“Och … nur bis oben!”
Eintrag vom Montag, 27. August 2007
Der heutige Tag begann ziemlich früh, mitten in der Nacht, mit einem Schock: Ich wachte auf und war geplagt von starken Schmerzen im linken Handgelenk - sollte der Sturz vom Vortag doch bleibende Wirkung bei mir erzielt haben? Ich erinnere mich nur dunkel, dass ich tatsächlich auf das linke Handgelenk gefallen bin. Ob mich das beim Fahren stören wird?
Die Etappe beginnt mit einer sehr langen Verspätung: Bei Jens am Fahrrad scheint doch einiges mehr kaputt zu sein, als wir zunächst angenommen haben. Mit allen Mitteln versuchen wir, dem Defekt Herr zu werden, doch am Ende müssen wir einsehen: Jens kann heute nicht mitfahren, muss sich von Max nach Saarbrücken zu einem Mechaniker fahren lassen und kann erst morgen wieder einsteigen.
Wir starten mit einer schönen Aufwärmübung: Zum Frühsport gibt es direkt mal zwei knackige Steigungen zu bewältigen, die die Gruppe schon zu diesem frühen Zeitpunkt auseinander sprengt. Aber das Teilstück entwickelt sich zu einer wunderschönen Strecke: wahnsinnige Aussichten über wunderschöne Landschaften. Das einzige Problem dabei ist: Solche Aussichten sind immer verbunden mit wahnsinniger Anstrengung und durchaus unangenehmen und teilweise hinterhältigen Steigungen. Nur, weil man nach einer Kuppe die Straße nicht mehr sehen kann, heißt das noch lange nicht, dass es danach flach oder sogar bergab geht. Es kann auch einfach nur etwas weniger steil werden.
Hinter einer dieser vielversprechenden Kuppen, hinter der sich aber einfach nur weitere Kilometer nach oben versteckten, fragte ich, unmotiviert und schlecht gelaunt wie ich war, in die Runde: “Verdammt, wie lang ist das denn noch?” Robert, unser allzeit gut gelaunter Engländer im Team, antwortete knochentrocken: “Och … nur bis oben!” Er grinste mich an und verschwand in Richtung Gipfel. Kopfschüttelnd setzte ich mich auf den ungeliebten Sattel und versuchte, ihm zu folgen.
Apropos “folgen”: Ich habe heute richtig gut in die Gruppe gefunden, konnte an vielen Steigungen gut mithalten, und auch auf flachem Gelände ist das recht hohe Tempo für mich kein Problem mehr. Heute hat das Fahren schon richtig Spaß gemacht, die Aussichten, die Abfahrten, die heutige Versorgung mit Wasser durch eine Kirche auf dem Land (Danke!) und die Stimmung im Team machen diese Tour zu einem richtig tollem Erlebnis.
Bevor es morgen erneut (und dann wohl zum letzten Mal) in die Ardennen geht, werden wir noch eine Runde kegeln und den Abend gemütlich ausklingen lassen.
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Florian Kels hat diesen Eintrag am 27. August 2007 um 20.42 Uhr geschrieben. Sie können zu diesem Eintrag einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback auf Ihrer eigenen Homepage setzen. Beim Hinterlassen eines Kommentars wird Ihre E-Mail-Adresse im Blog nicht angezeigt. Sie dient ausschließlich der Antenne Düsseldorf Redaktion für mögliche Rückfragen. Kommentare und Trackbacks können Sie außerdem über einen eigenen Feed abonnieren.

