4. WM-Restaurant: Spanische Kleinigkeiten oder: Der Europameister isst runzelige Päpste.

Eintrag vom Freitag, 21. Mai 2010

Sie kennen sicherlich die ganzen Spanier in der Altstadt. Schneider-Wibbel-Gasse. Tisch an Tisch, dicht gedrängt. Darauf hatte ich keine Lust. Ich wollte keine Touri-Abzocke, sondern was richtig Authentisches. Und darum habe ich mir das Restaurant mit dem urspanischen Namen “El-Ömmes” ausgesucht. Das ist in Pempelfort auf der Wielandstraße. Ich gebe zu, bei dem Namen war ich skeptisch. Ich dachte, das ist bestimmt so ein Ballermann-Tourist, der meint, er müsste jetzt zuhause auch mal den Herd anschmeißen und Spanisch kochen. Ich sah mich schon vor dieser Kritik sitzen, das Restaurant völlig zerreißend. Wie man sich doch täuschen kann…

Der Chefkoch ist nämlich waschechter Spanier: Lorenzo. Und weil der Name “Ömmes” schon so bekannt war, hat man den einfach übernommen und das Spanische “El” davor geklatscht. Von außen und von innen sieht es aus wie eine ganz normale Eckkneipe. Sehr gemütlich und vor allem rappelvoll. Trotzdem versinkt der Service nicht im Chaos. Ganz im Gegenteil - totale Übersicht, super freundlich, schnell.

Wir wollen uns durch die Tapas-Karte futtern und bestellen: Einmal Gambas und einmal Sepia mit Knoblauch gegrillt in der Pfanne, Hähnchen in Erdnußsauce, Pimientos del Padron (das sind diese kleinen, grünen Paprikaschoten mit Meersalz), Balsamico-Chilli-Möhren, warme Chorizo und runzelige Päpste. So stand das zumindest mal im Teneriffa-Urlaub auf der Speisekarte: “Anteil von Päpsten benetze mit ich runzliger”. Und weil das so geil klang, musste ich das damals bestellen. Seitdem weiß ich: Das sind Kartoffeln in Salzkruste.

Hätten wir gewusst, dass die Portionen doch relativ groß sind (jawoll, hier kriegt man was für sein Geld), wir hätten nicht so viel bestellt. Aber dann nehmen wir den Rest halt mit. Ich mach’s kurz: Ich würde gerne mal wieder richtig meckern, aber das waren die leckersten Tapas, die ich je außerhalb Spaniens gegessen habe. Kein Vergleich zu denen, die ich bisher in der Altstadt probiert habe. Das ist beste spanische Küche. Fängt schon an mit dem köstlichen, hausgemachten Aioli zum warmen Brot. Man muss sich zwingen, nicht zu viel davon zu essen. Sonst passt nämlich hinterher nichts mehr rein. Und die Tapas dann wirklich allesamt sowas von lecker - ohne Abstriche. Sie sollten allerdings ein Knoblauch-Freund sein, damit wird nämlich nicht gespart, sondern geklotzt. Genauso wie hier mit Herz gekocht wird, wird auch mit Herz bedient. Mit rheinländischem Herz. (O-Ton Köbes: “So, hier sind eure Möhrkes. Und das Huhn mit Dingsda-Sauce. - Danke, aber das ist viel zu viel Trinkgeld. Mach mal nicht so viel. Ich bring euch auch noch einen Hierbas auf’s Haus.”)

Ab dem zweiten Glas Wein gibt’s dann auch gleich eine kleine Karaffe. Also im Prinzip two for one. Nur zur Info: In der Tapas-Bar gibt’s auch noch so Sachen wie maurische Spieße, Venusmuscheln, Lammkoteletts, Wachteln oder Zimthühnerfleisch. Und richtig süffige Weine. Also, das “El Ömmes” ist top. Preislich alles ok (Achtung: Keine EC- oder Kreditkarten). Ein verdienter Europameister.     

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Tanja Marschal hat diesen Eintrag am 21. Mai 2010 um 12.44 Uhr geschrieben. Sie können zu diesem Eintrag einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback auf Ihrer eigenen Homepage setzen. Beim Hinterlassen eines Kommentars wird Ihre E-Mail-Adresse im Blog nicht angezeigt. Sie dient ausschließlich der Antenne Düsseldorf Redaktion für mögliche Rückfragen. Kommentare und Trackbacks können Sie außerdem über einen eigenen Feed abonnieren.