LWK rast über einen Berliner Weihnachtsmarkt; 12 Tote und 48 Verletzte

In Berlin ist am Abend (19. Dezember 2016) ein LKW über einen Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gefahren. In der Nacht ist die Zahl der Toten weiter gestiegen. Wir müssen heute Morgen (20. Dezember 2016) von zwölf Todesopfern und 48, teilweise Schwerverletzten berichten. Sie werden aktuell in Berliner Kliniken behandelt. Der Einsatz der Retter mit 130 Kräften war um kurz nach Mitternacht zu Ende.

In Deutschland müssen wir uns jetzt die Frage stellen, ob das der lange erwartete Anschlag war. Offiziell hält sich die Bundesregierung noch zurück; NRW-Innenminister Ralf Jäger ist am Morgen deutlicher geworden. Er sagt: „Wir müssen von einem Anschlag ausgehen.“ Zeugen, die das Unglück in Berlin miterlebt haben berichten, dass der Sattelschlepper ungebremst über den Markt gefahren ist. Das könnte die Anschlags-Theorie stützen. Die Innenminister werden heute Morgen telefonieren und über Konsequenzen beraten. Die Berliner Polizei hat eben (gegen 6.00 Uhr) auf ihrer Twitter-Seite geschrieben: „Unsere Ermittler gehen davon aus, dass der LKW vorsätzlich in die Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz gesteuert wurde.“ Mittlerweile spricht die Polizei auch erstmals von dem Verdacht auf einen Terroranschlag (gegen 6:20 Uhr).

Die Ermittler in Berlin haben kurz nach der Tat einen Mann festgenommen. Er soll den LKW aus Polen gefahren haben. Einige Medien berufen sich auf Sicherheitskreise und berichten, dass der Mann im Februar als Flüchtling nach Deutschland gekommen ist. Er soll aus Afghanistan oder Pakistan stammen. Der Beifahrer im LKW ist ums Leben gekommen. Die Polizei in Berlin hat bestätigt, dass er Pole ist und den LKW nicht gesteuert hat. Der Sattelschlepper könnte in Polen gestohlen worden sein. Auf einer Pressekonferenz heute (20. Dezember) um 13 Uhr wollen Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und Innensenator Andreas Geisel die Öffentlichkeit über die aktuelle Lage informieren.

Weltweit trauern die Menschen um die Opfer. Bundespräsident Joachim Gauck zeigt sich erschüttert. „Das ist ein schlimmer Abend für Berlin und unser Land, der mich wie zahllose Menschen sehr bestürzt“, sagt er. „Auch wenn wir noch nicht viel über die Hintergründe des schrecklichen Geschehens auf dem Berliner Weihnachtsmarkt wissen: Ich bin in Gedanken bei den Opfern, bei ihren Angehörigen, bei allen Menschen, die um Familienangehörige oder Freunde fürchten. Und ich danke den Helfern und Sicherheitskräften für ihren Einsatz.“

Die USA haben den möglichen Anschlag scharf verurteilt. Aus dem Nationalen Sicherheitsrates heißt es: „Deutschland ist einer unserer engsten Partner und stärksten Verbündeten. Im Kampf gegen all jene, die unsere Art zu leben und unsere Gesellschaften bedrohen, stehen wir an der Seite Berlins.“ Auch die französischen Behörden vermuten einen Terroranschlag und haben daher die Sicherheitsvorkehrungen für Frankreich verschärft.

Hier in Düsseldorf hat Oberbürgermeister Thomas Geisel schon am Abend reagiert. Auf seiner Facebook-Seite schreibt er: „“Erschüttert! In Gedanken und Gebeten bei den Opfern und Verletzten von Berlin und ihren Angehörigen.“

X