Schocktherapie für mehr Verkehrssicherheit
Polizei richtet sich mit gezielter Kampagne an junge Fahranfänger - Schulen können sich beteiligen
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen führt derzeit eine bundesweit einzigartige Kampagne durch, um die Anzahl von Verkehrsunfällen mit schweren Folgen nachhaltig zu verringern. Das Konzept heißt "Crash Kurs NRW" und richtet sich direkt und emotional an 16- bis 19-jährige Schülerinnen und Schüler.
"Junge Fahrer" zwischen 18 und 24 Jahren verursachten 2010 in Nordrhein-Westfalen neunzehn Prozent der Verkehrsunfälle mit schweren Folgen, während ihr Anteil an der Bevölkerung bei acht Prozent liegt. Es ist also deutlich erkennbar, dass die Personengruppe der "Jungen Verkehrsteilnehmer/-innen" im Alter zwischen 16 und 24 Jahren, gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil, einen überproportional hohen Anteil am Unfallgeschehen hat. Dass dies in der Landeshauptstadt Düsseldorf nicht anders ist, haben zwei tödliche Verkehrsunfälle im letzten Jahr wieder einmal deutlich gezeigt. Insgesamt verstarben 2010 in NRW durch Unfälle junger Verkehrsteilnehmer allein 114 Menschen. Von den im Jahr 2010 insgesamt 550 Verkehrstoten in NRW waren 98 im Alter der "Jungen Fahrer". Das ist alarmierend und Anlass für die Polizei NRW - gemeinsam mit Partnern - neue Wege zu gehen.
"Crash Kurs NRW" zeigt mit emotionalen Berichten und eindringlichen Bildern, dass Verkehrsunfälle unerträgliches Leid verursachen. Es wird den Zuhörerinnen und Zuhörern vermittelt, dass Verkehrsunfälle nicht einfach nur geschehen. Menschen werden verletzt oder getötet, weil Regeln missachtet werden. Das bedeutet, Verkehrsunfälle sind vermeidbar. Das Polizeipräsidium Düsseldorf beteiligt sich an diesem herausragenden Projekt.
Im Projekt Crash Kurs NRW vermitteln Rettungsassistenten der Feuerwehr Düsseldorf, des Deutschen Roten Kreuzes und der Johanniter sowie die Notfallseelsorge und die Polizei, wie sich ihre Arbeit an einer Unfallstelle darstellt und wie belastend sie ist. Die erzeugte emotionale Betroffenheit ist die Grundlage für die aktive Mithilfe der Schüler/-innen bei der Vermeidung künftiger schwerer Verkehrsunfälle. Hierbei wird nicht nur deutlich, welche Arbeiten die jeweiligen Ersthelfer bei diesen schweren Verkehrsunfällen vor Ort verrichten, sondern auch die Wirkungen auf Seiten der betroffenen Familien führen zu einer Sensibilisierung und kritischen Selbstreflexion bei der Zielgruppe der "Jungen Verkehrsteilnehmer".
Die häufigste Unfallursache ist die unangemessene Geschwindigkeit, gepaart mit einer erhöhten Risikobereitschaft im jugendlichen Alter und der Unerfahrenheit im Umgang mit Kraftfahrzeugen. Der Genuss von Drogen und Alkohol steigert die Risikobereitschaft drastisch und das Nichtanlegen des Sicherheitsgurtes erhöht die möglichen Unfallfolgen gravierend.
Insgesamt umfasst die Zielgruppe in Düsseldorf circa 4.500 Schüler/-innen. Seitens der Polizei sind für das Jahr 2012 bislang acht Veranstaltungen geplant. Circa 75 Prozent aller weiterführenden Schulen haben sich bislang schon mit dem Verkehrskommissariat Verkehrsunfallprävention / Opferschutz in Verbindung gesetzt und Interesse an der Teilnahme signalisiert. Die konkreten Terminabsprachen für 2012 erfolgen zwischen den Schulleitungen und dem Leiter des Verkehrskommissariats Verkehrsunfallprävention und Opferschutz.
Falls Schulen sich an der Kampagne beteiligen möchten, sollten diese sich mit dem Verkehrskommissariat Verkehrsunfallprävention / Opferschutz in Verbindung setzen.










