Prozess um Amoklauf

Angeklagter wegen Dreifachmord vor Landgericht

Amoklauf-Prozess

Hier findet der Prozess statt Foto:Wiegels/wikimedia.org

Seit Donnerstag (31.07.2014) steht der mutmaßliche Täter, der drei Menschen getötet und drei weitere schwer verletzt haben soll, vor Gericht.

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat am Landgericht in Düsseldorf der Prozess um den Amoklauf in mehreren Anwaltskanzleien am Höherweg und in Erkrath im vergangenen Februar begonnen.


Er schwieg

Den einzigen Satz, den der Angeklagte von sich hören ließ war zu Beginn der Verhandlung: "Heute werde ich aber schwiegen". Das bedeutet aber auch, dass es durchaus möglich ist, dass er sich zu einem späteren Zeitpunkt zu den Vorwürfen äußern wird. Prozessbeobachter berichten, dass er nicht eingeschüchtert wirkte, sich die Anklageschrift ganz ruhig angehört hat und dabei in den vollen Gerichtssaal geblickt hat. Währenddessen machte er sich Notizen.


Prozess bis Ende Oktober

Der Prozess ist mit 17 Verhandlungstagen bis Ende Oktober angesetzt. Der erste Zeuge wurde bereits vernommen: ein Mann, dem der Angeklagte in der Kanzlei in Erkrath in den Bauch geschossen haben soll. Er ist ebenfalls ein Anwalt, den er lebensgefährlich verletzt am Tatort zurück gelassen hatte. Insgesamt sollen im Verlauf des Prozesses 17 Zeugen verhört werden.


Die Hintergründe

Am Freitag vor Karneval hielt der mutmaßliche Amoklauf Düsseldorf in Atem. Hunderte Polizisten waren im Einsatz, die Feuerwehr und Rettungskräfte. Zunächst war er in einer Anwaltskanzlei am Höherweg, daraufhin dann in Erkrath. Es wurden drei Menschen getötet sowie drei weitere schwer verletzt. Der mutmaßliche Täter, ein aus Shanghai stammender Mann, wurde schließlich in einer Pizzeria in Goch gefasst. Motiv für die Tat war laut der Anklage Rache. Er hatte einen Rechtsstreit verloren und machte dafür wohl seine Anwälte verantwortlich. Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe.


Zum Nachhören: Ein Rückblick

Zum Nachhören: Der Prozessauftakt

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