwinden lassen soll. Aber sie ist entsetzt, als ich sie frage und hat eine viel bessere Idee: Sie isst sie fĂŒr mich. Wie einfach das doch manchmal sein kann. (Puh!) Also machen wir uns an das “Pochierte Kabeljaufilet mit geschmolzener Blutwurst, allerlei Bohnen und violetter Senfcreme”. Kann man nicht meckern. Schmeckt! Und die geschmolzene Blutwurst geht sogar auch. (Ich wette, da lecken sich viele die Finger nach… Nur ich eben nicht.) Nur die Bohnen sind teilweise etwas hart geraten, aber das passt schon.

Es ist an der Zeit, dass ich Ihnen jetzt den Löwen vorstelle. Der hat laut Sternzeichen “ein sonniges Naturell, ist natĂŒrlich und der Mittelpunkt in so manch einer Gesellschaft”. Auf Englisch heisst Löwe “Lion”. Das ist unsere Service-Kraft an diesem Abend: Lion Imhof. Und das ist er: Er ist so sonnig, hat alles im Griff und im Blick, so aufmerksam und freundlich. Einer von der Sorte: Och, mit dem könnte man nach Feierabend auch mal ein Bier trinken gehen. Aber jetzt macht er seinen Job erstmal super professionell. (Im Löwe-Sternzeichen steht auch noch: “Er ist ein anspruchsvoller und sehr leidenschaftlicher Liebhaber. Oha!) Wieder zum Essen:

Shot Nummer 3: “Hirsch-Bolognese mit Kartoffelschaum”. Wieder zum Reinlegen. Und die perfekte Vorbereitung fĂŒr den “HirschrĂŒcken „Rossini” auf SelleriepĂŒree, Schalottenkompott und BrĂŒsseler BlĂ€ttern”. Sag mal, wie kocht denn der Michael Reinhardt? Ach stimmt, der hat einen Stern, ne? Wirklich fantastico! Und das Beste ist, wir sind ĂŒberhaupt nicht vollgestopft. Perfekt die Portionen. Der HirschrĂŒcken ist so granatenmĂ€ĂŸig gebraten, die Sauce dazu ein Traum. Wir sind kurz davor, die Teller abzulecken. Aber es kommt ja noch der letzte Shot vor dem Dessert: „Quark-Keulchen auf Puder von kandierter Orangenschale” gefolgt vom “TopfensoufflĂ© mit Physaliskompott, Kakaolikör-Gelee und Kaffir LimonenblĂ€tter-Eis”. Es tut mir leid, wenn ich mich wiederhole, aber das ist alles so wahnsinnig lecker. Das Physaliskompott bringt mich um den Verstand. Meine GĂŒte… Wir hören die Engel singen.

Wir können es wirklich kurz machen: Es war der absolut perfekte Abend! Es ist die höchste Preiskategorie, ja. Aber mehr als im Rahmen. Das Menu fĂŒr 65 Euro. Mit Weinbegleitung und Mineralwasser 98 Euro. Und Sie werden es ahnen: Die Weine waren auch einfach himmlisch. Normalerweise mag ich es nicht, in Hotels zu essen. In dieser Brasserie fĂŒhle ich mich aber wie zuhause. Wirklich. Ich lege gleich die FĂŒĂŸe hoch. Das ist natĂŒrlich gehobene Gastro, aber ĂŒberhaupt nicht steif. Meine Fresse, war das gut. Ich bin restlos, restlos begeistert. Und die Kollegin Claudia Monreal? Auf facebook schrieb sie: “Danke, danke fĂŒr diesen tollen Abend. Ich fĂŒhle mich rund, aber so glĂŒcklich.”

 Der Beitrag zum Nachhören:   
       

Kommentar schreiben

An dieser Stelle können Sie Ihren Kommentar hinterlassen. Bitte beachten Sie: Dieses Blog wird moderiert. Ihre Kommentare werden deshalb zeitverzögert freigeschaltet. So verhindern wir Kommentar-Spam. Bitte beachten Sie außerdem, dass wir Einträge mit Diskriminierungen, Verunglimpfungen, rechtswidrigem oder sonstigem zweifelhaften sowie werblichem Inhalt nicht dulden. Kritik sollte zudem immer konstruktiv sein.

Hinweise/Infos

hat diesen Eintrag am 13. März 2010 um 6.40 Uhr geschrieben. Sie können zu diesem Eintrag einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback auf Ihrer eigenen Homepage setzen. Beim Hinterlassen eines Kommentars wird Ihre E-Mail-Adresse im Blog nicht angezeigt. Sie dient ausschließlich der Antenne Düsseldorf Redaktion für mögliche Rückfragen. Kommentare und Trackbacks können Sie außerdem über einen eigenen Feed abonnieren.