Classic Western Steakhouse - Ein Fleisch-Erlebnis der besonderen Art

Eintrag vom Freitag, 30. Juli 2010

Ich will Fleisch! Steaks! Saftig. Aber ich habe keine Lust auf die typischen Steakhaus-Ketten. Das macht es schwierig. Aber gut, dass es den Kollegen Philipp Klees gibt. Der hat nämlich einen Tipp. Ist zwar auch eine “kleine” Kette (gibt es nämlich auch in Frankfurt und gehört irgendwie zu den typischen Steakhaus-Ketten hier), aber ganz anders. Warum? Weil das Fleisch in keinster Weise vergleichbar ist. Auch nicht das Ambiente. Und auch nicht der Service.Wir waren im “Classic Western Steakhouse ” auf der Tussmannstraße in Pempelfort. Schon schräg: Da steht so ein Typ vor der Tür des Restaurants, der aussieht, als sei er gerade aus dem letzten Ronald Reagan-Western entsprungen. Cowboy-Hut, Weste, fehlt nur noch der Colt. Aber sympathisch :-) Und wie ich erfahre, ist das der nette Herr, der nicht nur die Tür zum Saloon aufhält, sondern auch noch das Auto für mich parkt. Wir sind aber mit dem Taxi da. Drinnen: Das Restaurant schön im Western-Stil, ohne kitschig zu sein. Viele Bilder von Western-Filmen und Schauspielern an der Wand. Gedimmtes Licht, aber nicht zu dunkel. Sogar ein separater Raucherbereich (super Abzug übrigens, da riecht man so gut wie nix). Hoppala: Was ist das denn? An der Wand hängen Messer. Der Kollege Klees weiß auch hier, was Sache ist: Das sind die der Stammgäste. Die werden jedes Mal poliert und dann in den Kasten an die Wand gehängt. Bis zum nächsten Besuch. Krass.Wir sitzen schön bequem und die riesen Show geht los. Es gibt Steaks in allen Variationen. Und damit man sich die verschiedenen Fleischsorten besser vorstellen kann, kommt der super angenehme Service-Chef mit einem Wägelchen an den Tisch, auf dem alles, was man hier kriegt, eingeschweißt liegt. Da wird alles nacheinander hochgehoben und gezeigt: “Das ist das T-Bone-Steak. Hier ein Rib Eye. Das wären die drei Tournedos, das ist das Rumpsteak usw.” Cool. Fett ist zwar ein super Geschmacksträger, aber so weiß ich, dass es nicht das Rib Eye wird, sondern das Filet. Genauer gesagt: Das “Apachi-Filet”. Das ist ein Rinderfilet im “Hot Spicy Gewürzmantel”. Der Kollege Philipp Klees entscheidet sich für eins im Kräutermantel. Dazu kann man sich dann Beilagen aussuchen: Edelpilze, Kartoffeln, Blattspinat zum Beispiel und ganz viele verschiedene Saucen.Bis wir das auf dem Tisch haben, pfeifen wir uns erstmal einen leckeren (vom Service empfohlenen) Weißwein rein. Es gibt nämlich satte 350 auf der Weinkarte. Super aufmerksam alle hier. Schnell, immer zur Stelle, aber dabei keineswegs aufdringlich.

Da kommt es. Noch brutzelnd und zischend. Wow. Als Beilagen haben wir einmal “Country Potatos” und einmal Edelpilze. Die Portionen sind so groß, dass sie glatt für vier bis fünf Leute reichen. Jetzt aber mal ran an die angeblichen “Luxus-Steaks aus dem Wilden Westen”. Ja, mein lieber Herr Gesangsverein. Das muss man ja gar nicht schneiden. Ich werd verrückt. Ganz großes Kino! Das Fleisch auf den Punkt gebraten, butterzart. Einfach nur zum Reinlegen. Der Gewürzmantel ist großartig und erschlägt das Fleisch nicht. Die Saucen dazu toll. Ich habe selten so ein gutes Stück Rind gegessen. Dem Kollegen Klees geht’s nicht anders. Er war aber auch schon mal hier und meint, während er fast die Augen vor Verzückung verdreht: “Danach kannst du nirgendwo anders mehr ein Steak essen gehen!” Ich befürchte, er hat recht.

Das Fleisch hat eine Qualität - der absolute Hammer. Und weil das so ist, ist es halt auch teuer. Aber ganz ehrlich: Lieber mal richtig genießen als fünf Euro zu sparen und da so ein abgepacktes Supermarktfleisch auf dem Teller zu haben.

Wir sind im Himmel. Zum Abschluss gibt’s dann für uns beide noch Brownies mit Schokoladensauce und eine der unzähligen guten Whiskeys. Unbeschreiblich gut.

Also: Wenn es mal was Besonderes sein soll (Sie haben doch bestimmt mal Hochzeitstag oder feiern Ihre Scheidung), dann müssen Sie da mal hin. Ist wirklich nicht preiswert, aber das Essen ist jeden Cent wert. Weltbestes Fleisch. Super Service. Immer da, immer aufmerksam, ohne penetrant zu sein. Und danach gehen Sie leider wirklich nicht mehr in einen anderen Steakladen… Hätte ich mehr Kohle, hätte ich auch ein eigenes Messer an der Wand hängen.

 

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Tanja Marschal hat diesen Eintrag am 30. Juli 2010 um 11.36 Uhr geschrieben. Sie können zu diesem Eintrag einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback auf Ihrer eigenen Homepage setzen. Beim Hinterlassen eines Kommentars wird Ihre E-Mail-Adresse im Blog nicht angezeigt. Sie dient ausschließlich der Antenne Düsseldorf Redaktion für mögliche Rückfragen. Kommentare und Trackbacks können Sie außerdem über einen eigenen Feed abonnieren.