6. WM-Restaurant: Es muss nicht immer Kaviar sein oder: Der Holländer isst immer nur Pommes, ist aber auch so freundlich, die auch vorbeizubringen.
Eintrag vom Freitag, 28. Mai 2010
Jetzt nennen Sie mir doch mal bitte eine typische niederländische Spezialität? Ja, ich warte… Dummdidu. Ich merke schon, Ihnen fallen auch nur Pommes und Frikandel ein. Warum aber auch nicht. Ist nichts gegen einzuwenden. Zwischendurch mal ein bisschen Fast-Food, da kann ich super mit leben. Auf meiner Suche nach einem niederländischen Restaurant bin ich dann bei “Leo’s Grill” in Unterbilk hängen geblieben. Eine holländische Imbiss-Bude, die verspricht: “Eckt lekker essen in Düsseldorf”. Also habe ich mir gedacht: Machste mal einen ganz entspannten “WM-Revival-Abend” zuhause und lässt Dir das Zeug liefern. Und zwar die ganze Pallette:Frikandel Spezial, holländische Pommes, Kipcorn (das ist Hähnchenfleisch im Knuspermantel - man könnte aber auch sagen: Frittiert). Dann gab’s Bitter-Ballen. So kleine runde Dinger mit Rinderragout gefüllt und Senf dazu. Saté-Spieße mit Erdnuss-Sauce, einen Hamburger und damit auch was Frisches dabei ist: Den Salat “Den Haag” mit Thunfisch und Ei. Als Dessert: Original Vla. Dazu noch ein paar Heineken und das Ding läuft.Der Typ am Telefon super freundlich. Dauert 45 Minuten, sagt er. Also schon mal alles aufbauen: DVD-Player mit den Highlights der WM 2006. Besteck und Teller. Flagge. Ups, es klingelt. Das ging dann aber super schnell. - Nein. Es ist meine koreanische Freundin im Deutschland-Trikot (”Hatte keins von Südkorea. Und das hier ist mir zu groß. Dann sieht man aber wenigstens den Bauch nicht, wenn wir gleich rein hauen.”) Komm doch erstmal rein. Es dauert tatsächlich 35 Minuten, dann ist das Essen da. Schon mal erfreulich: Es ist alles noch heiß. Bis auf den Salat. Und das Bier schön kalt.Mein Tisch sieht aus wie ein Schlachtfeld. Als hätte ich 30 Mann eingeladen, die gestern gesoffen haben und jetzt Heißhunger auf was Fettiges haben. Sind aber nur wir zwei. Und wir sind gierig. Die Hälfte ist schon verputzt - da sind wir noch nicht einmal beim dritten Tor gegen Costa Rica. Wir können es kurz machen: Das war jetzt Imbiss und kein Restaurant - aber: Die Qualität der Produkte, top. Hochwertiges Fleisch, gute Kartoffeln, alles frisch. Die Saucen nicht zu fettig und schmierig. (Unbedingt die Joppiesauce probieren. Schmeckt so ein bisschen wie Cocktailsauce oder wie meine koreanische Freundin sagt: “So wie früher die Hot-Dog-Sauce bei Ikea”.) Das war für Fast-Food richtig lecker. Kein altes ranziges Fett. Und Pommes, die man sich liefern lässt, die sind meist matschig, wenn Sie ankommen. Diese nicht. Passt. Vielleicht probiere ich nächstes Mal das Grachtenschnitzel mit Schinken und Käse überbacken oder den Joppieburger aus Schweinfleisch mit Zwiebeln, Joppiesauce und Salat. Die Frikadellen sind übrigens hausgemacht.
Fazit: Wenn’s mal Fast-Food sein soll, dieser Holländer hat’s drauf. Und eigentlich auch super praktisch für die WM. Schön zuhause auf der Couch Fußball gucken und sich das Essen liefern lassen. Die Preise sind auch human. Die Salate kosten im Vergleich etwas mehr, aber das sind auch riesen Portionen. Hup Holland! (Aber das mit dem Weltmeistertitel könnt ihr knicken.)
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Tanja Marschal hat diesen Eintrag am 28. Mai 2010 um 14.52 Uhr geschrieben. Sie können zu diesem Eintrag einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback auf Ihrer eigenen Homepage setzen. Beim Hinterlassen eines Kommentars wird Ihre E-Mail-Adresse im Blog nicht angezeigt. Sie dient ausschließlich der Antenne Düsseldorf Redaktion für mögliche Rückfragen. Kommentare und Trackbacks können Sie außerdem über einen eigenen Feed abonnieren.
