Kö-Bogen

Düsseldorf baut den Kö-Bogen

Eine Jahrhundertchance für Düsseldorf?

An dieser Stelle sind sich noch alle einig: Er ist das wichtigste Bauprojekt für die Stadt seit dem Rheinufertunnel. Doch danach hört die Einigkeit auf. Wir begeleiten Planungen und Bau des Kö-Bogens hier im Blog - mit Meinung und Hintergrund.

Kö-Pflaster: Herschenberger Granit und “Decado Finerro Grau”

Nun steht es endlich fest, welche Steine am Kö-Bogen verlegt werden sollen. Herrschenberger Granit und Decado finerro grau sind die Gewinner. Die Politik wird übernächste Woche über den Vorschlag abstimmen. Herrschenberger Granit ist grau-bräunlich. Er soll an den Libeskindbauten verlegt werden, und mit dem grauen Decado finerro wird der Rest gepflastert.
Die beiden Steine sind sich ähnlich. Herrschenberger Granit liegt schon auf der Kö und dadurch soll ein einheitliches Bild entstehen. Andreas Hartnigk, der Vorsitzende der Kleinen Kö-Bogen-Kommission, meinte: Am liebsten hätte er komplett Herrschenberger Granit genommen. Aber das wäre mit über 5 Millionen Euro zu teuer. So kommt der günstigere Decado finerro ins Spiel, er kostet mit rund 60 Euro pro Quadratmeter nur ein Fünftel davon.

Kombination aus Beton- und Naturstein

Die Bürger wurden auch zu ihrer Meinung befragt. Es haben allerdings nur 250 Leute mitgemacht. Rund ein Drittel und damit die meisten haben auch den Herrschenberger gewählt, ähnlich gut hat aber auch der Naturstein “Grauwacke” abgeschnitten. Den fanden die Politiker aber zu dunkel. Und von den Betonsteinen war Decado finerro (mit 10 %) eben der beliebteste.
Auch über die “Möblierung” wurde entschieden. Und zwar werden die Kö-Bogen-Bänke aus Holz nochmal verändert: Die Sitzfläche wird schmaler, damit man sich besser anlehnen kann.

Möblierung: Bänke

Empfehlung weitere Möblierung

Als Laterne wurde eine schlanke Variante ausgewählt, bei ihr kann sogar das Licht gedreht und in der Höhe verstellt werden. Die Laterne hat auch eine gute Energiebilanz, ist aber keine LED-Leuchte.

Weitere Entwicklung

13. Januar 2012, Daniel Fiene

Härtetest für Pflastersteine

Die Stadt testet auf dem Schadowplatz verschiedene Pflastersteine für den Kö-Bogen. Insgesamt sieben verschiedene Musterflächen wurden nebeneinander gepflastert. Dem Härtetest sollen sich die Steine während des Weihnachtsmarktes unterziehen. Fettflecken, verschütteter Glühwein und drüber rollende Lastwagen -der Weihnachtsmarkt soll zeigen, welcher Pflasterstein am besten belastbar ist. Optisch gibt es allerdings auch größere Unterschiede zwischen den sieben Varianten: Sie reichen über ein schlichtes Grau, ähnlich dem neuen Altstadtpflaster, über eine Variante mit verschiedenen Grautönen, bis hin zu einem fast weißen Stein mit Sprenkeln.

Vier von sieben verschiedenen Testflächen liegen schon - hier die Varianten “weiß-gesprenkelt” und “diverse Grautöne”.

Die Varianten 3 und 4 sind eher schlicht: Ein heller und ein dunkler Grauton.

Die Flächen 5 bis 7 sind noch nicht ganz fertig - ein erster Blick lässt aber keinen großen Unterschied zu den anderen erkennen.

Einen genauen Überblick erhalten Sie in unserer Bildergalerie!

13. Oktober 2011, Daniel Fiene

Fortschritte am Kö-Bogen

In gut einem Monat wird ein weiteres wichtiges Puzzle-Teil des Kö-Bogens fertig sein. Ende Oktober sollen die Tunnel an die Stadt übergeben werden. Der Rohbau ist bereits komplett. Die Stadt wird im Anschluss die Tunneltechnik einbauen und die Straßenbelag auftragen.
Bis die Stadt die Tunnel übernimmt, müssen jedoch noch einige offene Wände geschlossen und die Decke betoniert werden. Dazu liefern LKW jeden Tag neue Betonteile an. Die insgesamt 120 Arbeiter sind im Moment aber auch mit dem Ausbau der Tiefgarage beschäftigt. Auf vier Ebenen sollen wir in Zukunft parken können. Bis Jahres-Ende soll die Garage fertig gestellt sein. Die Decke der Tunnel ist zwei Meter dick, schließlich muss sie die Libeskind-Gebäude tragen, die auf dem Platz in die Höhe wachsen werden.
Die Bauarbeiten zu den beiden Libeskind-Gebäuden starten wiederum im kommenden Jahr. Insgesamt 200 Arbeiter werden dann am Kö-Bogen-Projekt arbeiten. Über die möglichen Mieter hat der Investor noch nicht viel verraten. Es halten sich Gerüchte, dass neben dem Luxuskaufhaus auch ein Apple-Store einziehen wird. Richtfest für die beiden Häuser soll Ende 2012 sein.
Um Probleme wie mit dem Altstadtpflaster zu vermeiden, testet die Stadt im Vorfeld sieben Stein-Varianten, die auf dem Schadow-Platz verlegt werden. Das Pflaster bleibt auch während des Weihnachtsmarktes liegen - das soll ein besonderer Härtetest für die Steine sein. Welche Steine dann am dem Libeskind-Gebäuden verlegt werden, entscheidet der Rat im kommenden Jahr.
Das gesamte Kö-Bogen Projekt soll im Herbst 2013 abgeschlossen sein. Die Kosten liegen bei rund 400 Millionen Euro.

Der Pavillion zum Kö-Bogen

Der Ausstellungsraum

Der Ausstellungsraum

Der Ausstellungsraum

Der Ausstellungsraum

19. September 2011, Daniel Fiene

Interview mit Projektleiter Stefan Mühling

Ab dem kommenden Jahr sehen wir auch die oberirdischen Bauarbeiten zum Kö-Bogen. Doch wie ist der Stand der unterirdischen Bauarbeiten? Wir haben mit Kö-Bogen Projektleiter Stefan Mühling gesprochen und den Stand der Dinge erfragt.

Antenne Düsseldorf: Welche Teile des Köbogens wurden schon fertiggestellt?

Stefan Mühling: Es sind bisher 2/3 der Bodenplatten betoniert und teilweise sind auch schon Konstruktionen des vierten Untergeschosses zu sehen; wie zum Beispiel Stützen, Balken und Querträger. Und wenn man vom Pavillion aus in die Baugrube schaut, kann man auch schon die Kerne der späteren Treppenhäuser sehen. Man kann sich langsam vorstellen wo und wie das Gebäude funktioniert.

Welche Ziele und Aufgaben stehen denn als nächstes an? Die Decken zum Beispiel?

Genau, wie gehen jetzt von Geschoss zu Geschoss vor. Wir arbeiten mit Fertigteilen, das ist eine wirtschaftlich effiziente und vor allem zeitsparende Lösung. Das Ganze funktioniert dann so wie ein Systembaukasten. Wir gehen davon aus, dass wir zum Jahreswechsel die Tiefgarage fertiggestellt haben werden und 2012 wird man dann endlich sehen, wie das Gebäude aus der Erde herauswächst.

Wie groß ist die Grube denn insgesamt?

Mit dem Tunnel hat die Grube eine Größe von 14.000m2. Die Baugrubenumfassung hat eine laufende Länge von 500 Metern. Das Volumen der Baugrube könnte man mit ungefähr 280 Einfamilienhäusern ausfüllen.

In der Innenstadt haben sich der Kö-Bogen und die Wehrhahnlinie getroffen. Was ist das Besondere daran?

Von der Konstruktion her gibt es keine Schnittstellen, weil die Baustellen in etwa 150- 200m Luftlinie voneinander entfernt liegen. Aber es war natürlich ein beruhigendes Gefühl, dass die Tunnelbohrmaschine unter dem Schadowplatz durchgefahren und somit auch an uns vorbeigefahren sind.

Was war denn bisher die größte Herausforderung und der schwerste Abschnitt, oder kommt der erst noch?

Da die Baugrube sehr groß ist waren die Herausforderungen für die Ingenieure auch dementsprechend hoch. Schwer war zum Beispiel die Integration des Tunnelbauwerks und die Umverlegung der Verkehrssysteme, wie die Interimsstraße Richtung Hofgarten. Aber auch die Straßenbahnen waren eine Herausforderung, da die teilweise jetzt schon auf der Tunneldecke fahren, bevor der Tunnel überhaupt ganz fertiggestellt ist. Ich glaube jedes für sich ist schon eine besondere Herausforderung. Aber auch im Hochbau werden noch viele spannende Themen auf uns warten. Aber da wir schon seit 2009 an der Baustelle planen, hatten wir auch genug Zeit dafür, uns vorzubereiten und davon profitiert das Bauvorhaben.

Mussten Sie auch umplanen, gerade jetzt wo der Tausendfüßler vielleicht doch nicht abgerissen wird?

Der Abriss des Tausendüßlers beeinflusst unser Bauvorhaben nicht. Deswegen müssen wir auch nicht umplanen. Der Tausendfüßler steht 20 Meter von unserer Baugrube entfernt und deswegen gibt es keine Überschneidungen. Die Herausforderung der Planung war, dass die Standsicherheit des Tausenfüßlers nicht beeinflusst wird. Da haben wir einen großen Aufwand betrieben, auch mit den Überwachungssysthemen, die installiert wurden. Man hat somit sichergestellt, dass man mit den Baumaßnahmen keine negativen Auswirkungen auf die Nachbargebäude hat.

Wann rechnen Sie mit einer Entscheidung um den Abriss des Tausendfüßlers?

Bei den ganzen Mutmaßungen und Spekulationen um den Abriss des Tausendfüßlers halten wir uns raus.

Viele Dank für das Interview.

24. August 2011, Daniel Fiene

Kö-Bogen trifft Wehrhahnlinie

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Die Bauarbeiten für die Wehrhahnlinie und den Kö-Bogen stellen die Stadt in den nächsten Monaten vor eine besonders große Herausforderung. An der Kreuzung von Schadowstraße und Berliner Allee treffen die beiden Großprojekte direkt aufeinander. Mitten in der Stadt gibt es nicht nur wenig Platz, die Arbeiter haben auch nur wenig Zeit. Mitte Juni soll die Tunnelbohrmaschine den späteren U-Bahnhof Schadowstraße erreicht haben. Bis dahin muss die Decke des Bahnhofs fertig sein. - An der gleichen Stelle entsteht - nur ein paar Meter weiter oben - der Süd-Nord-Autotunnel für den Kö-Bogen. Das Stück, das den U-Bahn-Tunnel kreuzt, muss spätestens im November fertig sein. Dann soll nämlich untendrunter planmäßig der U-Bahnhof ausgebaut werden.

Schauen Sie sich unsere Bildergalerie an!

24. Mai 2011, Daniel Fiene

Info-Pavillion zum Kö-Bogen

Auf dem Schadow-Platz wurde am Mittwoch-Mittag der Info-Pavillion zum Bau des Kö-Bogen und der Wehrhahnlinie von Oberbürgermeister Elbers eröffnet. Doch der 1,5 Millionen Euro teure Pavillion findet nicht überall seine Zustimmung: Vor allem die JUSOS hätten das Geld lieber in günstige Wohnungen investiert. Elbers jedoch ist überzeugt davon, gerade bei einem großen Bauprojekt wie dem “Kö-Bogen”, der das Bild der Stadt massiv verändern wird, die Bürger ausreichend zu informieren.

Über den Abriss des Tausendfüßlers, der vor allem auf Kritik und Ablehnung stößt, wurde nicht informiert. Zu großem Erstaunen sorgte jedoch das Ausstellen der alternativen Pläne der Arbeitsgemeinschaft der Heimatvereine und die vom Bund Deutscher Architekten, auf deren schriftliche Anfrage es bisher keine Reaktionen gab.

Der Pavillion zum Kö-Bogen

Der Ausstellungsraum

Modell des Kö-Bogens

Baustelle am Jan-Wellem-Platz.jpg

Baustelle am Jan-Wellem-Platz.jpg

Ausbau der Tunnel

13. April 2011, Daniel Fiene

Neues Styling für die Baustelle zum Kö-Bogen

Die Düsseldorfer arrangieren sich jetzt schon lange mit den Bauarbeiten in der Stadt. Nun hat sich die Stadt eine Lösung einfallen lassen. Sie heißt “City-Dressing”, was bedeutet, dass die Bauzäune eine Verkleidung mit bunten Motiven erhalten. Stefan Mühling, Geschäftsführer der “devloper” Projektentwicklung sagt dazu: “Jetzt aktuell haben wir auf das Thema Frühling reagiert, aber ganz besonders auch auf den ‘Eurovision Song Contest’, der in Düsseldorf statt findet.”

Aber wer jetzt denkt, dass man in der ganzen Stadt nur noch Frühlingsbilder und das ESC-Logo sieht, der irrt sich. Auch Bilder von Düsseldorf, seinen Bewohnern oder Grüße und Sprüche findet man. Die ESC-Bilder werden nach dem Contest verschwinden und auch die Frühlingsbilder werden nach und nach der Jahreszeit oder anderen Veranstaltungen in der Stadt angepasst.

24. März 2011, Daniel Fiene

Diskussion über Grundwasser-Reinigungs-Anlage im Hofgarten

Der Kö-Bogen sorgt für immer mehr Ärger. Im Hofgarten muss eventuell eine Grundwasser-Reinigungs-Anlage instaliert werden. Das Grundwasser muss auf Chlor-Kohlenwasserstoffe getestet werden. Sollte diese organische Verbindung nachgewiesen werden stehen demnächst vier 8-Meter hohe Türme auf 500 Quadratmetern Fläche im Hofgarten. Die Reinigungs-Anlage soll dann vorraussichtlich bis zum Frühjahr / Sommer 2012 unser Grundwasser säubern.

Der Hofgarten wurde bewusst als Standort ausgewählt, denn dort finden zur Zeit schon Bauarbeiten für den Kö-Bogen statt. Auch ist auf dem Gelände so viel Platz, dass nicht einmal ein Baum gefällt werden müsste. Zudem sind natürlich auch die Kosten ein wichtiger Punkt, denn die Anlage im Hofgarten zu installieren ist günstiger als an anderen Standorten. Trotzdem sagte man uns, dass die Wahl auf den Hofgarten fiele, da die Realisierung an anderen Standorten aus technischen und anderen Gründen nicht möglich sei.

22. März 2011, Daniel Fiene

Neuer Vorschlag im Streit um Straßenbahngleise im Hofgarten

Die Aktionsgemeinschaft der Heimatvereine, AGD, hat im Streit um die Straßenbahngleise im Hofgarten einen neuen Vorschlag gebracht. Um ganz auf Gleise im Hofgarten verzichten zu können und somit den Park nicht teilen zu müssen, wollen sie die Bahnen über Stein-und Oststraße umleiten.

Die 701 und 715 sollen dem Plan nach von der Berliner Allee auf die Steinstraße abbiegen. So müssten auch nur 250 Meter neue Gleise verlegt werden, da auf der Oststraße bereits Gleise und somit eine Verbindung liegen. Ihr Modell schlägt außerdem vor, die 7 und die 706 durch den Wehrhahnlinientunnel zu leiten. Denn damit wäre die Straßenbahntrasse durch den Hofgarten erst gar nicht notwendig.

17. März 2011, Daniel Fiene

Diskussion über Verlauf der Straßenbahnen im Hofgarten

Das Projekt “Kö-Bogen” ist weiterhin Streitthema zwischen der CDU/FDP und der SPD, die zusammen mit den Grünen und Heimatvereinen für einen Erhalt des Tausendfüßlers sind.
Doch jetzt ist auch der Verlauf der Straßenbahnen im Hofgarten zum Thema geworden: Heimatvereine hatten kritisiert, dass nach Fertigstellung des Kö-Bogens die Gleise den Park zerschneiden würden. Die FDP und die CDU sehen das aber anders:

Man sei schließlich kein Kurort, sagt FDP-Bürgermeisterin Marie-Agnes Strack-Zimmermann - man sei eine Großstadt - da könne auch eine Straßenbahn durch einen Park fahren. CDU-Verkehrsexperte Andreas Hartnigk ergänzt: Die Bahn sei ja kein Monster, sondern würde im Hofgarten mit gedrosseltem Tempo unterwegs sein. Hartnigk räumt allerdings Überlegungen ein, EINE der drei Linien in Zukunft nicht durch den Park zu führen. Das dürfe aber nicht die meist benutzte Rheinbahnlinie, die 701, sein.

Doch auch Beeinträchtigungen im Fahrplan der Straßenbahnen wurden als mögliche Probleme aufgeworfen.
SPD-Verkehrsexperte Martin Volkenrath glaubt so zum Beispiel, dass die Straßenbahn auch durch den Hofgarten-Umbau langsamer werde. Weil sie mitten durch den Park fahre, müsse sie dementsprechend das Tempo anpassen - auch weil keine Barrieren zu den Gleisen geplant seien.

FDP-Bürgermeisterin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hält hingegen einen kleinen Zeitverlust für Rheinbahn-Kunden für verkraftbar: Diese seien “schließlich nicht auf der Flucht”.

4. März 2011, Daniel Fiene