Bénoa / Preiskategorie II

Eintrag vom Mittwoch, 3. März 2010

Weiter im Text. Oder Test. Es geht ins Bénoa nach Pempelfort. Falls Sie das noch nicht kennen - ich hoffe, ich sage nichts Falsches, wenn ich die Küche als Vietnamesisch-Französisch umschreibe. Was ich schon absolut cool finde, bevor es losgeht: Hier kann der Gast wählen wie er lustig ist. Also fünf Gänge oder vier Gänge mit Dessert. Völlig egal, ob ich bei den vier Gängen die Suppe weglasse, den Fisch oder was auch immer. Und: Man hat bei jedem Gang zwei Wahlmöglichkeiten. Das ist toll. Genauso wie die Weinbegleitung. Die gibt’s als 0,1 l-Glas oder 0,2 l. Und für die wirklich, wirklich guten Tropfen zu einem absolut fairen Preis. Meine Freundin und ich nehmen vier Gänge plus Dessert und vorne weg einen Winzersekt, der mich komplett aus den Socken haut. Das ist purer Erdbeer-Geschmack im Glas. Ein Riesling, der aber kaum Säure hat. Eine Wucht, würde meine Mama sagen. Toll!

Für mich geht es mit der Frühlingsrolle und Brust vom Perlhuhn mit karamellisierter Zuckerschote und Tandoori-Sauce los. Meine Freundin nimmt gegrillte Jakobsmuscheln mit Lotuswurzeln und Koriander-Vinaigrette. Das ist jetzt schwierig. Erst der Geschmack: Meins ist außergewöhnlich und außergewöhnlich lecker. Begeisterung! Daraufhin klaue ich meiner Freundin etwas von ihren Lotuswurzeln mit Koriander vom Teller. Ich muss vielleicht dazu sagen, dass ich Koriander überhaupt nicht ab kann. Der Geschmack ist mir sonst zu streng und irgendwie macht Koriander immer alles andere platt. Diese Vinaigrette ist eine Offenbarung! Ab sofort werde ich Koriander lieben. Wenn es denn dann immer so schmeckt wie mit diesen tollen Lotuswurzeln. Ich bin baff. Jetzt kommt aber das Aber. Die Vorspeisen waren fast kalt. Erst dachte ich, das muss so sein, aber nein… War in diesem Fall nicht so schlimm, weil es auch so verdammt lecker war.

Weil wir beide nicht so auf Lamm stehen, nehmen wir als nächstes Thunfisch mit Passionsfruchtsalsa und Glasnudeln in Ingwer-Marinade. Auch hier: Wow! Vietnamesisch kann so schön leicht sein (also das Essen, nicht die Zubereitung). Der Fisch ist perfekt gegart, die Maracujasalsa bringt den absoluten Pfiff und die Glasnudeln so viel Frische. Aber… auch hier: Fast zu kalt das Essen, trotz gewärmter Teller. Menno, was ist los? Das schmeckt so toll, ihr Lieben, aber warum so abgekühlt?

Und es geht so schnell. Mit den Gängen. Das ist lieb gemeint, damit wir nicht verhungern, aber wir brauchen etwas längere Pausen. Danke. Haben wir dann auch, bevor für meine Freundin das Rinderfilet mit Gewürzjus, Rotkohl und Schupfnudeln kommt. Für mich gibt es das Rückenfilet vom Skrei-Kabeljau mit Hummersauce, Orangen-Safran-Perlgraupen und Vanillemöhren.

Meine Freundin ist begeistert und schwärmt. Ich bin so halb überzeugt. Der Fisch ist super gebraten. Knusprige Haut und das Fleisch (vom Fisch) ganz zart. Allerdings fehlt mir ein bisschen die Würze. Gut, die kommt mit der Sauce, aber das ist mir persönlich etwas zu vanillig. Geschmackssache.

Als Dessert gibt es Limonen-Basilikum-Sorbet mit Gorgonzola-Törtchen und Gewürzfeigen - wir entscheiden uns aber für die Crème Brûlée von der Tonkabohne. Alles in allem lecker.

Fazit: Das Essen war eigentlich richtig gut, nur teilweise einfach zu abgekühlt. Das war schade, aber hat vielleicht auch einen Grund, den man schnell beheben kann?! Und lasst euch mehr Zeit zwischen den einzelnen Gängen, sonst rast man so durch’s Essen. Und das ist viel zu schade bei diesen so vielen unterschiedlichen und aufregenden Geschmacksnuancen. Die Weine waren wunderbar zum Essen. Preis-Leistung top. Und der Service auch ganz liebevoll. Danke.

Hier die Zusammenfassung aus der Sendung:

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Tanja Marschal hat diesen Eintrag am 3. März 2010 um 10.39 Uhr geschrieben. Sie können zu diesem Eintrag einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback auf Ihrer eigenen Homepage setzen. Beim Hinterlassen eines Kommentars wird Ihre E-Mail-Adresse im Blog nicht angezeigt. Sie dient ausschließlich der Antenne Düsseldorf Redaktion für mögliche Rückfragen. Kommentare und Trackbacks können Sie außerdem über einen eigenen Feed abonnieren.