11. WM-Restaurant: Durch ganz Südamerika an einem Abend oder: Warum die Deutschen ein Schlabberlätzchen brauchen.

Ich war jetzt mal richtig tricky. Statt mich einzeln durch fünf verschiedene Restaurants zu testen, habe ich alle Südamerikaner der WM an einem Abend vereint. Auf der Blumenthalstraße in Derendorf. Paraguay, Chile, Argentinien, Uruguay und Bolivien. Ok. Bolivien ist nicht dabei, aber die Dame, die hier für die Rezepte verantwortlich ist, kommt aus Bolivien. Donja Elvira. Und weil die in der Heimat eine Saltenjas-Bäckerei hat, heißt der Laden eben “Casa de las Saltenjas Donja Elvira”. Vielleicht sollten wir kurz klären, was Saltenjas sind.

18. Juni 2010, Tanja Marschal

10. WM-Test: Die Rache für 2006 oder: Lucas, mach es! Am besten einen Hattrick.

Man muss ein guter Verlierer sein können. Was soll’s denn. Haben uns die Italiener halt 2006 aus dem Turnier geschmissen. Sie sind verdient Weltmeister geworden. Ich bin da nicht nachtragend (sagt das Engelchen auf meiner linken Schulter). Ich werde euch so zerreißen, da könnt ihr den Laden dicht machen. Ihr braucht gar nicht so freundlich zu tun, ich mach euch eh fertig. Und euren ollen Prosecco könnt ihr euch selber hinter die Binde kippen (sagt das Teufelchen auf meiner rechten Schulter). Da steh ich also mit meinem besten Kumpel vor der Zollhof Trattoria im Medienhafen. Ich gebe zu, eine bequeme Wahl, weil ich erst um 20 Uhr aus dem Sender gekommen bin und um halb neun das Spiel beginnt. Der kürzeste Weg zu Italien gegen Paraguay. Und zum nächsten WM-Restaurant-Test.

16. Juni 2010, Tanja Marschal

9. WM-Restaurant: Fiesta, Fiesta Mexicana selbstgemacht oder: Wieso steht da jetzt mein Lieblingskellner in der Tür?

Die WM in Südafrika beginnt mit dem Eröffnungsspiel der Gastgeber gegen Mexiko. Dann muss ich ja wohl so langsam mal ein mexikanisches Restaurant unter die Lupe nehmen. Ganz ehrlich: Ich habe das ein bisschen hinaus gezögert. Mit mexikanischem Essen habe ich bisher folgendes verbunden: Fast Food, schwer im Magen, fettig, dicke Bohnen mit Rindfleisch á la Chili con Carne in einem Wrap. Punkt. Und dann hatte ich zwei Restaurants in Düsseldorf gefunden, die original die gleiche Speisekarte haben. Mit unzähligen Gerichten. So in Richtung “Systemgastronomie”. Hatte ich überhaupt keine Lust drauf. Wie es das Schicksal also so will, fahre ich auf dem Weg nach Hause mit dem Rad über die Bilker Allee und entdecke schräg gegenüber von Manes altem “Haus der Freude” das “Casita Mexicana”.

11. Juni 2010, Tanja Marschal

8. WM-Restaurant: Nicht Fisch, nicht Fleisch oder: Portugal ohne Ronaldo.

Ach… Der Kollege Arne Klüh. Der sah so ausgehungert aus. Und dann ist er bei uns auch gerade noch in der Ausbildung und hatte Frühdienst. Also habe ich ihn auf den Arm genommen und ab zum Portugiesen nach Flingern. Ich hatte schon so viel vom “Clube Portugues” auf der Erkrather Straße gehört. So viele haben geschwärmt. Na, das klingt nach einem vielversprechenden Abend. Das Wetter spielt mit, die Sonne scheint, also ab nach draußen an die schönen Holztische.

10. Juni 2010, Tanja Marschal

7. WM-Restaurant: Essen wie Gott in Frankreich oder: Sagst Du noch einmal “Merci, chérie”, dann drück ich deine Nase in die Seeschnecken.

Waren Sie schon mal mit einer Engländerin in einem französischen Restaurant? Das ist nicht zu empfehlen. Obwohl: Meine englische Freundin war eigentlich harmlos im Vergleich zu den Damen neben uns am Tisch. Wir waren in “Roberts Bistro” auf der Wupperstraße im Hafen. Da kann man nicht reservieren und das ist schlecht, weil der Laden rappelvoll ist. Wir hatten aber Glück und konnten noch einen Platz draußen ergattern. An einem Tisch, an dem schon zwei Damen saßen. Darf ich sagen “Hafen-Tussis”? Darf ich.

4. Juni 2010, Tanja Marschal