Das Warming-Up: Monkey’s South
Eintrag vom Donnerstag, 25. Februar 2010
Freitag geht’s los mit der Tour de Menu. Und da muss man sich ja schon mal warm essen. Am Besten im Süden (google maps). Wo ist Süden? Direkt neben Westen und gegenüber von Osten. Ich habe mir das Monkey’s South ausgesucht. Eben neben dem Monkey’s West und gegenüber vom Monkey’s East am GAP. Und was soll ich sagen? Es hat sich gefunden! Am Anfang gab es noch mediterranes Allerlei. Lecker, aber so ein richtiger roter Faden war nicht zu erkennen. Jetzt aber. Es geht in Richtung Italien, kann aber auch Exkurse machen, die dem Ganzen auch nur gut tun.
Für mich sollte es ein Überraschungsmenu werden mit Blick auf meine Tour de Menu-Ess-Orgie. Den Kollegen Daniel Fiene habe ich auch gleich noch eingepackt. Das South ist schnuckelig. Schön mit warmen Farben durchgestylt, offene Küche. An der Wand hängt ein großartiges Bild des Fotokünstlers Andreas Gursky. Wow. Viel Holz und warmes Leder. Sehr schön. Wir stoßen mit einem Crémant in rosa an, der genauso glücklich macht wie der Gruß aus der Küche: Eine Grüne Tomaten-Suppe mit einem herrlichen kleinen Strudel. Ich wusste gar nicht, dass grüne Tomaten so gut schmecken können. Das macht Lust auf mehr! Es wird modern italienisch mit Vitello Tonnato mit gebackenen Kapern und halb-rohem Tunfisch. Ja, verdammte Hacke! Ist das lecker! Und die Scheurebe im Glas, die den Tunfisch im Mund noch einmal verführt: Perfekt! Wir fühlen uns sooooo wohl und dippen erstmal ein Stückchen Weissbrot in das herrliche Natur-Olivenöl. Der Service ist so aufmerksam, so freundlich und liest uns jeden Wunsch von den Augen ab. Die Lippen können nämlich gerade nicht sprechen, die werden abgeleckt, weil sie soeben den hausgemachten Himbeeressig probiert haben. So wenig Säure und was für eine Frucht. Ich habe den ganzen Mund voller frischer Himbeeren.
Die muss ich jetzt aber schnell runter schlucken, denn es kommt die Königin der Muscheln. Mein Kollege Daniel guckt ein bisschen wie ein verlassener Hund. Ich frage: “Noch nie Jakobsmuschel gegessen?” - Er: “Uhmhm.” Das soll “nein” heißen. Ein Kunstwerk auf dem Teller: Unten Blumenkohlpüree mit Trüffelschaum. Da drauf: Trüffelravioli. Und da drauf: Die Jakobsmuschel in einem Knuspermantel. Toll. Der Kollege Fiene beisst rein. Ich warte auf seine Reaktion und die kommt dann geballt: “Booooohhhrr. Lecker!” Und das ist es. Tolle Aromen, die sich da gesucht und gefunden haben. Die Jakobsmuschel ein Gedicht - innen ganz zart. Wir sind begeistert. Das gilt auch für das super gewürzte westfälische Wildschwein-Ragout im Anschluss. Das macht uns auch noch mal so richtig Lust auf Fleisch. Bevor das kommt, gibt es schon einen Schluck Spätburgunder, der wunderbar leicht ist und uns somit nicht schielend in die Lederbank wirft. Ganz ehrlich - das Rinderfilet, was dann mit frischem Gemüse auf den Tisch kommt - das ist ohne Worte. Ich weiss nicht, ob ich jemals schon so ein perfekt gegartes Filet gegessen habe. Das hatte eine Farbe - ich hätte weinen können. Butterzart. Hätte auch ohne Gebiss funktioniert. Mit der Sauce eine Geschmacksbombe.
Wo ist der Küchenchef? Jörg Wissmann? Vielleicht könnte der bei mir einziehen und mir mittags ein Filet auf den Teller zaubern?! Das macht so glücklich! Passt das Dessert noch rein? Klar. Geht immer. Oh toll, was leichtes und frisches. Zitronentarte mit frischen Himbeeren und Himbeersorbet. Dazu noch ein Schlückchen Riesling Auslese und ich kriege das Grinsen auf dem Gesicht gar nicht mehr weg. Sie merken schon, wir hatten einen tollen Abend. Das Essen war großartig, der Service kann nicht besser sein, das Ambiente auch ein Genuss. Also: Ab in den Süden! Und wenn Sie da sind, dann probieren Sie zum Abschluss unbedingt den (ich nenn es mal) Erdbeer-Brand. Der ist der Hammer. Riecht wie parfümiert, ist aber einfach nur pure Frucht. Ein Traum.
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Tanja Marschal hat diesen Eintrag am 25. Februar 2010 um 19.10 Uhr geschrieben. Sie können zu diesem Eintrag einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback auf Ihrer eigenen Homepage setzen. Beim Hinterlassen eines Kommentars wird Ihre E-Mail-Adresse im Blog nicht angezeigt. Sie dient ausschließlich der Antenne Düsseldorf Redaktion für mögliche Rückfragen. Kommentare und Trackbacks können Sie außerdem über einen eigenen Feed abonnieren.
