Das “Dim Sum” - oder warum man nicht immer Angst vorm Chinesen haben muss!
Eintrag vom Freitag, 5. Februar 2010
Es wird chinesisch heute. Und wie! Meine Güte, wer hätte das gedacht! Ich fang mal an. Die Kollegin Katrin Krause und ich wollten was richtig Authentisches. Eben echt chinesisch. Und als wir ankamen auf der Brunnenstraße in Bilk (Brunnenstraße 13, 40223 Düsseldorf google maps), beim “Dim Sum”, da habe ich gedacht: “Oh nein. Warum haben wir nichts beim Liefer-Service bestellt?” (Da schmeckt’s zwar meist sehr europäisch, aber ich habe schon alleine Spaß daran, dass die Sachen tatsächlich bei “Marschal” ankommen, obwohl auf der Rechnung ein undefinierbarer Name steht wie “Perzikesch”. Respekt!). Aber das nur am Rande. Da stehen wir also und mein erster Eindruck von weitem: “Katrin, das sieht aus wie ne abgeranzte Frittenbude!” Als wir aber näher kommen, sieht’s doch nicht mehr so schlimm aus, und wir sehen, dass die Bude rappelvoll ist. (Und sauber!
) Bis auf den letzten Platz. Gut, ist jetzt auch nicht so riesig, aber trotzdem. Das muss einen Grund haben.
Wir warten also und werfen schon mal einen Blick in die Speisekarte. Es gibt ein original Peking-Enten-Menü - wow! Das ist wirklich was tolles und selten. Und nicht mal teuer. Eine riesen Auswahl an “Dim Sums” (wie der Restaurantname ja schon sagt). Also kleine Gerichte, die meist gedämpf oder frittiert sind. Das mag ich. Viele kleine Häppchen, damit man möglichst viele verschiedene Sachen probieren kann. Ahhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh! Oh nein, oh je, oh Gott. Katrin, wir müssen weg. Ich lese: “Kalte Hühnerfüße in Essig-Sauce”. Oder hier: “Pansen mit Ingwer”. Ich krieg Angst. Das ess ich nicht. Katrin legt aber sanft die Hand auf meinen Arm und sagt: “Das müssen wir doch nicht essen. Hier gibt’ so viele andere Sachen!” Ja, sie hat ja recht. Endlich ergattern wir einen Platz. Und Katrin hat wieder recht: Der Rest klingt doch wirklich gut. Wir bestellen als Vorspeisen Dim Sums: “Rettichreibekuchen mit Schweinefleisch”, “Garnelen-Bällchen mit grünem Spargel”, “Maultaschen á la Shanghai”, “Wan Tans mit Sepia und Lachsstückchen an chinesischer Mayonnaise und Zitronenöl” und weil wir den Hals nicht voll kriegen, auch noch “Gedämpfte Jacobsmuscheln mit Knoblauch-Ingwer Sauce”. So!
Ich bin Weintrinker und meistens lass ich das beim Chinesen. Das endet nämlich immer in einer geschmacklichen Katastrophe. Aber was sehe ich denn hier für edle Tröpfchen auf der Karte? Nicht schlecht, nicht schlecht. Der Sohn des Kochs (wie wir später erfahren) arbeitet im Service und ist absoluter Wein-Freak. Er empfiehlt mir einen Saar-Riesling und später noch ein, zwei andere Gläschen - großartig! Richtig gute Weine! Wer hätte das gedacht.
Bevor ich Ihnen jetzt in allen Details das Verputzen, nein Verschlingen, unserer Vorspeisen beschreibe - ich mach es kurz: Wir waren wie in Trance. Eine derartige Aromenvielfalt. Unglaubliche Geschmacks-Explosionen. Wir haben uns die Finger abgeleckt und peinlich gestöhnt, wie lecker das alles ist. Das MÜSSEN Sie probieren. Nicht genug, dass das alles unglaublich fantastisch schmeckt, es macht auch noch süchtig. (Ich war Freitag da und am Samstag gleich nochmal!)
Und wie das angerichtet ist - toll! Ich bin restlos begeistert. Und der Spaß ist gar nicht mal teuer. Zwischen 3 bis 5 Euro pro Dim Sum. Und das sind dann im Schnitt vier Stückchen pro Portion. Das ist für diese Kunstwerke fast albern. Eigentlich sind wir jetzt schon satt. Wie gut, dass wir noch Ente und Fisch bestellt haben.
Und schon wieder kann ich nur schwärmen. Meine “Ente á l’Orange” für 12 Euro mit knackigem chinesischem Gemüse ist fast eine Offenbarung. Super knusprig die Haut, das Fleisch butterzart und geschmacklich der “Burner”. Nur krieg ich sie nicht mehr auf. Das ist aber nicht schlimm, denn Katrin isst weiter. Die hat nämlich voll in die Tonne gegriffen. Das kommt davon, wenn man experimentieren will. Sie hatte sich einen Fisch in Gelee-Gedöns bestellt. Das war zu authentisch, sah nur glibberig aus und war der einzige Fehlgriff an diesem Abend. Aber sonst wäre es auch fast gespenstisch gewesen. Der Service übrigens super freundlich.
Also: Auch wenn Sie vielleicht nicht auf Dim Sums stehen, allein der Ente wegen lohnt sich jeder Weg. Die Preise absolut zivil. Tolle Tropfen. Der Chefkoch, Meister Lau, ein Sternekoch für mich. Sie müssten allerdings reservieren, vor allem am Wochenende. Die Hütte ist immer voll. Mich wundert’s nicht. Das “Dim Sum” - für diesen Monat meine absolute Entdeckung!
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Tanja Marschal hat diesen Eintrag am 5. Februar 2010 um 14.10 Uhr geschrieben. Sie können zu diesem Eintrag einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback auf Ihrer eigenen Homepage setzen. Beim Hinterlassen eines Kommentars wird Ihre E-Mail-Adresse im Blog nicht angezeigt. Sie dient ausschließlich der Antenne Düsseldorf Redaktion für mögliche Rückfragen. Kommentare und Trackbacks können Sie außerdem über einen eigenen Feed abonnieren.
