Eine Etappe, zwei Gesichter
Eintrag vom Sonntag, 26. August 2007
Wie unterschiedlich man doch so eine Etappe bewerten kann. Auf der einen Seite möchte ich so eine Etappe nach Möglichkeit niemals wieder erleben. Auf der anderen Seite kann es wegen mir genau so weiter gehen wie heute! Aber von vorn …
Apropos “von vorn”: Das Tagebuch zu schreiben, ist gar nicht so einfach. An so einem Tag, an dem man sechs, sieben oder auch acht Stunden auf dem Rad sitzt, passiert so einiges, was man bis abends, wenn ich das Tagebuch schreibe, auch gern mal vergisst. Aber zurück zum heutigen Tag - ich fange mal mit den schlechten Ereignissen an.
Unser Mitstreiter Udo musste sich heute leider aus gesundheitlichen Gründen von uns verabschieden. Unsere kleine Gruppe wird dadurch leider noch ein bisschen kleiner. Guido wurde am frühen Nachmittag von einer Biene gestochen - unter dem Helm hatte sich das Vieh verirrt und hatte nichts besseres zu tun, als ihm in sein nur leicht behaartes Haupt zu stechen. Angenehmer wurde die Etappe für ihn sicher nicht.
Am späten Nachmittag kam dann das, was wir uns alle gerne erspart hätten: Bei etwa 35 km/h kam Christoph ins Straucheln und legte sich auf die Seite. Ich war zwei Räder weiter hinten, sah relativ frühzeitig die Gefahr der Situation und versuchte, nach links zu steuern. Jens, der direkt hinter Christoph im Windschatten fuhr, hatte jedoch keine Möglichkeit, zu reagieren, und fuhr direkt über Christoph und stürzte ebenfalls. Sein Fahrrad legte sich genau in meinen Weg und nahm mir jede Möglichkeit, auszuweichen.
Zu dritt legten wir uns voll auf die Nase. Ich fiel zur Seite, rutschte ein kleines Stück über den Asphalt und schlug mit dem Helm seitlich auf der Straße auf. Tierisch erschrocken blieb ich einen Augenblick liegen, stellte fest, dass mir nichts weiteres fehlt, und stand auf. Auch Christoph und Guido hatten Glück: Bis auf ein paar kleine Schrammen blieben alle Beteiligten unverletzt. Das hätte auch ganz anders ausgehen können.
Auf der anderen Seite hat die Etappe heute richtig Spaß gemacht. Die Aussichten über die luxemburgische Landschaft waren teilweise atemberaubend, die Steigungen waren alle erträglich und absolut machbar, die Abfahrten hingegen waren der absolute Hammer: Bis zu 80 km/h zeigte mein Tacho heute an. Mehr Nervenkitzel geht wohl nicht!
Morgen früh geht es dann weiter. 140 km durch die Vogesen, und dann erreichen wir wieder deutsches Gebiet. Zielort ist Saarbrücken.
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Florian Kels hat diesen Eintrag am 26. August 2007 um 20.31 Uhr geschrieben. Sie können zu diesem Eintrag einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback auf Ihrer eigenen Homepage setzen. Beim Hinterlassen eines Kommentars wird Ihre E-Mail-Adresse im Blog nicht angezeigt. Sie dient ausschließlich der Antenne Düsseldorf Redaktion für mögliche Rückfragen. Kommentare und Trackbacks können Sie außerdem über einen eigenen Feed abonnieren.

