Pfandringe in unserer Stadt – Bewährt sich die Idee?

Seit September 2016 kann man sie auch in Düsseldorf an einigen Mülleimern entdecken: Pfandringe. Sie sollen es Bedürftigen erleichtern, an Pfandflaschen und -dosen heranzukommen und setzen ein Zeichen für den Umweltschutz. Ein halbes Jahr nach Start des Pilotprojektes ziehen wir eine erste Bilanz.

Pfandringe sind Gestelle aus Metall, die auf Abfallbehälter montiert werden. Ziel ist es, zu verhindern, dass Pfandflaschen und -dosen einfach achtlos weggeworfen werden. Der soziale Gedanke steht dabei im Vordergrund, denn das entwürdigende und auch wegen Glasscherben gefährliche Suchen im Müll bleibt den Pfandsammlern damit erspart.

Erfinder Paul Ketz, der das Projekt 2012 ins Leben rief, betont zudem den Umweltaspekt: seine Innovation soll dazu beitragen, dass weniger Recyclingprodukte verbrannt werden. Dadurch wird der CO2-Ausstoß verringert. Auch der Reinigungsaufwand für die Stadt soll durch weniger Glasmüll sinken. Für das innovative Design und den Umweltschutzaspekt des Pfandrings hat Ketz schon einige Preise erhalten. Dennoch scheiterte das Projekt in Köln, wo es als erstes getestet wurde.

Die Stadt Düsseldorf ließ sich trotzdem nicht beirren und befestigte Pfandringe an 24 Mülleimern in den fünf Stadtbezirken Altstadt/Stadtmitte/Pempelfort, Flingern/Düsseltal, Oberbilk/Friedrichstadt/Unterbilk, Stockum/Lohausen/Wittlaer und Mörsenbroich/Rath/Unterrath/Lichtenbroich. Die ausgesuchten Plätze, auf denen die Mülleimer mit Pfandring jetzt stehen, sind erfahrungsgemäß gut besucht und es gibt besonders viel Pfand, das weggeworfen wird.

Nach sechs Monaten Testphase zieht die Stadt ein erstes Fazit. Die Pfandringe scheinen bei den Düsseldorfern auf den ersten Blick gut anzukommen zu sein: auf den Facebookbeitrag, der ungefähr 800.000 User erreichte, sei fleißig reagiert worden. Ca. 11.000 Menschen zeigten, überwiegend mit einem „Gefällt mir“, dass sie von der Idee begeistert sind.  Außerdem wurden 276 Kommentare zu dem Thema gezählt- mit positivem Feedback und auch einigen kritischen Stimmen.

Wir haben Sie gefragt, was Sie zu dem Projekt Pfandring in Düsseldorf sagen. Die Resonanz ist größtenteils sehr positiv:

 

Das Umweltamt und die AWISTA GmbH, die das Projekt beaufsichtigen, haben bisher keine Probleme wie mehr Abfall, Scherben oder Diebstahl der Pfandringe verzeichnet.  Momentan ist jedoch noch fraglich, inwieweit die Installationen tatsächlich genutzt werden. Bisher wurden sie in vereinzelten Kontrollen oft wenig bestückt oder leer vorgefunden. Das könnte bedeuten, dass die Pfandringe kaum oder aber sehr häufig genutzt werden, sodass das Leergut direkt mitgenommen wird, sobald es sich im Pfandring befindet.  Nach einer längerfristigen Beobachtung soll es Ende 2017 eine Bilanz des Umweltausschusses der Stadt geben.

Wir haben uns bei Ihnen schon jetzt einmal umgehört. Haben Sie die installierten Pfandringe schon entdeckt und nutzen Sie sie?

 

Tatsächlich genutzt werden die Pfandringe anscheinend also bisher noch nicht überall, trotz positiven Rückmeldungen. Wir sind gespannt, wie sich der Pilotversuch weiterhin entwickelt.

Übrigens haben Sie die Möglichkeit, über die Mailadresse pfandring@duesseldorf.de direktes Feedback an das Umweltamt zu richten.

 

 

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