Nichts ist auch nur eine Minute zu spät

Eintrag vom Freitag, 3. November 2006

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Was für ein Freitag in Japan! Dieser Tag brachte wirklich viel Abwechslung für die Düsseldorfer Symphoniker. Ständige Ortswechsel und Fahrten mit dem Bus, dem Schinkansen und einige Meter per Fuß brachten uns vom Norden des Landes letztendlich wieder in die Region nahe der Hauptstadt Tokio. “Zwischendurch”, am Nachmittag, stand noch das zweite Düsy-Konzert auf dem Programm, und zwar in Daisen City, einer auf den ersten Blick ziemlich trostlosen Stadt. Sie gilt aber als die Stadt der japanischen Feuerwerkskunst. Das einzige, das wir allerdings zu sehen bekamen, war das der Düsseldorfer Symphoniker im Konzertsaal. Dieser war bis auf den letzten Platz mit rund 1.000 begeisterten Zuschauern gefüllt. Am Tag der Kultur, einem der wenigen Feiertagen in Japan, waren auffallend viele Schulkinder in ihren Uniformen zum Konzert gekommen. Sie belagerten sowohl vor als auch nach dem Konzert den Infostand der Symphoniker, um Postkarten mit den Düsy-Motiven zu bekommen. Postkartensammeln scheint also nicht nur bei deutschen Teenies beliebt zu sein.

Dank des schnellen Abbaus durch die fleißigen Orchesterwarte der Tonhalle, die mit in Japan sind, konnten wir schnell unsere Zelte abbrechen und dann mit dem Schnellzug zunächst nach Tokio und dann mit dem Bus in die Stadt und die Provinz Chiba fahren. Unsere Tour ist wirklich minutengenau durchgeplant - in Deutschland unmöglich. Dies scheitert natürlich zuerst an den meist unpünktlichen Fernzügen. Hier in Japan ist das anders: Bei all unseren Touren ist nicht ein Zug zu spät gekommen. Dazu wird man noch zuvorkommend behandelt und ständig mit Essen und Trinken versorgt. Außerdem verbeugt sich der Schaffner jedes Mal, wenn er in das Abteil kommt. Das nenne ich das Service-Deluxe-Angebot der japanischen Bahn.

Hier in Chiba haben wir noch nicht viel gesehen. Morgen wird das zumindest vormittags hoffentlich anders. Denn dann hat das Orchester Ausgang und muss erst am frühen Nachmittag wieder topfit sein - zum dritten und letzten Konzert dieser Japan-Tournee. Ein ganz besonderer Gast hat sich angekündigt: Oberbürgermeister Erwin reist aus Düsseldorf an und wird morgen neben dem Konzertbesuch auch sicherlich weitere Kontakte zu den Vertretern der Düsseldorfer Partnerregion in Japan knüpfen.

Hier in meinem Zimmer im zehnten Stock (Es geht abwärts für mich!) erlebe ich wirklich das erste Mal auf dieser Japan-Reise das Gefühl, zur hier richtigen Tageszeit müde zu sein. Etwas spät, denn schon in zwei Tagen darf ich mich wieder an die Düsseldorfer Zeit gewöhnen.

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Philipp Klees hat diesen Eintrag am 3. November 2006 um 15.36 Uhr geschrieben. Sie können zu diesem Eintrag einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback auf Ihrer eigenen Homepage setzen. Beim Hinterlassen eines Kommentars wird Ihre E-Mail-Adresse im Blog nicht angezeigt. Sie dient ausschließlich der Antenne Düsseldorf Redaktion für mögliche Rückfragen. Kommentare und Trackbacks können Sie außerdem über einen eigenen Feed abonnieren.