Der Kampf gegen die Pappbecher „to go“

Jeder kennt es: mal eben einen Kaffee auf dem Weg zur Arbeit oder zur nächsten Verabredung holen und weiter geht’s.  Getränke „to go“, das bedeutet Pappbecher für unterwegs, sind ein ungebrochender Trend. Was zunächst praktisch klingt, ist ein erheblicher Umwelt- und Kostenfaktor.

Insgesamt werden in Deutschland stündlich 320.000 Pappbecher weggeworfen. Pro Jahr macht das fast 3 Milliarden insgesamt und 60 Becher pro Kopf.  Diese Zahl umfasst nur die Heißgetränke.  Nimmt man noch Softdrinks oder Smoothies dazu, wird es noch mehr. Insgesamt hat sich die Zahl der benutzten Becher seit der Jahrtausendwende damit verdreifacht. Der Verpackungsmüll wächst immer mehr.

Die Umweltschäden, die das mit sich zieht, beginnen schon bei der Materialauswahl. Die meisten Becher bestehen aus Pappe und einer Kunststoffbeschichtung, wobei die Papierherstellung für einen Becher einen halben Liter Wasser verbraucht. Das ist mehr, als in einen Standard-Einwegbecher hineinpasst. Ein Drittel der Becher besteht sogar ganz aus Kunststoff.  Gefährlich wird es für Umwelt und Menschen, wenn der Kunststoff sich löst und kleine Plastikteile in Wasser und Boden gelangen. Viele Menschen werfen die Einweggefäße achtlos weg, wodurch die Umgebung zunehmend vermüllt. Die Stadtreinigung ist somit immer mehr im Einsatz. Das kostet alles Geld- auch für den Verbraucher.

Auch in öffentlichen Mülleimern landen die Einwegbecher oft. Natürlich erscheint das zunächst besser als das achtlose Wegwerfen in die Natur. Letztendlich werden die Rohstoffe jedoch verbrannt und es findet kein Recycling statt-eine weitere Belastung für die Umwelt. Die richtige Ensorgung erfolgt in der gelben Tonne oder im gelben Sack. Hier fallen zusätzlich keine Abfallgebühren an. Was vielen nicht klar ist: beim Kauf eines Getränks „to go“ist der Aufschlag einer Lizenzgebühr für den Pappbecher enthalten, den die Verkäufer zahlen müssen.

 

 

Als umweltschonende Alternative bieten sich Mehrwegbecher an. Trotz mehr Rohstoffen, die für die Herstellung verbraucht werden, sind sie umweltfreundlicher. Die lange Nutzungsdauer ersetzt im Schnitt 60 Pappbecher pro Jahr. Praktisch ist auch die Warmhaltefunktion und der bessere Schutz gegen das Auslaufen. Mehr Informationen rund um das Thema erfahren Sie hier.

Mittlerweile gibt es einige Kampagnen und Projekte, die sich für die Abschaffung der Einwegbecher einsetzen.

  • 2015 gegründet, setzt sich das Projekt „Coffee to go again“ für die Wiederverwendung von Kaffeebechern ein. In Düsseldorf kann man in den Filialen von „Ihr Bäcker Schüren“ , sowie in „die Kaffee„, einer Privatrösterei von Olga Sabristova in Pempelfort, seinen eigenen Becher mitbringen und für kleines Geld auffüllen lassen.
  • Pünktlich zum Auftakt der Tour de France kommt der sogenannte „Düsseldorf Becher“ von begreen auf den Markt. In den teilnehmenden Geschäften gibt es dann, ab dem 29. Juni, die umweltfreundliche Alternative  mit dem Düsseldorfer Logo zu kaufen. Die Bäckerei Terbuyken, die Privatrösterei „Die Röstmeister“ und Woyton machen mit.
  • Das junge Düsseldorfer Unternehmen „Cup for Cup“ bietet ab dem 2. Mai  in über 30 Cafés in Düsseldorf Becher für einen Euro Pfand an. Diese können nach Gebrauch wieder abgegeben werden. Die Becher, „the good Cups“ genannt, sehen mit ihrem goldenen Design nicht nur schick aus, sondern sind auch zu 100 Prozent recyclebar. Sie lassen sich bis zu 400 Mal benutzen. Diese Cafés sind unter anderem schon mit dabei: „Ihr Bäcker Schüren„, Caphe House,Roasted Kaffeebar“ und das „KaffeeReich“ am Carlsplatz.
  • Die Deutsche Umwelthilfe wirbt mit der Kampagne „Sei ein Becherheld“ für die Benutzung von Mehrwegbechern mit dem Ziel, die Umwelt nachhaltig zu schützen.
  • Auf ihrem Blog „wirfnixweg„, beleuchtet Sybille Föll das Thema intensiv und animiert, den Pappbecher-Trend zu überdenken.

Auch in der Politk ist das Thema angekommen. Die CDU und die Linkspartei wollen Initiativen einbringen, um die große Menge an Müll durch „Coffee to go“-Becher  zu stoppen.

  • Die CDU-Ratsfraktion spricht sich für die oben gennante Kampagne „Coffee to go again“ aus, wobei Kunden in Bäckereien, Cafés oder Supermärkten ihre eigenen Becher mitbringen können. Das Konzept soll ihrer Meinung nach in Düsseldorf weiträumig ausgebaut werden. Begründet wird dies dadurch, dass der jährliche Verbrauch an Einwegbechern in Düsseldorf bei 36 Millionen liegt. Nach einigen gescheiterten Kampagnen in den letzten Jahren, soll „Coffee to go again“ nun zur Senkung des Verbrauchs und zur Verringerung der Müllmenge führen.
  • Eine andere Idee hat die Linksfraktion. Sie will ein Mehrweg-Pfandsystem für Kaffeebecher einführen. Kritisiert wird, dass das Straßenbild in Düsseldorf mehr und mehr verunreinigt wird und die Natur verschmutzt, besonders durch „Coffee to go“-Becher. Das Pfandsystem funktioniert so, dass Gäste einen Mehrwegbecher in Höhe von einem Euro ausleihen und ihn anschließend wieder zurückgeben können.

Einige große Unternehmen springen auf den Zug auf. Die Fast-Food-Kette McDonalds erlässt jedem Kundem, der seinen eigenen Kaffeebecher auffüllen lässt, seit Ende letzten Jahres 10 Cent. Gleiches gilt bei der Gastronomiekette Nordsee. Bei Starbucks gibt es sogar 30 Cent Vergünstigung für Umweltinteressierte.

 

In unserem Programm haben wir über das Thema Umweltverschmutzung durch To-go Becher geredet. Sie haben fleißig mitdiskutiert und von Ihren Erfahrungen berichtet:

Die Initiative „Coffee to go again“, die wir oben bereits vorstellten, haben wir genauer unter die Lupe genommen. Vera Haders von der Bäckerei „Ihr Bäcker Schüren“ stand für uns Rede und Antwort:

 

 

Der Pappbecher löst den einst größten Abfallsverursacher im Alltag, die Plastiktüte, ab. Durch einen riesigen Verbrauch von ca. 95.000 Tonnen jährlich, einigten sich Politik und Handel darauf, die Zahl der Tüten zu minimieren. Somit ist die Kunststofftragetasche seit April 2016 in unserem Land nicht mehr kostenlos. Immer mehr Unternehmen halten sich an die Vereinbarung und verlangen einen kleinen, selbstbestimmten Betrag für die Kunststofftüten. Ziel ist es, bis Ende 2019 auf 90, beziehungsweise bis Ende 2025 auf 40 Stück pro Kopf zu senken. Viele Menschen nehmen nun ausreichend Taschen, Körbe oder Boxen zum Einkauf mit, um den Kauf einer Plastiktüte zu vermeiden.

Geklappt hat es schon bei den Plastiktüten- also warum nicht auch bei Einwegbechern? Wie Sie der Umwelt zusätzlich einen Gefallen tun können, haben wir hier für Sie zusammengefasst.