10. WM-Test: Die Rache für 2006 oder: Lucas, mach es! Am besten einen Hattrick.

Eintrag vom Mittwoch, 16. Juni 2010

Man muss ein guter Verlierer sein können. Was soll’s denn. Haben uns die Italiener halt 2006 aus dem Turnier geschmissen. Sie sind verdient Weltmeister geworden. Ich bin da nicht nachtragend (sagt das Engelchen auf meiner linken Schulter). Ich werde euch so zerreißen, da könnt ihr den Laden dicht machen. Ihr braucht gar nicht so freundlich zu tun, ich mach euch eh fertig. Und euren ollen Prosecco könnt ihr euch selber hinter die Binde kippen (sagt das Teufelchen auf meiner rechten Schulter). Da steh ich also mit meinem besten Kumpel vor der Zollhof Trattoria im Medienhafen. Ich gebe zu, eine bequeme Wahl, weil ich erst um 20 Uhr aus dem Sender gekommen bin und um halb neun das Spiel beginnt. Der kürzeste Weg zu Italien gegen Paraguay. Und zum nächsten WM-Restaurant-Test. Ich muss nur aufpassen heute Abend. Mein Begleiter ist totaler Italien-Fan. O-Ton: “Die sind so geil. Ehrlich mal: Die haben so viel Stil. Die Mode. Das Essen ist toll, die Weine, geile Autos. Schöne Ladies. Und die Toscana… Ein Traum.” Ich dagegen bin heute Abend für Paraguay. Erstens aus Prinzip und dann, weil ich Dortmund-Fan bin. Und im Sturm stehen nunmal mein Lucas und der Nelson.

Wir haben den perfekten Platz. Draußen direkt vor dem riesen Fernseher. Schon mal Daumen hoch. Auch für den Service, der gleich leckeres Brot, Oliven und einen cremigen Dip bringt. Ich hab so einen Hunger. Soll es jetzt die Pizza werden? Pasta? Oder doch was ganz anderes? Tolle Vorspeisen. Klassiker wie Vitello Tonnato (das nimmt auch mein Kumpel), ich hab’s aber auf die halbe Avokado mit Flusskrebsen, Beeren und einer Honig-Senf-Sauce abgesehen. Dazu ein schickes Peroni-Bier. Läuft. Das Spiel mittlerweile auch. Und ich ernte böse Blicke vom Nachbartisch, weil ich von Lucas Barrios schwärme. Hätte der aber nur halb so gut gespielt wie die Avokado schmeckt, die ich dann verputze, wäre Paraguay jetzt schon Weltmeister. So was Gutes habe ich schon lange nicht mehr gegessen!!! Was das für tolle Aromen sind, die da aufeinander treffen. Die frischen Erd-, Brom-, Him-, Heidelbeeren zu den Flusskrebsen und den Avokado-Stücken - die absolute Sensation! Zum Reinlegen! Das Vitello Tonnato muss ich natürlich auch mal probieren. Super. Das geht ja gut los! Auch das Spiel für Paraguay. Plötzlich 1 zu 0. Ich springe auf, schmeiße mein Bier um und balle die Faust. Das war wohl nicht so eine gute Idee. Die gucken mich an, als hätte ich gerade die Mutter vom Buffon beschimpft. Also: Besser hinsetzen und den Hauptgang bestellen.

Mein Kumpel war schon mal hier und meint, ich sollte unbedingt die Pizza mit Rinderfiletstreifen, Tomaten und Sahnesauce essen. Die sei der Hammer! Hier gibt’s nämlich keine Hawaii oder Tonno. Aber ich habe mal wieder Lust auf Fisch und darum wird es das Schwertfischsteak vom Grill mit Zitronenöl. Für ihn: Kalbsrückenscaloppine mit Pfifferlingen all Italiana. - Was ist das denn? Zack. Romms. Das 1 zu 1. Jetzt bebt der Laden… Ich gucke dann mal lieber auf meinen Teller, bin ruhig und probiere das mal. Toll gegrillt. Schmeckt super. Jetzt keine Offenbarung, aber super. Das Zitronenöl könnte nur etwas zitroniger sein. Die dünnen Kalbsschnitzel esse ich meinem Kumpel auch noch fast weg - der starrt nämlich jetzt auf den Fernseher. Auch die: Lecker. Gibt’s nichts zu kritisieren. Das Spiel endet 1 zu 1. Mein Fazit für die Zollhof Trattoria aber 6 zu 0! Der Service ist freundlich, hatte an dem Abend natürlich alle Hände voll zu tun und hatte deswegen nicht immer sofort die leeren Gläser im Blick, aber völlig ok. Das Essen ist auch top. Wie gesagt - die Avokao war mein absolutes Highlight. Der Laden hat auch was. Vor allem jetzt im Sommer die WM draußen. Das ist schon fein. Kulinarisch also auf dem besten Weg, den Titel zu verteidigen….

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Tanja Marschal hat diesen Eintrag am 16. Juni 2010 um 9.27 Uhr geschrieben. Sie können zu diesem Eintrag einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback auf Ihrer eigenen Homepage setzen. Beim Hinterlassen eines Kommentars wird Ihre E-Mail-Adresse im Blog nicht angezeigt. Sie dient ausschließlich der Antenne Düsseldorf Redaktion für mögliche Rückfragen. Kommentare und Trackbacks können Sie außerdem über einen eigenen Feed abonnieren.